Wer eigenständig durchstarten will, egal ob selbstständig oder mit einem Kleinunternehmen, sollte frühzeitig an die richtigen Versicherungen denken. Die Versicherungsexperten von Knip erklären, worauf man als Unternehmen achten sollte.

Und: Welche Versicherungen helfen in Sachen Mitarbeitern, wenn es mal nicht so rund läuft? Schließlich ändert sich so einiges, wenn die ersten eigenen Angestellten ins Spiel kommen und auf einmal trägt man die Verantwortung für ein ganzes Team.

Bei verstauchten Händen und beschädigten Computern – Die Betriebshaftpflicht

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Die Betriebshaftpflicht schützt das Vermögen deines Unternehmens – zum Beispiel vor Forderungen, die entstehen können, wenn sich ein Mitarbeiter am Arbeitsplatz verletzt: Einmal in der Büroküche ausgerutscht und schon ist das Handgelenk gebrochen. Aber auch wenn deine Mitarbeiter aus Versehen einen Schaden verursachen greift die Betriebshaftpflicht: Wir kennen doch alle jemanden, der schonmal mit dem Permanentmarker aufs Whiteboard geschrieben hat.

Außerdem schützt die Betriebshaftpflicht vor unrechtmäßigen Forderungserhebungen. Tritt beispielsweise ein Schadensfall ein, der vor Gericht geklärt werden muss, muss das Unternehmen ohne Betriebshaftpflicht alle Verfahrenskosten tragen, bis der Prozess abgeschlossen ist. Marcus Ruske, Versicherungsexperte von Knip, erklärt: „Nicht selten ziehen sich solche Verfahren über Monate und Jahre hinweg. Selbst wer der Überzeugung ist, die Verfahrenskosten am Ende nicht tragen zu müssen, kann eine böse Überraschung erleben. Denn sind die Rücklagen nach jahrelangem Prozess erst aufgebraucht und ist das Unternehmen im schlimmsten Fall zahlungsunfähig, tröstet es im Nachhinein auch nicht, im Recht gewesen zu sein.“

Kranker Mitarbeiter und schwangere Kollegin? Keine Panik, hier hilft die Lohnfortzahlungsversicherung

Der Mitarbeiter ist nicht am Platz und kann seine Arbeit wegen Krankheit nicht leisten – das ist für jeden Arbeitgeber bitter, trifft Kleinunternehmen aber besonders hart. Vor allem, da der Angestellte bis zu sechs Wochen lang Anspruch auf sein volles Gehalt hat. Mit der Lohnfortzahlungsversicherung muss dieses Szenario allerdings keinem Unternehmen das Genick brechen. Dafür wurde im Jahr 2006 das Aufwendungsausgleichsgesetzt (AAG) geschaffen, das für Kleinunternehmen mit bis zu 30 Mitarbeitern gilt.

Dabei kann der Unternehmer entscheiden, in welcher Höhe er eine Lohnfortzahlungsversicherung abschließen möchte. Diese erstattet dann bis zu 80 Prozent des gezahlten Gehalts zurück sowie die Abgaben zur Sozialversicherung. Die Beiträge werden an die jeweiligen Krankenkassen der Mitarbeiter gezahlt.

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Auch wenn eine Kollegin in den Mutterschutz geht, greift die Lohnfortzahlungsversicherung und übernimmt die gezahlten Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld vollständig, sowie die Beiträge zur Sozialversicherung. Muss eine schwangere Kollegin wegen gesundheitlichen Risiken bereits frühzeitig aus dem Arbeitsalltag ausscheiden, übernimmt die Versicherung auch hier den Lohn.

Nach der Schwangerschaft können Mütter und Väter bis zu drei Jahre in Elternzeit gehen. Dein Unternehmen ist zwar verpflichtet, den Arbeitsplatz der Kollegen zu erhalten, damit sie nach der Elternzeit in ihre alte Position (oder eine ähnliche) zurückkehren können, jedoch musst du das Gehalt während dieser Zeit nicht zahlen. Während der Elternzeit wird das Gehalt durch Elterngeld ersetzt, das vom Staat gezahlt wird.

Mitarbeiter richtig anmelden – Sozialversicherung, Finanzamt & Co.

Ob man freie Mitarbeiter beschäftigt oder Festangestellte macht ebenfalls einen erheblichen Unterschied: Freie Mitarbeiter sind Selbstständige und damit für das Abführen ihrer Steuern und ihre Absicherung selbst verantwortlich. Stellt man im eigenen Betrieb zum ersten Mal einen Mitarbeiter ein, muss zunächst eine sogenannte Betriebsnummer beantragt werden. Die erhält man beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) und kann mittlerweile sogar ganz bequem online geordert werden. Jeder Festangestellte muss nun ordentlich angemeldet werden: Unabhängig von seinem Gehalt besteht eine Meldepflicht! Folgende Institutionen wollen unbedingt vom neuen Mitarbeiter erfahren:

  • Anmeldung bei der Sozialversicherung

Für die Anmeldung wird die Sozialversicherungsnummer benötigt, mit der dein Angestellter bei der Krankenkasse gemeldet wird. Diese ist für den Einzug der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge zuständig.

  •  Meldung beim Finanzamt

Für die Meldung beim Finanzamt benötigst du die Steuer-ID deines Mitarbeiters. Mit ihrer Hilfe wird die Lohnsteuer korrekt berechnet und sichergestellt, dass sie vom Lohn einbehalten wird.

  • Meldung des Mitarbeiters bei der zuständigen Berufsgenossenschaft für die Unfallversicherung

Um eine Mitgliedschaft für eine gesetzliche Unfallversicherung zu erlangen, muss der neue Mitarbeiter auch bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Sie ist Teil der Sozialversicherung und versichert Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsverfahren.

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb die Berufsgenossenschaft Betriebe prüft. Dabei untersucht sie unter anderem, ob die richtige Arbeitskleidung zur Verfügung gestellt wird, im Notfall alles für die Erstversorgung vorhanden ist oder ob alle Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen eingehalten werden.

Die Mitarbeiterfalle – Warum man bei Freien nicht grundsätzlich Kosten spart

Wer überlegt, lieber einen freien Mitarbeiter zu beschäftigen, um Kosten zu sparen, sollte das Ganze genau bedenken. Denn laut Versicherungsexperte Marcus Ruske reicht es manchmal schon, regelmäßige feste Arbeitszeiten und einen Arbeitsort zu definieren, damit ein freier Mitarbeiter als Festangestellter gewertet werden kann. „Tritt dieser Fall ein, muss man nicht nur nachträglich die Lohnsteuer und Sozialversicherung zahlen, es kann auch eine Strafzahlung fällig werden. Außerdem kann der freie Mitarbeiter, man nennt ihn dann auch Scheinselbstständiger, einen Arbeitnehmerstatus einklagen“, erklärt Ruske.

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Versicherungen, die es für einen vollständigen Schutz abzuschließen gilt und die sich je nach Betrieb und Anspruch unterscheiden. Wer dazu Fragen hat, kann sich gerne für eine unabhängige Beratung an die Versicherungsexperten von Knip wenden.