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Altersvorsorge – So schließt du deine Versorgungslücke

Der demografische Wandel macht sich in Deutschland mehr und mehr bemerkbar. Und während die Generation der Babyboomer in wenigen Jahren in Rente gehen wird, fragen sich nicht nur Politik und Wirtschaft, wie die steigende Belastung durch sinkende Renten gestemmt werden kann.

Hier tut sich immer stärker spürbar die Versorgungslücke hervor: Sie bezeichnet die finanzielle Lücke, die mit dem Eintritt in den Ruhestand entsteht oder auch durch eine Erwerbsunfähigkeit. Diese ergibt sich zwangsläufig, wenn das normale Gehalt wegfällt und durch die Bezüge der gesetzlichen Rentenversicherung ersetzt wird. Es wird den Menschen gar nichts anderes mehr übrig bleiben, als zusätzlich in eine private Altersvorsorge zu investieren, um sich für das Alter abzusichern. Bereits jetzt wird diskutiert, ein Gesetz zu erlassen, durch das die zusätzliche private Altersvorsorge obligatorisch wird. Und wer selbstständig ist, muss sich sowieso privat fürs Alter absichern. Sie fallen generell aus der gesetzlichen Altersvorsorge raus.

Es gibt verschiedene Formen der privaten Altersvorsorge, sie alle funktionieren jedoch über regelmäßig eingezahlte Beiträge, die dann ab einem vereinbarten Zeitraum als monatliche Rente ausgezahlt werden.

Expertenzitat

"Wer als Normalverdienender monatlich vielleicht 1.500 Euro netto zur Verfügung hatte, bekommt im Alter im Schnitt eine Rente in Höhe von 500 Euro. Das heißt, obwohl die Kosten im Alter eigentlich ansteigen, durch Krankheit, ärztliche Versorgung und Pflegefälle, hat man viel weniger zur Verfügung. Selbst wem laut Rentenbescheid mehr zusteht, wird ein böses Erwachen erleben, denn die wenigsten denken an die Inflation. Wer sich heute bei seinem Rentenbescheid über beispielsweise 1.200 Euro noch denkt, dass die Summe doch ausreichend ist, der kann davon in 30 oder 40 Jahren unter normalen Umständen vielleicht gar nicht mehr leben"

Maximilian Bormann, Versicherungsexperte bei Knip
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Welche Formen von
Altersvorsorge gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der gesetzlichen Altersvorsorge, der privaten Altersvorsorge, die steuerlich gefördert wird und der fondsgebundenen Altersvorsorge, die nicht steuerlich gefördert wird. Da die gesetzliche Altersvorsorge bekanntermaßen kaum dazu ausreicht im Alter den normalen Lebensstandard zu erhalten, kann man sich zusätzlich versichern.

Die Riesterrente, Rürup-Rente oder betriebliche Altersvorsorge beispielsweise sind steuerlich gefördert. Alle drei Varianten der staatlich geförderten Altersvorsorge lohnen sich am meisten für diejenigen, die bereits kurz vor der Rente stehen. Die Rendite erhöht sich im Verhältnis besonders stark, da sich die staatliche Förderung der Einzahlungen nur noch auf wenige Jahre im Berufsleben verteilt. Dennoch sollten sich auch junge Arbeitnehmer und Selbständige nicht die Chance auf staatliche Förderung entgehen lassen. Denn mit Zulagen und Steuerbefreiung hilft der Staat ordentlich nach. Selbst wenn die Geldanlage im schlimmsten Fall keine Wertentwicklung verzeichnet, machen Sparer Gewinn: Sie erhalten dann zumindest die eingezahlten Beiträge plus staatlicher Zulagen zum Rentenbeginn.

Riester- und Rürup-Verträge sind sehr lohnend, denn wenn die Verträge eine Produktrendite von vier Prozent bringen, können daraus durch die Förderung schnell bis zu zehn Prozent werden.

Allerdings hat beispielsweise nicht jeder Anspruch auf die Riester-Rente: Nur Angestellte, Arbeiter und Beamte können Riester-Verträge abschließen. Ein weiterer Nachteil: Die Rente oder Kapitalauszahlung ist im Alter voll steuerpflichtig.

Steuerlich nicht gefördert werden die Risikolebensversicherung, die Privatrente, die Pflegerentenversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt im Fall von Krankheit vor Altersarmut. Denn wer vor Erreichen des Rentenalters durch Krankheit aus dem Berufsleben ausscheiden muss, wird vom Sozialsystem kaum ausreichend aufgefangen.

Die private Rentenversicherung dient ausschließlich der Altersvorsorge, indem monatliche Beiträge als eine Art Spareinlage gezahlt werden. Sie ist eine sogenannte Erlebensversicherung und soll die wirtschaftlichen Herausforderungen bei Erreichen und Überschreiten eines bestimmten Alters absichern. Normalerweise wird das Geld ab einem im Vertrag festgelegten Zeitpunkt in Form einer monatlichen Rente ausgezahlt

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Worauf muss ich bei der
Altersvorsorge achten?

Wie immer, ist die Wahl der richtigen Versicherung abhängig vom persönlichen Lebensstil, den Wünschen, die man hat und den Risiken, die man abgedeckt sehen möchte. Wer sich für eine zusätzliche private Altersvorsorge entscheidet, sollte sich genau beraten lassen, denn alle angebotenen Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile.

Beispielsweise ist bei den steuerlich geförderten Versicherungen, wie der Riester-Rente und der Rürup, das Renteneintrittsalter bei neuen Verträgen auf 62 Jahre festgelegt. Außerdem sind die Verträge nicht kündbar und lassen sich somit nicht einfach früher auszahlen. Ein Vorteil: Die geförderte Altersvorsorge ist Hartz IV sicher. Dies bedeutet, dass die Versicherung nicht aufgelöst werden muss, wenn plötzlich Hartz IV bezogen wird. Stattdessen wird das Geld wie bei einem Sparbuch weiterhin verzinst und zum Renteneintrittsalter in Form einer monatlichen Rente ausgezahlt.

Versicherungen zur Altersvorsorge, die nicht staatlich gefördert werden, wie die Risikolebensversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung oder die Private Rentenversicherung, lassen dem Versicherten jedoch mehr Entscheidungsfreiraum. Beispielsweise kann hier das Renteneintrittsalter frei festgelegt werden, genauso wie die Dauer der Laufzeit oder die Höhe der Einzahlungen. Außerdem lassen sich diese Verträge kündigen und das Geld auszahlen. Ein Nachteil: Diese Versicherungen sind nicht Hartz IV sicher. Wer also in die Arbeitslosigkeit gerät muss sich vorab einer Prüfung unterziehen, ob er überhaupt anspruchsberechtigt ist. Kommt raus, dass derjenige noch über eine Lebensversicherung in Höhe von 50.000 Euro verfügt, muss diese zunächst gekündigt und das Vermögen aufgebraucht werden, bevor Hartz IV gezahlt wird.

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Die wichtigsten
Fragen

Macht es in jedem Alter Sinn vorzusorgen?

Besonders in jungen Jahren lohnt es schon in zusätzliche Altersvorsorge zu investieren. Denn je länger Beiträge gezahlt werden, desto besser steht der Einzelne im Alter da und kann von höheren Versicherungssummen profitieren.

Manche Versicherungen schließen es ab einem bestimmten sogar aus, Versicherungen für die Altersvorsorge abzuschließen. Für die Riester geförderten Versicherungen muss sogar eine Erwerbstätigkeit bestehen.

Kann das Ersparte verloren gehen, beispielsweise durch Inflation?

Die Beiträge bleiben bei entsprechenden Verträgen bestehen, werden jedoch nicht entsprechend der Inflation korrigiert. Wer bei Abschluss der Verträge eine bestimmte Summe festgelegt hat, bekommt auch genau diese ausgezahlt, egal ob dieser Wert noch realistisch als Altersvorsorge ausreicht.

Wann besteht Anspruch auf die gesetzliche Rente?

Ab dem vollendeten 65. Lebensjahr hat man Anspruch auf die gesetzliche Altersrente und wenn man mindestens fünf Jahre lang gesetzlich versichert war. Ab dem Geburtsjahrgang 1947 wurde die Altersgrenze jedoch in Ein-Monats-Schritten und ab dem Jahrgang 1958 in Zwei-Monats-Schritten. Dementsprechend gilt für alle Jahrgänge ab 1964 ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 67 Jahren.

Ist eine Immobilie eine gute Altersvorsorge?

Für viele ist das Eigenheim ein fester Bestandteil der Altersvorsorge. Jedoch handelt es sich dabei keineswegs um eine zu 100 Prozent sichere Anlageform. Aktuell spielt die Angst vor steigenden Inflationsraten Kreditinstituten, Bausparkassen, Bauträgern und Maklern in die Hände und kurbelt das Immobiliengeschäft an. Viele hoffen, bei der steigenden Nachfrage nach Immobilien ein sicheres Plusgeschäft machen zu können. Es kann jedoch passieren, dass sich bei stark steigender Inflationsrate auch das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert. Ist beispielsweise der Arbeitsplatz in Gefahr, ist damit auch das Einkommen nicht mehr gesichert. Können fällige Kreditraten eventuell nicht mehr gezahlt werden, droht der Zwangsverkauf. Ein solcher Notverkauf senkt in der Regel den erzielbaren Preis und im schlimmsten Fall steht der Anleger dann vor einem riesigen Schuldenberg. Besser sieht es aus, wenn die Immobilie ausschließlich mit Eigenmitteln finanziert wurde.

Tipps vom Experten

Zunächst einmal ist es hilfreich, sich über die Größe seiner persönlichen Versorgungslücke zu informieren. Anhand seines Bedarfs und des angestrebten Lebensstandards lässt sich mittels einer Beratung das richtige Versicherungsprodukt finden, das genau zu den persönlichen Bedürfnissen passt.

Das Risiko

Die Versorgungslücke im Alter wird immer größer – Sie bezeichnet die finanzielle Lücke, die mit dem Eintritt in den Ruhestand entsteht oder auch durch eine Erwerbsunfähigkeit. Diese ergibt sich zwangsläufig, wenn das normale Gehalt wegfällt und durch die Bezüge der gesetzlichen Rentenversicherung ersetzt wird.

Dein Vorteil

Es gibt verschiedene Formen der privaten Altersvorsorge, sie alle funktionieren jedoch über regelmäßig eingezahlte Beiträge, die dann ab einem vereinbarten Zeitraum als monatliche Rente ausgezahlt werden und so die Versorgungslücke schließen.

Unser Tipp

Wer sich für eine zusätzliche private Altersvorsorge entscheidet, sollte sich genau beraten lassen, denn alle angebotenen Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile.