Keine Angst, der will nur spielen – Aber was passiert eigentlich, wenn der liebe Vierbeiner seine Beißer doch mal im Unterschenkel des Spaziergängers vergräbt? In solchen Fällen droht dem Halter ganz schön Ärger, aber wenigstens ist er ja versichert! Denn die Tierhalterhaftpflicht, die in Deutschland und vielen anderen Ländern Pflicht ist, kümmert sich um die Schäden und Schadensersatzansprüche, die durch die geliebten Vierbeiner an Dritten entstehen. Kleinere Tiere, wie zum Beispiel Katzen, Hamster, Wellensittiche, Hasen oder auch zahme Haustiere wie Schafe oder Ziegen sind über die Private Haftpflichtversicherung mit abgedeckt. Auch wer das Wochenende über den Hund der Nachbarn hütet, muss keine zusätzliche Versicherung abschließen.

Ob Ausreißer oder Giftzwerg: Die Hundehaftpflicht schützt den Halter

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Die Hundehaftpflichtversicherung ist in einigen Bundesländern Pflicht. In Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen muss ein Hund etwa ab einem Alter von drei Monaten eine Hundehalterhaftpflicht vorweisen.

Auch Besitzer von sogenannten Listenhunden sind dazu verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen. Diese Hunde, deren Rassen als gefährlich gelistet sind, müssen sogar in jedem Bundesland eine Hundehalterhaftpflicht nachweisen können. Für diese Hunde sind die Versicherungsbeiträge auch meist sehr viel höher. Immerhin: Die Hundehaftpflicht kommt sowohl für Personen-, als auch Sachschäden auf und übernimmt meist auch Folgekosten für langwierige Behandlungen.

Wenn Bello beispielsweise plötzlich seinen Jagdtrieb entdeckt, einen Hasen über die Straße jagt und dabei einen Unfall mit mehreren Autos verursacht, haftet die Hundehaftpflicht für den aufkommenden Schaden. Allerdings gibt es Fälle, bei denen die Versicherer nicht zahlen: Ausgeschlossen sind zum Beispiel Schäden, die aufgrund von grober Fahrlässigkeit entstehen. Grob fahrlässig ist beispielsweise, den bissigen Hund, der bereits mehrfach auffällig geworden ist, ohne Leine auszuführen. Würde der Hund in so einem Fall jemandem einen Schaden zufügen, kann sich die Versicherung weigern zu zahlen.

Auch wenn man sich zu viel Zeit lässt, um den Schaden zu melden, kann man schnell Ärger mit der Versicherung bekommen. Die Fristen, bis wann die Versicherung über den Schaden unterrichtet werden muss, stehen in den Policen. Tritt ein Schaden auf, ist man als Hundehalter immer auf der sicheren Seite, wenn man ihn einfach sofort meldet. Auch Schäden an gemieteten, gepachteten oder geliehenen Sachen werden nicht übernommen, genauso wie Bußgelder. Beispiel: Zernagt der Hund die Autositze des Mietwagens, so ist dieser Fall nicht versichert.

Pferdehaftpflicht schützt die Besitzer und den Besitz Dritter

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung gibt es auch für Pferdehalter. Ähnlich wie eine Private Haftpflichtversicherung deckt die Pferdehaftpflicht Schäden ab, die an Personen oder Sachgegenständen durch das Tier entstehen. Aber: Wenn streitende Pferde sich auf der Weide gegenseitig verletzten, zahlt die Versicherung nicht. Denn ein solches Risiko ist bekanntermaßen gegeben und wurde quasi fahrlässig eingegangen. Anders liegt die Sache, wenn beispielsweise ein Pferd unter dem Sattel auf dem Reitplatz nach einem anderen Reitpferd tritt und es dadurch verletzt. Hier greift dann die Pferdehalterhaftpflichtversicherung wieder.

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Niemand der ein Pferd besitzt, sollte sich darauf verlassen, dass das brave Tier schon keinen Schaden anrichten wird. Denn der Pferdebesitzer muss ohne Versicherung mit seinem Privatvermögen für die Schäden haften, die sein Tier verursacht – und sei es noch so unwahrscheinlich, dass etwas passiert.

Wirft das Pferd seinen Reiter beispielsweise im Gelände ab und geht auf Erkundungstour, kann schnell ein hoher Schaden entstehen, etwa, wenn Autos beschädigt werden. Auch beim Transport eines neuen Pferdes kann einiges schiefgehen, wenn es erschrickt und den Hänger beschädigt. Hat man jedoch schon vor dem Transport eine Pferdehaftpflichtversicherung abgeschlossen, muss man sich über die Reparaturkosten keine Gedanken machen.

Die Deckungssummen der Versicherungen können meistens individuell vereinbart werden, sollten aber mindestens 5 Millionen Euro für Personenschäden beinhalten.

Das liebe Haustier ist krank! Und was nun?

Bello ist quirlig und sehr verfressen. Beim letzten Spaziergang hat das liebe Tier einen Tierköder gefunden und gefressen. Glücklich kann sich schätzen, wer das überhaupt mitbekommen hat, denn jetzt zählt jede Sekunde. Der Tierarztbesuch soll Bello das Leben retten, der Magen muss ausgepumpt und der Vierbeiner mit Medikamenten behandelt werden. Gott sei Dank kann Bellos Herrchen seinen geliebten Hund lebend mit nach Hause nehmen. Aber einige Wochen später liegt die teure Quittung vom Tierarzt im Briefkasten. Im Schnitt kostet eine solche Behandlung nämlich mindestens 1.500 Euro.

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Unser Beispiel zeigt: Wenn das Haustier krank wird, können Behandlungskosten schnell in die Höhe schießen! Nicht selten wissen die Besitzer nicht, wie sie all die eintrudelnden Rechnungen bezahlen sollen. Damit dieses Szenario nicht zur Realität wird, gibt es Versicherungen für den Krankheitsfall, die Tierarzt- und Medikamentenkosten übernehmen. Auch eine Operations-Versicherung gibt es. Doch auch eine Tierkrankenversicherung übernimmt nicht alle Kosten. Tierärzte sind sich aber einig, dass sie sich dennoch lohnen.

Hat Bello den Tierköder gefressen und muss nun in der Tierklinik den Magen ausgepumpt bekommen, ist es im besten Fall damit getan. Im schlimmsten Fall sind auch Tropf und Blutkonserven notwendig. Geht es ihm besser, muss er danach regelmäßig zur Kontrolle kommen. Die meisten Versicherer übernehmen von den Behandlungskosten lediglich 80 Prozent, auch Medikamente müssen Besitzer oft selbst zahlen. Nachuntersuchungen zahlt der Versicherer nur, wenn sie bis 15 Tage nach der Behandlung erfolgen.

Welche Kosten in welchem Umfang übernommen werden, variiert je nach Police und Versicherer und sollte deshalb vor Abschluss genauestens geprüft werden. Es gibt Krankenvollversicherungen, Krankenbasisversicherungen oder OP-Versicherungen. Unternehmen bieten diese Verträge aber nur für gesunde Hunde an und nehmen oftmals auch keine Tiere mehr, die älter als 7 Jahre sind. Deshalb sollte eine Police möglichst früh abgeschlossen werden, auch weil sich die Beiträge bei einigen Versicherern ab dem Überschreiten eines bestimmten Alters erhöhen.

Auch kann es passieren, dass die Versicherung die Police nach einem Krankheitsfall kündigt.

Bei Pferden sieht das ganze ähnlich aus. Auch für diese Tiere lassen sich Zusatzversicherungen für den Krankheitsfall abschließen. Die Pferde Krankenvollversicherung beispielsweise übernimmt die Kosten für ambulante und stationäre Tierarztkosten zu bis zu 60% und versichert die Pferde auch für den Transport oder vor Diebstahl.

Auch hier lohnt sich der Abschluss einer Versicherung für jeden, der nicht mal eben 3.000 Euro für eine Behandlung zur Verfügung hat.

Auch eine OP-Versicherung fürs Pferd kann sich lohnen. Sie ist die einzige Versicherung, die keine Schadenshöchstgrenze kennt. Die Pferde-OP-Versicherung erstattet die Operationskosten, die infolge von Unfall oder Krankheit entstanden sind nach dem 2-fachen Satz. Einschließlich der Kosten für den letzten Untersuchungstag vor der Operation, die Kosten für Medikamente und Verbandsmaterial, Nachbehandlungen und verordnete Arzneimittel bis maximal zehn Tage nach dem Eingriff für den eine Stand- oder Vollnarkose notwendig war.

Als Tierhalter muss man sich also genau überlegen, ob man im Zweifel lieber die hohen Tierarztkosten trägt, oder monatlich in eine zusätzliche Versicherung investiert. Welche Investition sich am Ende lohnt, hängt auch viel von den abgedeckten Risiken der Police ab.