Sobald der Frühling sich mit den ersten Sonnenstrahlen ankündigt, wissen die Menschen hierzulande, was zu tun ist: Es wird gegrillt. Gut, dass einige wichtige Versicherungen auch aktive Grillfans und ihre Gäste schützen! Die Versicherungsexperten von Knip.de erklären, welche Grillversicherungen dafür sorgen, dass man auch mit wenig Grillerfahrung entspannt den Abend genießen kann. Außerdem: Worauf muss ich beim Grillen achten? Die besten Tipps für ein gelungenes BBQ.

Grillversicherungen können einen Brand nicht verhindern. Sie können aber für die Kosten aufkommen, die durch Unvorsichtigkeiten entstehen. Etwa wenn man das Fleisch genüsslich mit Bier übergießt und die Stichflamme lodert! Welche Versicherung hilft wann?

Haftpflichtversicherung – Die Wichtigste aller Grillversicherungen

Ist man für einen Schaden an einem Dritten verantwortlich, haftet man dafür mit seinem Vermögen. Kommt bei einem Grillabend also ein Gast zu Schaden, weil man mit Brennspiritus experimentiert oder der Zwei-Euro-Grill doch nicht so stabil ist, dann muss man für eventuelle Behandlungs- und Folgekosten aufkommen falls sich jemand verletzt.

Die Haftpflichtversicherung übernimmt diese Kosten und kann den Versicherten im schlimmsten Fall vor dem finanziellen Ruin bewahren! Man sollte aber darauf achten, dass die Versicherung auch Schäden übernimmt, die durch grobe Fahrlässigkeit entstehen. Ohne diesen Zusatz würde die Versicherung beispielsweise nicht für einen Schaden haften, wenn dieser unter Alkoholeinfluss entsteht.

Unfallversicherung – Wichtiger, als man denkt

Knip-Infografik: So funktioniert die Gliedertaxe

Knip-Infografik: So funktioniert die Gliedertaxe

Wurde man selbst verletzt und ist niemand dafür verantwortlich, so ist es gut, wenn man eine Unfallversicherung abgeschlossen hat. Da sie weltweit gültig ist, ist man auch beim Barbecue im Urlaub gut geschützt. Bei einem Unfall mit langfristigen Folgen erhält man eine einmalige Zahlung aus der privaten Unfallversicherung. Damit kann man im Ernstfall Rehabilitationsmaßnahmen, einen Rollstuhl oder sogar den behindertengerechten Umbau der Wohnung finanziell stemmen.

Je nachdem wie schwer die zugezogene Verletzung ist erhält man einen Anteil der Versicherungssumme, die im Versicherungsvertrag festgelegt wurde. Dieser Anteil wird durch die sogenannte Gliedertaxe bestimmt.

Körperteile und Sinnesorgane werden in der Gliedertaxe mit einem bestimmten Prozentsatz angegeben. Jeder Versicherer legt selbst fest, wie viel Prozent einem Körperteil zugewiesen werden. Die Knip-Versicherungsexperten haben die durchschnittlichen Werte verschiedener Versicherungsgesellschaften in einer Infografik zusammengefasst. Verletzt man sich ein Körperteil, wird der zugeordnete Prozentsatz der Versicherungssumme ausgezahlt – natürlich nur, wenn man auch eine Unfallversicherung abgeschlossen hat.

Beispiel: Dummerweise hat man beim Griff nach den Bratwürstchen die Hand auf den Grillrost gelegt und sich so schwer verletzt, dass die Hand voll funktionsunfähig ist. Der Versicherer, bei dem man versichert ist, bewertet die Hand in der Gliedertaxe mit 70 Prozent. Man erhält also 70 Prozent der Versicherungssumme, die man im Vertrag vereinbart hat. Wenn jedoch beim Versuch, mit Spiritus die Glut anzufeuern eine Stichflamme buchstäblich ins Auge geht und man auf einem Auge erblindet, dann wird dies mit rund 60 Prozent der Versicherungssumme taxiert. Wer komplett erblindet bekommt 100 Prozent der Summe.

Es empfiehlt sich, zusätzlich dazu eine Progression zu vereinbaren. Die Versicherungssumme wird dann ab einem bestimmten Invaliditätsgrad (meist etwa 25 Prozent) mit einem festgelegten Progressionsfaktor multipliziert.

Die Unfallversicherung zahlt übrigens unabhängig davon, ob man auch aus anderen Versicherungen Zahlungen erhält. Ist man beispielsweise zu Gast auf einer Grillfeier, bei der man sich verletzt, weil der Grillmeister eine Stichflamme provoziert hat, so muss dieser, beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung, für die daraus entstehenden Kosten aufkommen. Ungeachtet dessen erhält man die festgelegte einmalige Zahlung aus der Unfallversicherung zusätzlich.

Hausratversicherung – Der richtige Schutz für die sieben Sachen

Sollte es durch einen umgekippten Grill zu Schäden an den Gartenmöbeln kommen oder ein Brand sich auf die gesamte Wohnung ausbreiten, kommt die Hausratversicherung für den Schaden auf. Diese greift auch, wenn sich der Hausrat außerhalb der Wohnung befindet. Das heißt, Picknickdecke und Geschirr sind geschützt, wenn beim Grillen am See ein Feuer entsteht.

Die meisten Hausratversicherungen kommen auch für Sengschäden auf, beispielsweise, wenn eine Zigarette auf die Picknickdecke fällt. Mit der Entschädigungssumme aus der Hausratversicherung kann man die beschädigten Gegenstände ersetzen.

Gut lachen: Mit den Grillversicherungen für eine entspannte Party

Gut lachen: Mit den Grillversicherungen für eine entspannte Party

Wie funktioniert das konkret? Die Versicherung zahlt den Wiederbeschaffungswert des Inventars. Sie übernimmt also die Kosten für neue Haushaltsgegenstände der gleichen Art und Güte. So kann man sich wieder einrichten. Beim Ausfüllen des Schadenformulars sollte man so detailliert wie möglich vorgehen. Nach einem Brand sollte man dem Schadenformular beispielsweise Kaufbelege der beschädigten Gegenstände beilegen. Achtung: Hält der Versicherungsnehmer Informationen zurück, die den Brand betreffen, kann der Versicherer Leistungen kürzen oder verweigern!

Bei Abschluss einer Hausratversicherung sollte man den Wert des Hausrats so genau wie möglich angeben. Je höher die versicherte Summe, desto höher sind natürlich die Prämien. Allerdings sollte man hier nicht sparen. Im Schadensfall werden nämlich nur Schäden bis zu dieser Summe übernommen. Ist sie also zu niedrig angesetzt, reicht sie nicht aus, um den Verlust zu ersetzen.

Der Versicherer prüft auch, ob der Grill selbst den Ansprüchen genügt. So kann der Versicherer die Zahlung verweigern, wenn der Grill nicht den Mindestanforderungen genügt. Man sollte also darauf achten, einen Grill zu kaufen, der gängigen DIN-Normen entspricht oder DS-geprüft ist.

Übrigens: Sollte es Produktionsfehler geben, die für den Schaden mitverantwortlich sind, muss auch der Anbieter des Grills für einen Teil des Schadens aufkommen!

Rechtsschutzversicherung – Für alle mit strengen Nachbarn

Sollte man wegen des Grillens im eigenen Garten Ärger mit den Nachbarn bekommen, die sich dadurch gestört fühlen, kann nicht nur die Atmosphäre darunter leiden, sondern auch der Geldbeutel! Eine Rechtsschutzversicherung greift, wenn die Streitigkeiten zu einem Gerichtsverfahren führen. Sie bietet eine vorherige Rechtsberatung an und übernimmt – häufig bei freier Wahl des Anwalts – Anwaltskosten, Prozesskosten sowie die Erstellung von Gutachten durch einen Experten. Damit lässt sich der Rechtsstreit zumindest finanziell stemmen.

Essen ist fertig: Grillversicherungen für ein erfolgreiches BBQ

Essen ist fertig: Die Checkliste für ein erfolgreiches BBQ

Checkliste: So wird das BBQ ein voller Erfolg

Damit man die Grillversicherungen gar nicht erst braucht, haben die Versicherungsexperten von Knip.de eine Checkliste für den perfekten Grillabend zusammengestellt.

Top 10: Mit diesen einfachen Tricks kann man entspannt das leckere Essen genießen!

  1. Brandbeschleuniger sind ein absolutes No-Go! Sie sind die häufigste Ursache für Unfälle rund um das Grillen. Denn: Sie provozieren Stichflammen, die schnell Gäste verletzen oder auf umliegende Gegenstände wie Gartenmöbel oder Sonnenschirm überspringen können. Am besten lässt man sich Zeit mit dem Barbecue und greift nur auf trockene Anzünder wie Grillanzünder zurück statt auf brennbare Flüssigkeiten. Dazu zählt auch Bier, das viele Hobby-Griller gerne auf das Fleisch gießen. Achtung: Die Verpuffung kann Stichflammen und Brandverletzung verursachen!
  2. Der Grill muss sicher stehen. Man sollte den Grill vorschriftsmäßig zusammensetzen und darauf achten, ihn nicht schief zu platzieren, sondern auf einem festen, nicht-brennbaren Untergrund.
  3. Nur im offenen Gelände grillen! Der Grill sollte natürlich nicht unter dem Sonnenschirm oder einer Markise stehen. Auch auf einem trockenen Rasen zu grillen kann sehr gefährlich werden, da Rauchentwicklung und Abwärme unberechenbar sind!
  4. Für Löschmaterial sorgen! Am besten hält man einen Eimer Sand oder bestenfalls einen Feuerlöscher zum Löschen griffbereit, falls es trotz Vorsichtsmaßnahmen zu einem Brand kommt. Wasser eignet sich nicht, da die Gefahr zu groß ist, sich zu verbrühen.
  5. Kinder immer beobachten. Unbedingt darauf achten, dass sich Kinder nicht zu nahe am Grill aufhalten. Eine gute Idee ist, den Grill nicht direkt neben dem Tisch aufzubauen, an dem die Gäste sitzen und essen. Auch Haustiere sollten sich in einigem Abstand zum Grill befinden, damit sie diesen nicht versehentlich umwerfen oder daran hochspringen.
  6. Der Grill sollte nach dem Essen sofort gelöscht werden. Das gilt vor allem, wenn es windig ist. Andernfalls könnten Funken auf brennbare Gegenstände wie Tisch- oder Picknickdecke gelangen und diese entzünden.
  7. Kohle vollkommen auskühlen lassen, bevor man sie entsorgt. Auch hierbei kommt es sonst schnell zu einem Brand. Für Gasgrills gilt: Vor der Benutzung unbedingt prüfen, ob Gas austritt!
  8. Keine lockere Kleidung tragen. Alle Freiwilligen, die sich am Grill um Fleisch und Gemüse kümmern, sollten darauf achten, keine weite oder wallende Kleidung zu tragen. Sie kann Feuer fangen, wenn man zu nah an dem Grill steht.
  9. Grill richtig wählen. Nur wenige Grilltypen kann man bedenkenlos auch in der Wohnung verwenden. Die sicherste Wahl ist ein Elektrogrill. Alternativ gibt es mittlerweile rauchfreie Holzofengrills, die auch in geschlossenen Räumen benutzt werden können. Alle anderen Grillsorten gehören nicht in die Wohnung, da die Gefahr eines Brands oder einer Rauchvergiftung zu hoch sind!
  10. Grill immer im Blick haben! Es sollte immer jemand ein Auge auf den Grill werfen können. Lässt man ihn unbeaufsichtigt, kann dadurch ein großer Schaden entstehen, den man mitunter erst zu spät bemerkt.

Beachtet man unsere Top-10-Tipps für das sichere Grillen, dann steht dem perfekten BBQ eigentlich nichts mehr im Wege. Wir wünschen: Viel Spaß!