Ein aktiver Lebensstil wird meist gleichbedeutend mit einem gesunden Körper und ausgeglichenem Geist gesehen: Ob Yoga, Crossfit, Marathonlauf, Fahrradfahren, Reiten oder Fußball! Jedoch sind Unfälle selbst bei gemäßigten Sportarten nicht gerade ungewöhnlich. Rund 1,5 Millionen Sportunfälle ereignen sich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Deutschland jedes Jahr. Wie versichert man sich als Sportler also richtig?

Verunglückt man in seiner Freizeit, stolpert beispielsweise beim Joggen und zieht sich einen Bänderriss zu, zahlen die Krankenkassen zwar die Behandlung, nicht jedoch die Folgekosten. Wer also nach einem Unfall nur noch eingeschränkt belastbar ist und seinem Job nicht mehr nachgehen kann, wird von der Krankenkasse nicht unterstützt.

Und wer anderen eine Verletzung zufügt oder beim Sport Gegenstände beschädigt, für den kann es ebenfalls schnell teuer werden. Gerade wenn andere Personen verletzt werden, können Behandlungskosten und mögliche Schmerzensgeldforderungen schnell Millionenhöhe erreichen.

Deshalb sollten Hobbysportler auf ausreichenden Versicherungsschutz achten. Gerade eine private Haftpflicht ist unverzichtbar. Sie gilt als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt und kostet dabei pro Jahr kaum 100 Euro. Die Haftpflichtversicherung zahlt, wenn mit dem Fahrrad das Auto zerkratzt, oder dem Gegner beim Fußball zu motiviert in die Beine gegrätscht wurde.

Berufsunfähig durch Sport: Was nun?

Zusätzlich kann man überlegen, ob sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) lohnt. Denn auch beim Freizeitsport kann es passieren, dass man aufgrund einer Verletzung seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Ohne privat abgeschlossene Versicherung, zahlt der Arbeitsgeber noch für sechs Wochen das Gehalt, wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, das ist die sogenannte Lohnfortzahlung. Danach gibt es noch für einen bestimmten Zeitraum Krankengeld und eventuell auch Verletztengeld von der Berufsgenossenschaft. Eine angemessene Zahlung um aufkommende Kosten zu decken erhält man jedoch nur, wenn man eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat. Wird der Versicherte dann durch einen Sportunfall im Sinne der Versicherung berufsunfähig, so zahlt die BU eine entsprechende Rente aus. Anders als beispielsweise die gesetzliche Unfallversicherung, zahlt die private Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei Unfällen oder Krankheiten, die unabhängig von der Arbeit auftreten.

Private Unfallversicherung: Wichtig für aktive Sportler

Auch eine private Unfallversicherung kann sich durchaus lohnen. Wer Mitglied in einem Sportverein ist, sollte allerdings zusätzlich prüfen, ob der Verein nicht bereits eine Unfallversicherung für seine Mitglieder abgeschlossen hat. Eine solche Sportversicherung für die Vereinsmitglieder ist meist obligatorisch! Es handelt sich dabei normalerweise um eine sogenannte Gruppenversicherung, die der jeweilige Landessportbund für alle Mitgliedsvereine abgeschlossen hat und die gleich mehrere Versicherungsarten umfasst: Neben einer Unfall- und einer Haftpflichtversicherung gehört meist auch eine Rechtsschutzversicherung zu diesem Paket.

Vorteil der privaten Unfallversicherung: Die Versicherungssumme kann individuell festgelegt werden. Bei einem Unfall zahlt die Versicherung dann eine vereinbarte Rente aus oder einmalig eine vereinbarte Summe. Viele Versicherer haben auch Produkte im Angebot, die speziell auf die Risikosituationen und Bedürfnisse von Hobbysportlern zugeschnitten sind.

Eigenbewegungsschaden

Allerdings muss man vorsichtig sein, denn entgegen dem allgemeinen Verständnis ist ein Unfall unter Versicherern meist folgendermaßen definiert:  Ein Unfall liegt nur dann vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Wer also beim Joggen über seine eigenen Füße stolpert oder umknickt und die Treppe runterfällt, hat einen sogenannten „Eigenbewegungsschaden“ erlitten und keinen Unfall. Wer diese Fälle mit absichern will, muss das zusätzlich bei der Unfallversicherung miteinschließen lassen, wodurch sich meist die Beiträge erhöhen.

Aber wie ist das eigentlich mit Extremsportarten? Auch Tiefseetauchen, Fallschirmspringen FreeClimbing sind körperlich sehr anspruchsvoll, gelten gemeinhin aber als sehr riskant und mit hohem Verletzungspotential verbunden. Stimmt es, dass solche Sportarten deshalb bei vielen Versicherungen ausgeschlossen sind, beziehungsweise zu sehr viel höheren Beiträgen separat mitversichert werden müssen?

Sport ist gleich Sport

Wer eine private Unfallversicherung abschließen möchte und leidenschaftlicher Steilwand-Kletterer ist, muss sich keine Sorgen wegen seines Versicherungsschutzes machen. Entgegen vieler Meinungen unterscheidet die private Unfallversicherung nicht zwischen normalen und Extremsportarten. Deshalb deckt sie auch vermeintlich riskante Aktivitäten ab, egal ob zu Hause oder im Urlaub. Das heißt: Wer sich also beim Paragliding, Tiefseetauchen oder Downhill-Biken verletzt, erhält die vertraglich vereinbarten Leistungen, wie Bergungskosten und Krankenhaustagegeld. Das Bergungskosten übernommen werden, ist besonders wichtig, wenn zum Beispiel jemand mit einem Helikopter aus Berg- oder Seenot befreit werden muss. Solche Aktionen sind nämlich extrem kostspielig.
Auch wenn die Verletzungen besonders schwerwiegend waren und bis zu drei Jahre am Stück nachwirken, können Versicherte mit Invaliditätsleistung lebenslang eine Rente beziehen, zusammen mit einer lebenslangen monatlichen Unfallrente. Die verschiedenen Körperteile sind dabei unterschiedlich bewertet und dienen als Grundlage, um die Höhe der Auszahlungen zu bestimmen. Dies ist in der sogenannten Gliedertaxe geregelt.

Wichtig: Auch wenn Extremsportarten grundsätzlich nicht von den Versicherungen ausgeschlossen werden, sollte man dennoch immer ehrlich angeben, welche Sportarten tatsächlich ausgeübt werden. Denn einzelne Anbieter können durchaus einige Sportarten ausschließen. Wer neu mit einer Risikosportart beginnt, die in der privaten Unfallversicherung noch nicht berücksichtigt wird, sollte dies daher der Versicherung so schnell wie möglich mitteilen. Damit im Fall der Fälle keine Kürzungen vorgenommen oder Leistungen von der Versicherung abgelehnt werden!

Die schwarze Liste der Extremsportarten

Lediglich Motorrennsport und Sportfliegen wird von den meisten Versicherungen ausgeschlossen. Wer diesem Hobby nachgehen möchte, hat aber dennoch die Möglichkeit sich über Zusatzversicherungen abzusichern. Hier sind meistens nur die Beiträge erheblich höher.

Downhill biken