Schönstes Motorradwetter, trockene Straßen und schnittige Serpentinen: Deutschland ist ein Motorradfahrer-Paradies! Doch wie versichert man sich richtig um auch bei einem Unfall perfekt geschützt zu sein? Besonders junge Fahrer sind gefährdet. Was sie tun müssen, wissen die Versicherungsexperten von Knip.

Motorrad-Check: Diese Dinge sollte man bereits vor der ersten Fahrt überprüfen

Technik, Versicherungsschutz & Co – vor der ersten Tour gilt es folgende Dinge zu kontrollieren:

  • Kontrolle der Betriebsflüssigkeiten: Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel sollten nicht zu alt sein und ausreichend gefüllt. Wer sein Motorrad einer ordentlichen Reinigung unterzieht, der bemerkt auch, falls irgendwo ein Leck ist, Teile nicht mehr festsitzen oder es anderweitig beschädigt ist. Im Optimalfall wurde das Bike auch im Herbst noch mal vollgetankt – so verhindert man ganz einfach, dass der Tank von Innen rostet.
  • Überprüfen der Batterie: Die Batterie sollte auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden, im Zweifel geladen und wieder korrekt eingebaut werden. Wer ein Vergasermodell hat, sollte nicht als aller erstes den Startknopf betätigen, denn damit der Motor nach längerer Zeit problemlos anspringt, sind folgende Schritte nötig: die Schwimmerkammer des Vergasers muss über die Ablassschraube von alten Sprit-Resten befreit werden. Danach wird der Benzinhahn geöffnet und frischer Kraftstoff eingelassen. Wenn der Motor läuft, sollte die elektrische Anlage geprüft werden.
  • Intakte Signalfunktionen: Scheinwerfer, Rückleuchte, Blinker, Hupe sowie Bremslicht müssen einwandfrei funktionieren.
  • Überprüfen der Sicherheitssysteme: Der Kill-Schalter am Lenker sollte intakt sein, um im Zweifel den Motor sofort abschalten zu können. Die Bowdenzüge des Gasgriffs müssen leichtgängig sein, der Luftfilter sollte bei Bedarf gereinigt werden und die Kette muss eventuell neu gespannt und gefettet werden. Die Räder sollten sich leicht drehen, ohne dabei Schleifgeräusche zu produzieren. Außerdem sollte der Luftdruck sowie das Reifenprofil überprüft werden – am besten weisen die Reifen noch drei Millimeter Tiefe auf, mindestens aber zwei Millimeter. Auch sollte man keine Unregelmäßigkeiten an den Reifen feststellen, zum Beispiel in Form von Dellen.
  • Kontrollieren der Bremsen: Die Bremsbelege müssen überprüft werden sowie Druckpunkt der Bremsen und Wirkung.
  • Schutzausrüstung: Auch die Schutzbekleidung und der Helm sollten gründlich auf ihre Funktionstüchtigkeit untersucht werden. Schließlich ist es diese Ausrüstung, die im Fall eines Unfalls schlimmere Verletzungen verhindern kann.

Motorrad_Werkstatt_Versicherung

Fit und Reaktionsschnell – Fahrsicherheitstraining lohnt sich auch für erfahrene Fahrer

Ein halbes Jahr das Bike in der Garage abgestellt und schon leidet die Routine. Aber auch wer bereits wieder seit Wochen auf zwei Rädern unterwegs ist, kann schwer verunglücken, wenn ihm in brenzligen Situationen Routine und Reaktionsgeschwindigkeit fehlt. Daher empfehlen sich sogenannte Fahrsicherheitstrainings auch für erfahrene Fahrer. Unter professioneller Anleitung werden Übungen durchgeführt, wie Slalom-Fahrten, das Wenden auf engstem Raum, kontrollierte Vollbremsungen, leichtes Bremsen und Fahrten bis zum Stillstand, ohne die Füße vom Raster zu nehmen. Wer nicht gleich einen kostenpflichtigen Kurs buchen möchte, kann diese Übungen auch auf einem leeren Parkplatz durchführen und seine Fähigkeiten selbst prüfen. Schon zwei bis drei kontrollierte Vollbremsungen können beispielsweise schon ein gutes Gefühl für die Bremswirkung vermitteln.

Diese Versicherungen schützen dich und dein Motorrad

Eine Haftpflichtversicherung fürs Motorrad ist Pflicht, ohne sie darf nicht am Straßenverkehr teilgenommen werden. Zusätzliche Versicherungen, wie die Kaskoversicherung, sind nicht verpflichtend, allerdings durchaus sinnvoll.

Für ältere Motorräder mit einem geringen Wert reicht es in der Regel aus, wenn man eine Teilkaskoversicherung abschließt. Über sie wird bereits ein Großteil der möglichen Risiken abgedeckt. Zum Beispiel zahlt die Teilkasko bei Diebstahl, wenn die Elektrik durch Marderbiss beschädigt wurde, es einen Kurzschluss gab oder die Frontscheibe gebrochen ist. Auch Sturmschäden am Motorrad, beispielsweise zerkratzter Lack durch Hagel, sind durch die Teilkasko abgedeckt.

Zusätzlich bieten Versicherer auch eine Vollkaskoversicherung an, die sich allerdings nur in bestimmten Fällen lohnt. Zum Beispiel wenn das Motorrad so wertvoll ist, dass die Reparatur beschädigter Teile deutlich teurer ist als der Selbstbehalt. Außerdem schützt sie den Versicherungsnehmer auch in Fällen von Vandalismus oder Fahrerflucht. Allerdings sollte man beachten, dass in den meisten Fällen nur Motorräder bis zu einem Neuwert von 15.000 Euro versichert werden. Auch wer ein Motorrad eines ganz besonderen Herstellers sein Eigen nennen darf, wird bei der Auswahl eines Versicherers Probleme bekommen, denn dann gibt es auf einmal nur noch wenige Spezialversicherer. Dies trifft zum Beispiel auf Motorräder der Marke Harley Davidson zu.

Motorradversicherung_Reisen

Leichtkraftrad oder doch ein Mofa? So berechnen sich die Beiträge für die Motorradversicherung

Wichtig für die Einstufung des Motorrads durch den Versicherer sind die Leistung der Maschine in Kilowatt, die Regionalklasse, der Landkreis der Versicherungsnehmers sowie die jährliche Fahrleistung.

Maschinen, die maximal 11 Kilowatt Leistung und 125 Kubikzentimeter Hubraum haben, sind meistens teurer, vor allem, wenn sie von Minderjährigen gefahren werden.

Für Mofas und Roller mit einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimetern benötigt man hingegen keine Motorradversicherung. Für sie reichen Versicherungskennzeichen, die von März bis Februar gültig sind und danach automatisch ablaufen.

In der Motorrad-Haftpflichtversicherung wird zudem die individuelle Schadenfreiheitsklasse berücksichtigt. Mit jedem schadenfreien Jahr steigt diese weiter an. Allerdings ist bei den meisten Versicherern nach 15 Jahren das Maximum erreicht, sodass ab dann, trotz Schadenfreiheit, keine weitere Rabattierung gewährt wird.

Günstige Police und guter Versicherungsschutz

Die Unterschiede in den Verträgen, was die gedeckten Risiken angeht, sind bei den Kasko- und Haftpflichtversicherungen nicht besonders groß. Daher kann man sich hier meist mit ruhigem Gewissen auf eine günstigere Police verlassen. Wer sichergehen will, dass er nichts übersehen hat, sollte sich allerdings unabhängig beraten lassen! So geht man sicher, dass die Versicherung nicht nur zum eigenen Sicherheitsbedürfnis passt, sondern auch zum Motorrad, der jährlichen Fahrleistung und der individuellen finanziellen Situation.