Von strahlendem Sonnenschein bis Sturm, Überschwemmung und Gewitter ist momentan jedes Wetter möglich. Gut, wenn man die richtigen Unwetterversicherungen abgeschlossen hat! Die Versicherungsexperten von Knip.de haben die wichtigsten Infos für Eigenheimbesitzer, Autofahrer und Co. Außerdem: Wie sorge ich vor? 4 Tipps für ein wind- und wetterfestes Zuhause.

Kfz-Versicherung: Besser schlecht gefahren als gut gelaufen?

Autofahrer sind durch die Teil- und Vollkaskoversicherungen geschützt. Das gilt aber nur, wenn man von einem Sturm überrascht wurde. Wurde der Autofahrer rechtzeitig gewarnt und parkt beispielsweise trotzdem in einem hochwassergefährdeten Gebiet, zahlt die Versicherung nicht.

Die Teilkaskoversicherung schützt vor allen Schäden, die von außen verursacht werden. Beim Beispiel Sturmschäden wäre das beispielsweise, wenn das Auto von einer Böe erwischt wird und umkippt. Außerdem sind einige Sturmfolgen versichert. Ein Unfall durch herunterfallende Äste oder Dachziegel wird von der Kfz-Versicherung übernommen.

Die Vollkaskoversicherung greift darüber hinaus auch bei Schäden, die man selbst verursacht. Wenn man beispielsweise über einen auf der Straße liegenden Ast fährt und dabei sein Auto beschädigt, kommt die Vollkaskoversicherung dafür auf. Der Schadenfreiheitsrabatt bleibt nach einem Sturmschaden erhalten.

Marcus Ruske, Versicherungsexperte bei Knip.de erklärt: “Sowohl die Teilkasko- als auch die Vollkaskoversicherungen übernehmen den Zeitwert eines Kraftfahrzeugs, nicht den Wiederbeschaffungswert. Man erhält von der Versicherung also nur den Wert des Fahrzeugs vor dem Unfall. Je nachdem wie alt das Auto ist, ist das natürlich nicht viel Geld. Ob sich eine Vollkaskoversicherung auch für ein älteres Fahrzeug lohnt, sollte man also am besten mit seinem Berater klären.”

Wohngebäudeversicherung: Nicht an Leistung sparen!

Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden am Haus und ist für alle Hausbesitzer Pflicht. Die meisten übernehmen Schäden durch Feuer und Vandalismus. Allerdings sind nicht in jeder Wohngebäudeversicherung auch alle Schadensursachen abgedeckt. Man sollte sich also beraten lassen und eine Versicherung suchen, die den eigenen Bedarf deckt. Versicherungsexperte Marcus Ruske gibt eine Übersicht über Schadenursachen, die nicht zwangsläufig Teil der Wohngebäudeversicherung sind, aber integriert werden sollten:

Sturm

Die Wohngebäudeversicherung enthält eine Sturmversicherung und die ist wirklich wichtig: Den Großteil des Schadens richten Stürme an Gebäuden an. Die Versicherung kommt für kaputte Dächer und ramponierte Fassaden durch abgebrochene Bäume, Schornsteine und Masten auf. Muss das Grundstück gesichert oder sogar das Haus abgerissen und neu gebaut werden, kommt die Wohngebäudeversicherung für die Kosten auf. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt den Bau eines gleichartigen Hauses zu heutigen Preisen. Die Sturmversicherung greift außerdem bei Folgeschäden, wenn beispielsweise Regenwasser durch ein abgedecktes Dach eindringt. Sie gilt allerdings erst bei Stürmen ab Windstärke acht. Bei vielen Versicherungen liegt es am Versicherungsnehmer zu beweisen, dass diese Windstärke erreicht wurde. Man kann dafür bei Wetterstationen nachfragen, die Auskunft geben können.

Die Sturmversicherung gilt übrigens nicht für Gebäude, die sich noch im Bau befinden. Hier gibt es nur Schadenersatz, wenn eine Bauleistungsversicherung abgeschlossen wurde. Sie zahlt die Kosten für die Wiederherstellung des Bauprojektes nach einem Sturm, Hochwasser oder Vandalismus. Auch andere Ursachen wie Feuer können mit eingeschlossen werden.

Besitzt man eine Garage oder ein Gartenhaus, sollte man das bei Abschluss der Versicherung angeben. Die Beiträge sind dann zwar etwas höher. Im Schadenfall reicht die errechnete Versicherungssumme dann aber auch wirklich aus, um alles wieder herzustellen.

Blitz

In den meisten Wohngebäude- und Hausratversicherungen sind Überspannungsschäden durch einen Blitzeinschlag nicht versichert. Gehen Elektrogeräte durch einen Blitzeinschlag kaputt, werden diese also nicht übernommen. Man sollte diesen Zusatz aber unbedingt aufnehmen und sicherstellen, dass die Versicherung auch dann zahlt, wenn der Blitz nicht direkt in das Gebäude, sondern nur in der Nähe des Hauses einschlägt. Auch das kann natürlich zu Schäden an der Elektronik führen.

Überschwemmung

Schäden durch Hochwasser und Überschwemmung werden von der Elementarschadenversicherung gedeckt, die als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung erhältlich ist. Je nach Wohngebiet variieren die Versicherungsbeiträge: In Gegenden, in denen das Risiko einer Überschwemmung höher ist, sind auch die Beiträge höher. In besonders gefährdeten Gegenden kann es sein, dass man sich überhaupt nicht gegen Überschwemmung versichern kann. Dann ist es umso wichtiger, Haus und Hof wetterfest zu machen.

Elementarschadenversicherung

Wer sich gegen sämtliche Schäden durch “höhere Gewalt” versichern will, braucht eine Elementarschadenversicherung. Sie kann als Zusatz zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen werden und ist in den meisten neueren Verträgen bereits integriert. Vor allem ältere Verträge sollte man aber prüfen und den Schutz gegebenenfalls in die Versicherung aufnehmen. Die Elementarschadenversicherung zahlt bei Schäden durch Überschwemmung und Hochwasser, aber auch bei Erdrutsch, Erdbeben und Lawinen. Eine gewöhnliche Wohngebäude- oder Hausratversicherung kommt für diese Schäden nicht auf.

Die Elementarschadenversicherung greift nicht, wenn ein leichter Wind schon die Ziegel vom Dach wert; erst bei Windstärke acht werden Schäden von der Versicherung übernommen. Schäden durch einen einschlagenden Blitz sind auch in der Elementarschadenversicherung nicht immer integriert.

Wie die Jahrhundertüberschwemmung 2013 gezeigt hat, lohnt sich die Investition in die Elementarschadenversicherung jedoch. Sie kommt für die nötigen Reparaturen und die Trockenlegung des Hauses auf.

Je nach Wert des Gebäude und Wohnort variieren die Versicherungsbeiträge. In Gebieten, in denen das Risiko einer Überschwemmung höher ist, sind es auch die Gebühren. In besonders gefährdeten Regionen kann es sein, dass die Versicherer gar keinen Elementarschutz anbieten oder beispielsweise Überschwemmung explizit ausschließen. Die Beiträge lassen sich senken, indem man einen Selbstbehalt einschließt. Im Schadenfall zahlt man dann einen festgelegten Betrag selbst; der Rest wird von der Versicherung übernommen. Man sollte mit seinem Berater sprechen, inwiefern ein Selbstbehalt für die eigenen Bedürfnisse sinnvoll ist.

Hausratversicherung – Auch drinnen alles gut

Für Schäden innerhalb des Hauses kommt die Hausratversicherung auf. Sie übernimmt Schäden durch Leitungswasser, Brand oder Einbruch. Aber auch Unwetterschäden sind eingeschlossen. Wenn beispielsweise ein Fenster durch das Unwetter bricht und dadurch Möbel kaputt gehen, zahlt die Hausratversicherung den Schaden. Dies gilt natürlich nur, wenn Fenster und Türen verschlossen waren. Auch eine Glasversicherung ist meist inbegriffen. Diese gilt allerdings nicht für Bunt- und Mosaikglas.

Im Schadenfall muss man beweisen können, dass man sich um die Instandhaltung des Gebäudes gekümmert hat und trotzdem Schäden entstanden sind. Rechnungen für Handwerker etc. also unbedingt aufbewahren.

Beschädigt der Sturm Gartenmöbel, übernimmt die Hausratversicherung die Kosten nur dann, wenn die Möbel zum Zeitpunkt des Sturms sicher in einem Gebäude untergebracht waren und dieses Gebäude durch den Sturm beschädigt wurde.

Was muss ich bei einem Schaden beachten?  

Im Schadenfall hat man eine Schadenminderungspflicht. Man muss dafür sorgen, den entstandenen Unwetterschaden so gering wie möglich zu halten. Wurde beispielsweise das Dach durch einen Blitz beschädigt, muss man es abdichten lassen, damit zum beschädigten Dach nicht noch Wasserschäden hinzukommen. Darüber hinaus muss man den Schaden so schnell wie möglich dem Versicherer melden. Am besten, man macht Fotos oder ein Video von dem Schaden oder bittet Nachbarn, den Schaden als Zeugen zu protokollieren.

Gut zu wissen: Die meisten Versicherer zahlen nur die Kosten für einen von ihnen bestellten Gutachter. Man sollte also nicht sofort einen eigenen Gutachter beauftragen, sondern dies mit der Versicherungsgesellschaft besprechen.

1. So wird das Haus unwetterfest

Sind Dachziegel lose oder gibt es verstopfte Abflüsse am Kellereingang? Sind Fenster und Türen auch dicht? Nur wer beweisen kann, dass er sich um die Instandhaltung seines Hauses kümmert, erhält im Schadensfall auch Geld von der Versicherung.

2. Die Frage aller Fragen: War der Baum morsch oder gesund?

Hausbesitzer müssen dafür sorgen, dass Haus und Hof sinnvoll abgesichert sind. Die sogenannte Verkehrssicherungspflicht schreibt vor, dass Wohngebäude und Grundstück Stürmen standhalten müssen. Ein morscher Baum könnte bei einem Sturm beispielsweise zur Straßenseite hin umknicken und für einen Verkehrsunfall sorgen. Ist der Sturm so stark, dass er einen gesunden Baum erfasst und umreißt, zahlt die Versicherung aber den Schaden, da den Grundstücksbesitzer natürlich keine Schuld trifft. Ob ein umgefallener Baum morsch oder gesund war, macht also einen großen Unterschied.

Übrigens: Zur Verkehrssicherungspflicht zählt auch, dass bewegliche Gegenstände gesichert sind. Bei einem Sturm ist der Balkonbesitzer also beispielsweise dafür verantwortlich, seine Blumenkästen so zu sichern, dass sie dem Sturm standhalten. Auch Zäune oder Gartenlauben müssen stabil und sturmfest sein.

3. Beweise sammeln

Nach einem Sturm sollte man den Schaden genau dokumentieren. Am besten macht man sofort Fotos und bewahrt beschädigte Gegenstände auf, um beweisen zu können, dass sie die Folge eines Sturms sind. Auch Kaufbelege sollten natürlich aufbewahrt und im Schadenfall schnell an den Versicherer weitergeleitet werden.

4. Gib’ Hochwasser keine Chance

Mindestens einmal jährlich sollte man überprüfen, ob das Haus “wasserfest” ist. Dazu gehört die Kontrolle des Daches genauso wie die Dichtung von Kellerfenstern und Lichtschächten. Die Regenrinne sollte ganzjährig regelmäßig gesäubert werden, damit das Wasser abfließen kann.