Drohnen sind die neuen Modellflugzeuge. Sie sind günstiger denn je und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Klar, verbinden sie doch kindlichen Spieltrieb mit praktischem Nutzen. Ob zur Überprüfung des Hausdachs oder für die Geburtstagsfotos von oben: Gerade in Verbindung mit einer Kamera sind Drohnen echte Helfer im Haushalt. Knip.de erklärt, worauf Drohnenbesitzer in der Freizeit und bei gewerblicher Nutzung achten müssen und erklärt, wie man die beste Drohnenversicherung findet.

Multicopter, Quadrocopter, Hexacopter: Was ist das eigentlich?

Eine Drohne ist ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV vom Englischen „Unmanned Aerial Vehicle“). Sie kann ferngesteuert bedient werden, sodass sich keine Person an Bord befinden muss.

Mithilfe von Propellern, die in einer Ebene angeordnet werden, wird ein Auftrieb erzeugt. Dadurch kann die Drohne, wie Hubschrauber, senkrecht nach oben starten und landen und braucht keinen Anlauf. Je nach Anzahl der Propeller, die sich in einer Ebene befinden, nennt man sie Hexacopter (bei sechs Propellern in einer Ebene), Octocopter (bei acht Propellern in einer Ebene) und so weiter. Ab mindestens zwei Propellern spricht man ganz allgemein von Multicoptern. Am weitesten verbreitet ist übrigens der Quadrocopter mit vier Propellern. Für den Hausgebrauch oder die gewerbliche Nutzung kann man kleine Drohnen bis zu maximal 25 kg erwerben.

UAV, UAS und RPAS

Man unterscheidet bei Drohnen je nachdem ob man sie privat oder gewerblich nutzt zwischen einem unbemannten Luftmodell (UAS vom Englischen „Unmanned Aerial System“) und einem unbemannten Luftfahrtsystem (RPAS vom Englischen „Remotely Piloted Aircraft“).

UAS sind Drohnen, die privat genutzt werden. Sie besitzen keine Kamera und funktionieren mit einem Elektromotor statt einem Verbrennungsmotor. Sofern sie weniger als fünf Kilo schwer sind und keine Kamera mit der Drohne genutzt wird, braucht man keine Aufstiegsgenehmigung für diese Drohne.

RPAS werden zu gewerblichen Zwecken eingesetzt, beispielsweise, um Fotos aus der Luft zu machen, die man später verkaufen kann. Unabhängig vom Gewicht braucht man für diese Drohnenart eine Aufstiegsgenehmigung.

Das Bedienen einer Drohne unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist natürlich verboten und auch im Luftraum gilt „rechts vor links“. Eine Ausbildung oder einen Führerschein brauchen Drohnenbesitzer allerdings nicht. Auch Kinder und Jugendliche dürfen eine Drohne steuern. Man sollte jedoch auf einige Punkte achten.

Gut geschützt in der Luft

Gut geschützt in der Luft

Wie bekomme ich eine Flugerlaubnis?

Vor Nutzung der Drohne muss man in den meisten Fällen eine Aufstiegsgenehmigung einholen. Diese muss bei der Landesluftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslands beantragt werden und kostet zwischen 100 und 600 Euro, je nachdem, um welche Drohne und welchen Zweck es sich dabei handelt. Vor allem, wenn man Bilder aus der Luft machen und diese gewerblich nutzen will, muss man mit hohen Kosten rechnen. Kleinere Modelle mit Elektromotor erhalten unter Umstände eine Erlaubnis, die bis zu zwei Jahre lang gültig ist. In der Regel wird die Genehmigung jedoch nur für einen bestimmten Anlass gewährt.

Bei Antragsstellung muss man neben technischen Angaben zur Drohnenart auch Informationen über den geplanten Zeitraum, die geplante Zahl und Dauer der Drohnenflüge und den befahrenen Flugraum einreichen. Dazu erstellt man am besten einen Lageplan, auf dem Start- und Landepunkt sowie geplante Flugwege eingezeichnet sind. Eine Haftpflichtversicherung für die Drohne, die sogenannte Drohnenversicherung, ist verpflichtend, um eine Flugerlaubnis zu erhalten.

Je nach Bundesland kann die zuständige Behörde auch eine Unbedenklichkeitserklärung verlangen, die bei der Polizei angefordert wird. Jedes Bundesland darf seine eigenen Regeln zum Umgang mit Drohnen festlegen. In Hamburg beispielsweise ist der Einsatz von Drohnen landesweit verboten.

Wer ohne Flugerlaubnis oder Drohnenversicherung fliegt, begeht einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr und muss mit einem hohen Bußgeld oder sogar einer Gefängnisstrafe rechnen.

Was ist erlaubt, was nicht?

Drohnen dürfen generell nur auf dem eigenen Grundstück oder speziell dafür vorgesehenen Modellflugplätzen benutzt werden. Es gibt allerdings einige Ausnahmen. Generell gilt, sich vorher beim Versicherer oder der lokalen Landesluftfahrtbehörde zu informieren und bei Problemen sofort die Polizei zu benachrichtigen.

  • Von Flughäfen muss man einen Sicherheitsabstand von 1,5km halten und die jeweiligen Einflugschneisen beachten
  • Sicherheitsabstand sollte man auch zum Grundstück Dritter, öffentlichen Verkehrsstraßen und Einzelpersonen oder Personengruppen halten
  • Generell dürfen Menschen, Namen, Adressen, Nummernschilder nicht erkennbar sein
  • Menschenansammlungen dürfen nicht fotografiert werden: Die Festivalbühne, das Fußballspiel des Lieblingsvereins oder Demonstrationen dürfen also nicht per Drohne fotografiert werden. Auch Militär- und Industrieanlagen, Unfall- oder Tatorte sowie Wohngebiete sind verboten.
  • Luftaufnahmen vom Eigentum oder dem Grundstück Dritter sind verboten
  • Problematisch: Gebäude von oben zu fotografieren. In einigen Fällen verletzt man damit das Urheberrecht des Architekten – auch wenn Fotos von der Straße aus erlaubt sind!)
  • Drohnen dürfen nicht aus dem eigenen Sichtfeld verschwinden. Man muss sie noch mit bloßem Auge sehen können. Es gilt also, einen Abstand von maximal 300m einzuhalten.
  • Die Drohne darf nicht höher als 100m fliegen
  • Drohnen sind nur im unkontrollierten Luftraum zulässig. Die Karte der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO auf dem Portal der deutschen Flugsicherung zeigt diesen auf.

Drohnenversicherung

Jeder Drohnenbesitzer sollte eine Haftpflichtversicherung für Drohnen, die sogenannte Drohnenversicherung, abschließen. Plant man, die Drohne gewerblich zu nutzen, ist diese Versicherung sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Das ist sinnvoll, da durch die Nutzung großer Schaden entstehen kann. Der Besitzer wird dafür haftbar gemacht, wenn die Drohne beispielsweise abstürzt und dabei Gegenstände wie Autodach oder Stromleitung beschädigt oder sogar Menschen verletzt. Schlimmstenfalls könnte eine abstürzende Drohne in der Nähe von Verkehrsstraßen zu einem Chaos führen oder einen Motorradfahrer zu Fall bringen. Je nach Schwere des Schadens oder Unfalls muss der Verursacher mit sehr hohen Kosten rechnen, durch die er sich unter Umständen drastisch verschulden muss.

Gilt die Drohne als „Spielzeug“, greift unter Umständen die private Haftpflichtversicherung bei derartigen Schäden und kommt für die entstandenen Kosten auf. Allerdings sollte man dann genau prüfen, welche Kriterien laut Versicherer erfüllt sein müssen, damit die Einstufung als „Spielzeug“ zutrifft.

Drohnenversicherung: Spaß am Fliegen

Drohnenversicherung: Spaß am Fliegen

Wie finde ich die richtige Drohnenversicherung?

Meist deckt eine private Haftpflichtversicherung Schäden aber nicht ab, die durch die Nutzung von Drohnen entstanden sind. Einige Versicherer bieten zwar einen Drohnen-Zusatzschutz für die private Haftpflichtversicherung an, allerdings ist dieser sehr teuer. Daher gibt es spezielle Drohnenversicherungen, die Hobbyfliegern und beruflichen Drohnennutzern einen sinnvollen Schutz bieten.

Vor allem bei gewerblicher Nutzung der Drohne sollte die Versicherung eine Mindestdeckung von 1 Million Euro haben. Bei Abschluss der Versicherung kann man meist angeben, für welche Zwecke man die Drohne nutzen will. Je nachdem, ob man sie für Gutachterflüge einsetzen möchte, beispielsweise zur Besichtigung von Photovoltaikanlagen oder Windparks, oder für einen Videodreh, sollte man die Summe höher oder niedriger ansetzen. Am besten bespricht man das mit einem unabhängigen Berater, der den Bedarf bestimmen und ein gutes Angebot finden kann.

Das leistet die Drohnenversicherung

In der Drohnenversicherung kann sowohl die private als auch die gewerbliche Nutzung einer Drohne mitversichert werden, also beispielsweise für die Aufnahme von Fotos oder Videos und die Teilnahme an Wettbewerben. Werden Drohnen nicht nur für private Zwecke genutzt, sondern gelegentlich auch für gewerblich, braucht man immer eine Drohnenversicherung. In der Regel muss man in der Police keine bestimmten Nutzer angeben. Alle Volljährigen dürfen in diesem Fall die Drohne steuern.

Die Drohnenversicherung schützt den Versicherungsnehmer vor den Schadensersatzansprüchen Dritter. Der Versicherer prüft, ob die Ansprüche begründet sind. Sind sie das, übernimmt er die entstandenen Kosten. Sind sie es nicht, wehrt er die Forderungen ab.

Je nach gewähltem Geltungsbereich ist die zu zahlende Prämie unterschiedlich hoch. Möchte man nicht nur den Flug auf einem Modellflugplatz versichern, sondern auch auf freiem Gelände oder Indoor, muss man mit höheren Beiträgen rechnen. In der Regel gilt eine Drohnenversicherung europaweit. Gegen einen Aufpreis kann man die Nutzung der Drohne weltweit versichern. Die USA und Kanada sind jedoch meist ausgeschlossen.

Von der Versicherung sind grundsätzlich Verletzungen von Urheber- und Persönlichkeitsrechten ausgeschlossen – die Versicherung kommt bei diesen Straftaten nicht für entstehende Kosten auf. Auch bei Verstoß gegen die im jeweiligen Bundesland geltenden Regeln greift die Versicherung nicht. Verursacht die Drohne also beispielsweise einen Schaden, wenn sie sich nicht mehr in Sichtweite des Lenkers befindet, übernimmt die Versicherung keine Kosten.

Die Steuerung der Drohne per Smartphone ist übrigens in den meisten Bundesländern verboten und wird nicht von Versicherungen gedeckt.

Drohnen-Kaskoversicherung

Eine Drohnen-Kaskoversicherung kommt für Kosten auf, die entstehen, wenn sie beispielsweise durch Bedienungsfehler und/oder einen Absturz einen Schaden erlitten hat. Sie zahlt auch dann, wenn man die Drohne durch ungeschicktes Verhalten beschädigt.  

Sogar Bergungskosten können teilweise von der Versicherung übernommen werden. Über eine Kaskoversicherung ist sie darüber hinaus vor Diebstahl und Raub gesichert. Auch die dazugehörige Ausrüstung, also Fernbedienung oder Kamera, können mitversichert werden.

Drohnenversicherung: Über den Wolken

Drohnenversicherung: Über den Wolken

Elektronikversicherung

Zusätzlich zur Haftpflichtversicherung kann man eine Elektronikversicherung abschließen, die etwas günstiger als eine Kaskoversicherung ist und Drohnen und andere Geräte im Haushalt bis zu einer bestimmten Summe schützt. Auch die Elektronikversicherung greift, wenn der Nutzer die Drohne selbst beschädigt. Darüber hinaus kommt sie für Kosten durch wetterbedingte Schäden sowie Diebstahl, Vandalismus, Überspannung und Feuchtigkeit auf. Auch Herstellermängel können von der Versicherung übernommen werden. Bis zu zwei Jahre nach Kauf eines Geräts übernimmt die Versicherung sogar den Neuwert, sodass man ein Gerät gleicher Art und Güte kaufen kann.

Checkliste: Was muss ich beachten?

Was sagt der Wetterbericht?

Vor einem Drohnenflug sollte man unbedingt die Wetterverhältnisse prüfen und auf einen Flug verzichten, wenn ein Sturm angekündigt ist. Andernfalls kann der Versicherer eine Zahlung verweigern, sollte es aufgrund des Unwetters zu einem Schaden kommen.

Betriebsanleitung des Herstellers lesen

Drohnen dürfen nur gemäß der Betriebsanleitung des Herstellers verwendet werden, damit die Versicherung im Schadensfall greift.

Grundlagen beherrschen

Bevor man seinen ersten „freien“ Drohnenflug plant, sollte man sich mit der Technik vertraut machen und die grundlegenden Richtlinien erlernen. So gilt beispielsweise auch über den Wolken „rechts vor links“. Außerdem müssen Drohnen immer vor Flugzeugen ausweichen, denn es gilt: Bemannt vor unbemannt.

Drohnen dürfen nicht über das Smartphone gesteuert werden – dies ist immer von der Versicherung ausgeschlossen. Auch der Flug per Videobrille ist meist nicht in der Versicherung integriert.

Unbedingt beachten: Eine Versicherung wird immer für ein bestimmtes Nutzerverhalten abgeschlossen. Ändert sich dieses, beispielsweise, weil man nun auch Indoor-Flüge unternimmt, sollte man das dem Versicherer mitteilen und gegebenenfalls eine neue Versicherung abschließen.