Versicherungen könnten so ein schönes Thema sein. Eine private Haftpflichtversicherung, eine Lebens- und Hausrat-Versicherung sind gute und nützliche Policen. Doch viele Versicherungsgesellschaften machen das Thema kompliziert und haben seitenweise Kleingedrucktes in die Verträge gepackt. Die Versicherungsexperten von Knip klären auf: DIESE Fallstricke solltest du kennen. Unsere Checkliste für’s “Kleingedruckte”.

Ausnahmeregelungen und Verklausulierung – So kompliziert können Versicherungsverträge sein

Jurist_Klauseln_Verträge

Das Problem ist nicht nur bloße Unkenntnis der Verbraucher. Schuld ist auch das Versicherungslatein. Selbst wer gut informiert ist, kann sich mit den kompliziert formulierten Unterlagen schwertun. Und sind wir ehrlich: Nicht jeder Akteur in der Versicherungswirtschaft formuliert so klar und verständlich wie Knip.

Eine weitere Hürde: Die Rahmenbedingungen eines Vertrags sind oft in verschiedenen Regelwerken verstreut! Manche Informationen finden sich in gesetzlichen Grundlagen, andere in den allgemeinen sowie besonderen Bedingungen und mitunter gibt es auch individuelle Vereinbarungen. Es kann also durchaus vorkommen, dass Versicherungsverträge vorne auf der Police eine Leistung versprechen, die hinten in den Bedingungen wieder eingeschränkt oder relativiert wird.

Die Bewusstseinsstörungsklausel: Klassiker im Kleingedruckten

Bei Unfallpolicen beispielsweise, ist den wenigsten Versicherten die sogenannte Bewusstseinsstörungsklausel geläufig. Dank dieser Klausel, muss die Versicherung in vielen Fällen nicht zahlen. Ein typisches Beispiel: Unfälle mit Verletzungen nach Alkoholkonsum. Wenn der Skifahrer im Urlaub nach dem Aprés-Ski noch die Piste nach unten nimmt und sich ein Bein bricht, kann es ihm passieren, dass die Unfallversicherung nicht zahlt. Dann nämlich, wenn er mehr Alkohol im Blut hatte, als den Maximalwert, der in der Police festgehalten ist.

Hausrat ist nicht gleich Hausrat

Bei Haushalts- und Eigenheimversicherungen ist häufig das größte Problem die richtige Einschätzung der Versicherungssumme. Eine realistische Einschätzung fällt vielen Versicherungsnehmern schwer. Außerdem wird oft vergessen, die Versicherungssumme in regelmäßigen Abständen anzupassen, denn meist steigt mit der Zeit der Wert des Mobiliars und Hausrats. Kommt es dann zu einem Schaden, übernimmt die Versicherung oft nur einen Teil der Kosten, mit dem Hinweis, dass die Summe von Anfang an nicht richtig beziffert war. Ein weiterer häufiger Problemfall: Ein Gebäude wurde gegen Sturm versichert und bei einem Unwetter gehen die Fensterfronten zu Bruch. Allerdings übernimmt die Versicherung den Schaden nicht, da Glasbruchschäden in der Sturmsparte ausgeschlossen sind.

Checkliste: Für einen ersten Überblick achte auf diese 5 Punkte:

1. Versteckte Gebühren

Wer online nach einer passenden Police sucht, übersieht häufig einige Kosten. Denn auf vielen Online-Portalen fallen zusätzliche Kostenpunkte oft unter den Tisch und nur das günstigste Angebot wird angezeigt, das oftmals aber gar nicht alle gewünschten Risiken abdeckt! Vorsicht: Viele Portale wollen bloß Versicherungsverträge verkaufen und das endgültige Angebot ist dann häufig mehrere hundert Euro teurer als der ursprünglich angezeigte Preis! Daher sollte jeder Versicherer vor Abschluss ein Produktinformationsblatt bereitstellen, indem alles wichtigen Informationen gesammelt enthalten sind. Übrigens: Wer sich bei Knip beraten lässt profitiert von vollständiger Transparenz. Das Kleingedruckte reduzieren wir auf das wirklich notwendige und deine Versicherunsgexperten beantworten dir alle Fragen zu Versicherung, Kosten und Leistungen.

2. Leistungskürzungen

Vor Abschluss sollten alle Angaben überprüft werden, nach denen der Versicherer fragt. Wer vergisst etwas auszufüllen oder falsche Angaben macht, riskiert im Fall der Fälle seinen Versicherungsschutz. Wenn beispielsweise jemand bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung bestehende Krankheiten verheimlicht, um die Versicherung zu erhalten oder Beiträge zu verringern, der kann seinen Versicherungsschutz verlieren. Dazu muss der Versicherer lediglich nachweisen, dass die Krankheit bereits vor Vertragsabschluss bestand und der Versicherungsnehmer davon wusste.

3. Zu lange Laufzeiten

Versicherungen, die an jahrzehntelange Laufzeiten gebunden sind, sind unflexibel und nutzen vor allem dem Makler, da seine Provision mit steigender Laufzeit steigt. Bei Laufzeiten von über 60 Jahren handelt es sich um eine kaum kalkulierbare Zeitspanne, da sich Lebensumstände verändern können. Im Einzelfall können sie sich sicher lohnen, allgemein gelten Policen mit kürzerer Laufzeit aber als flexibler und somit sicherer.

4. Überversichert

Laut einer Studie des Bundes für Versicherte geben Deutsche jährlich rund 2.000 Euro für unnötige Versicherungen, oder auch doppelte Versicherungen aus und sind teilweise bei einigen existentiellen Risiken dennoch unterversichert. Es lohnt sich daher zu prüfen, welche Versicherungen realistisch benötigt werden, welche Risiken vielleicht doppelt von mehreren Versicherungen abgedeckt werden und wo kein ausreichender Versicherungsschutz besteht. Spar-Tipp: Wer seine Policen mit Knip verwaltet, kann sich zu seinen bestehenden Verträgen beraten lassen. Die Versicherungsexperten können einen Tarifvergleich für dich erstellen und dich zu einem besseren Angebot führen. Mehr Leistung für weniger Geld? Das geht!

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5. Zu niedrige Deckungssumme

Um den Versicherungsbetrag gering zu halten, wird die Deckungssumme der Hausratversicherung oft zu niedrig angesetzt. Um die Versicherungssumme festzulegen, gilt meist die Regel, mindestens 650 Euro pro Quadratmeter zu versichern. Bei einer 55 Quadratmeter großen Wohnung, kommt man also auf eine Mindestversicherungssumme von 35.750 Euro. Wer besonders hochwertiges Mobiliar besitzt und in seiner Wohnung eine teure technische Ausstattung hat, kann dann natürlich auch eine höhere Summe pro Quadratmeter versichern. Dies zu entscheiden und richtig zu bewerten, liegt allerdings in seiner Verantwortung. Wer aber eine geringere Quadratmeteranzahl der Wohnung angibt, um Beiträge zu sparen, ist unterversichert. Kommt es zu einem Versicherungsschaden, prüft die Hausratversicherung den Fall genau. Und dazu gehört auch die Quadratmeterzahl der Wohnung. Ist sie größer als angegeben und die Versicherungssumme dementsprechend zu niedrig taxiert, kann die Versicherung die Zahlung prozentual kürzen, selbst wenn der jeweilige Versicherungsschaden nur einen Bruchteil der Versicherungssumme beträgt.

Ein Beispiel: Ein Versicherungsnehmer besitzt eine 65 Quadratmeter große Wohnung, gibt aber nur 55 Quadratmeter an um Beiträge zu sparen. Er hat nun also eine Deckungssumme von 35.750 Euro, anstatt 42.250 Euro. Das bedeutet, er ist zu 18 Prozent unterversichert. Meldet er nun einen Wasserschaden in der Küche in Höhe von 2.000 Euro und der Versicherer kann nachweisen, dass er von vornherein zu 18 Prozent unterversichert war, dann wird die Versicherung die Übernahme dieses Versicherungsschadens kürzen: Um 18 Prozent. Der Versicherungsnehmer erhält also lediglich 1.640 Euro anstatt 2.000 Euro.

Damit es im Schadensfall kein böses Erwachen gibt, empfiehlt es sich also einen Berater zu kontaktieren, der die Fachbegriffe und die schwerverständlichen juristischen Klauseln mit einem durchgeht. Er kann dann im Detail erklären, welche Risiken genau abgedeckt sind.