Du planst deinen Urlaub schon seit einem halben Jahr und kannst es kaum erwarten, endlich drei Wochen lang Ruhe und Entspannung oder Spaß und Action zu haben? Die Versicherungsexperten von knip.de erklären dir, mit welchen Reiseversicherungen du rundum gut aufgestellt bist. Außerdem: Deine Urlaubs-Checkliste. Was muss erledigt, was muss eingepackt werden?

Viele der Versicherungen, die man ohnehin abschließen sollte, decken Schäden auch im Ausland ab. Dazu zählen die Krankenversicherung sowie Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Zusätzlich dazu kann man spezielle Reiseversicherungen abschließen, um sich auch gegen darüberhinausgehende Risiken abzusichern.

Das Wichtigste vorab: Reiseversicherungen decken in der Regel keine existenziellen Risiken ab. Muss man eine gebuchte Reise absagen oder mitten im Urlaub abbrechen, verliert man zwar unter Umständen viel Geld. Die dadurch entstehenden Kosten führen jedoch höchstwahrscheinlich nicht zum finanziellen Ruin. Grundsätzlich sind die meisten Reiseversicherung je nach Budget ein schönes Plus und eine sinnvolle Investition für lange im Voraus gebuchte Reisen oder besondere Anlässe wie Hochzeitsreise oder den dreimonatigen Australien-Trip, auf den man schon seit Jahren hinspart. Aber natürlich braucht man nicht immer alle möglichen Reiseversicherungen.

Am einfachsten ist es natürlich, bei der Buchung eines Urlaubs direkt ein Komplettpaket zu integrieren. So muss man sich nicht lange mit diesem Thema beschäftigen. Allerdings hat man dann unter Umständen nicht den passenden Versicherungsschutz. Darüber hinaus sind Rundum-sorglos-Pakete in der Regel sehr teuer. Daher macht es durchaus Sinn, sich bei einem längeren Urlaub um einen individuellen Versicherungsschutz zu kümmern. Wir stellen die wichtigsten Versicherungen für folgende Szenarien vor:

  • Du kannst deine Reise nicht antreten
  • Du musst deine Reise abbrechen
  • Du hast einen Unfall im Urlaubsland
  • Du wirst im Urlaubsland krank
  • Dein Gepäck geht unterwegs verloren

Reiseversicherung schützt vor hohen Stornogebühren

Wenn du deinen Urlaub aus bestimmten Gründen nicht antreten kannst, greift die Reiserücktrittsversicherung. Jeder Versicherer legt in der Police fest, welche Gründe für das Absagen einer Reise gelten, daher lohnt sich ein Blick in die Police. Viele Versicherer akzeptieren mittlerweile zum Beispiel einen Arbeitsplatzwechsel als Ursache für das Nichtantreten einer Reise. Gerade wenn man seinen Urlaub lange Zeit im Voraus bucht, kann das sinnvoll sein. Denn wenn man nach der Buchung seinen Arbeitsplatz wechselt und vom neuen Arbeitgeber erst einmal keinen Urlaub bekommt, zahlt die Versicherung die Stornogebühren. Darüber hinaus akzeptieren die meisten Versicherer folgende Gründe:

  • Tod eines nahen Familienmitglieds
  • Schwere Unfallverletzung
  • Unerwartete Erkrankung
  • Impfunverträglichkeiten
  • Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen
  • Erkrankung des Haustiers
  • Einbruch, Brand oder Wasserschaden zuhause

Unser Versicherungsexperte Marcus Ruske erklärt: „Den Grund für die Absage einer Reise muss man natürlich beweisen können. Bei Krankheit braucht man ein Attest, bei Einbruch muss man die Anzeige bei der Polizei beim Versicherer einreichen etc. Und ganz wichtig: Nicht jede Versicherung akzeptiert alle oben angegebenen Gründe. Informiert euch darüber, welche Gründe für Nichtantreten einer Reise im Versicherungsvertrag festgehalten sind. Ein Berater kann dabei helfen, einen Vertrag zu finden, der die für euch relevanten Szenarien abdeckt.“

Die Reiserücktrittskostenversicherung erstattet eure Stornogebühren für Flug und Hotel oder Mietwohnung. Wer schon einmal eine Reise absagen musste, weiß: Diese Gebühren können ganz schön hoch sein. Gerade bei lange im Voraus geplanten oder besonders kostspieligen Reisen lohnt es sich daher, in diese Reiseversicherung zu investieren. Man muss sie allerdings spätestens 30 Tage vor dem geplanten Reisedatum oder – falls man spontan einen Urlaub bucht – spätestens drei Tage nach der Buchung des Urlaubs abschließen. Es ist also nicht möglich, eine Reiserücktrittsversicherung erst dann abzuschließen, wenn man sie auch braucht. Wer besonders viel unterwegs ist, kann auch eine Jahresreiserücktrittsversicherung abschließen. Sie deckt dann ganzjährlich alle Reisen, die man beruflich oder privat unternimmt. Bei beruflichen Reisen ist man aber ohnehin meist über den Arbeitgeber versichert.

Du musst deinen Urlaub abbrechen

Konntest du deine Reise zwar antreten, musst den Urlaub dann aber abbrechen – die Gründe dafür sind ähnlich wie bei der Reiserücktrittsversicherung – kommt die Reiseabbruchversicherung für die daraus entstehenden Kosten auf. Sie gilt aber nur dann, wenn das Ereignis während des Urlaubs eintritt. Beispiel: Du hast dir kurz vor dem Urlaub ein Bein gebrochen, möchtest aber trotzdem mit deinen Freunden ans Meer fliegen. Dort angekommen merkst du, dass es ziemlich langweilig ist, mit Gipsbein am Strand zu sitzen. In diesem Fall bringt dir auch eine Reiseabbruchversicherung nichts. Sie würde nur dann deine Reisekosten übernehmen, wenn du dir im Urlaub ein Bein brichst – sofern dieser Grund im Versicherungsvertrag steht. Bei Krankheiten ist es komplizierter: Wenn sich eine vorhandene Krankheit im Urlaub plötzlich und unerwartet verschlimmert greift in vielen Fällen die Reiseabbruchversicherung. Dabei muss man allerdings beweisen können, dass eine Erkrankung oder die Verschlimmerung einer Krankheit nicht absehbar waren.

Du hast einen Unfall

Wie erwähnt, kommt eine Reiseabbruchversicherung für die Kosten auf, die entstehen, wenn du deinen Urlaub abbrechen musst. Eine Reiseunfallversicherung trägt diese Kosten auch, allerdings nur, wenn man die Reise aufgrund eines Unfalls abbrechen muss. Häufig ist der Unfallschutz dann umfangreicher und schließt die Übernahme von Bergungs- oder Rettungskosten sowie eine Behandlung im Ausland mit ein. Gefahrensportler aufgepasst: Für euch gilt diese Reiseversicherung leider nicht. Die meisten Risikosportarten wie Haitauchen, Paragliding oder Fallschirmspringen sind von der Versicherung ausgeschlossen.

Immer schön cool bleiben mit diesen Versicherungen für den Urlaub

Immer schön cool bleiben mit diesen Versicherungen für den Urlaub

Du wirst im Urlaub krank

Es gibt eine Reiseversicherung, die speziell im Krankheitsfall greift: Die Auslandsreisekrankenversicherung. Sie lohnt sich bei Reisen ins außereuropäische Ausland, vor allem, wenn man seinen Urlaub in einem Land mit hohen Behandlungskosten verbringen möchte. Dazu zählen insbesondere Nord- und Südamerika. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt nämlich immer nur für einen Teil der Behandlungskosten auf. Dieser orientiert sich an den in Deutschland gängigen Kosten für eine bestimmte Behandlung. Die Differenz muss vom Patienten gezahlt werden, was sehr teuer werden kann. Eine Auslandsreisekrankenversicherung kommt für diese Kosten auf. Auch ein Rücktransport nach Deutschland ist oft in einer Auslandsreisekrankenversicherung integriert.

Dein Gepäck geht unterwegs verloren 

Eine Reisegepäckversicherung ersetzt die Kosten für gestohlenes oder beschädigtes Gepäck. Sie übernimmt den Wiederbeschaffungswert des Kofferinhalts, sodass du die Gegenstände, die dir abhandengekommen sind, neu kaufen kannst. Dafür musst du nachweisen können, wie hoch der Wert deines verlorenen Gepäcks war. Am besten geht das mit Fotos/Videos und Quittungen oder indem du Mitreisende bittest, als Zeugen zu fungieren. Sie können dem Versicherer im Schadensfall bestätigen, wie wertvoll dein Kofferinhalt war.

Was muss ich vor Abschluss einer Reiseversicherung beachten?

Bevor du eine Reiseversicherung abschließt, prüfe, ob du nicht schon versichert bist. Oft schließt man bei der Buchung einer Reise oder der Bezahlung per Kreditkarte schon eine Reiseversicherung ab, ohne sich darüber bewusst zu sein. Auch in den gängigen Versicherungen wie Hausrat- oder Krankenversicherung ist ein Auslandsschutz integriert. Die Hausratversicherung deckt Schäden am eigenen Besitz bis zu einem bestimmten Betrag auch dann ab, wenn dieser Besitz sich im Ausland befindet: Oft ist der Koffer, der auf Reisen verschwindet oder beschädigt wird, also bereits über die Hausratpolice versichert. Lies am besten in deiner Police nach, ob das bei dir auch der Fall ist.

Zusatzschutz für Camper

Du planst einen Urlaub im Wohnmobil oder auf dem Campingplatz? Dann solltest du auf einige zusätzliche Punkte achten, um sinnvoll geschützt deine Reise genießen zu können.

Die Camping-Versicherung ist eine Art Haftpflichtversicherung für den eigenen Wohnwagen oder das eigene Wohnmobil. Diese Reiseversicherung kann zusätzlich zur Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden und greift, wenn das Fahrzeug nicht im Straßenverkehr beschädigt wurde, sondern beispielsweise beim Parken auf dem Campingplatz.

Wohnwagen und Wohnmobil sind auch bei verschlossenen Türen relativ einfach zu öffnen, sodass das Diebstahlrisiko für den Versicherer sehr hoch ist. Daher sind sie trotz Abschluss einer Hausratversicherung nicht so umfangreich geschützt wie eine Wohnung.

Die Camping-Versicherung sichert das Inventar bis zu einer vertraglich festgelegten Summe gegen Einbruchdiebstahl ab, aber auch das Wohnmobil oder der Wohnwagen sind gegen Brand, Hagel oder Wasserschäden abgesichert. Schäden durch Vandalismus werden meist ebenfalls von der Versicherung übernommen. Die meisten Policen decken Schäden auch im EU-Ausland und der Schweiz ab – informiere dich vorher über den Geltungsbereich deiner jeweiligen Versicherungen.

Mallorca-Police: Der richtige Schutz für den Mietwagen

Leiht man einen Wagen, schließt man automatisch eine Kfz-Haftpflichtversicherung ab. So geht die Mietwagenfirma sicher, dass sie im Schadensfall nicht auf den Kosten sitzen bleibt, die der Kunde durch einen Unfall oder Ähnliches verursacht hat. Allerdings kommt diese Kfz-Haftpflichtversicherung nur für Kosten in Höhe der im Urlaubsland gängigen Summe für Unfallschäden auf. Dies reicht im Schadensfall unter Umständen nicht aus, um Reparaturen und eventuelle Behandlungskosten von Mitfahrern zu begleichen. Als Kunde müsste man dann selbst für die Differenz aufkommen. Mit einer Zusatzversicherung lässt sich diese Lücke schließen. Umgangssprachlich spricht man dabei von einer Mallorca-Police, da viele Urlauber den Zusatz abschließen, wenn sie im Spanienurlaub einen Mietwagen nehmen.

In vielen Kfz-Haftpflichtversicherungen, die man selbst abgeschlossen hat, ist dieser Schutz bereits enthalten. Beim Ausleihen eines Mietwagens, muss man den Zusatz der Mallorca-Police also nicht immer integrieren. Am besten schaut man sich in seiner Police an, welche Fälle versichert sind.

Mit dem eigenen Auto in den Urlaub

Fährt man mit dem eigenen Auto in den Urlaub, sollte man unbedingt die Grüne Karte mitführen, die als internationale Versicherungskarte auch im Ausland beweist, dass das Auto im Heimatland versichert ist. Man kann sie beim jeweiligen Versicherer anfordern. In den meisten Ländern ist es nicht mehr verpflichtend, sie mitzuführen. Sie erleichtert aber eine eventuelle Abwicklung im Schadensfall.

Bei einem Autounfall im Ausland sollte man unbedingt sofort die Polizei verständigen, die die nächsten Schritte einleiten kann. In vielen Ländern braucht man die Versicherungsvertragsnummer des Unfallverursachers. Kontaktdaten oder Nummernschild allein reichen nicht aus. Hat die Polizei den Schaden aufgenommen, sollte man so schnell wie möglich den Versicherer informieren. Und zwar am besten nicht erst, wenn man wieder zuhause ist, sondern noch im Urlaub. Das spart nachher Zeit und oft auch Ärger, wenn bestimmte Informationen nicht mehr rekonstruierbar sind.

Tipp: Der sogenannte Europäische Unfallbericht ist ein Dokument, mit dem man Autounfälle ganz einfach dokumentieren kann. So vergisst man keine wichtigen Informationen. Am besten druckt man ihn vor dem Urlaub aus und platziert ihn im Mietwagen, damit man im Schadensfall alles zur Hand hat.

Mit guter Vorbereitung entspannt in den Urlaub

Mit guter Vorbereitung entspannt in den Urlaub

Checkliste für den Urlaub

Wer entspannt in den Urlaub starten will, schreibt sich am besten eine Checkliste mit allen Dingen, die zu erledigen und einzupacken sind. Hat man Handtücher vergessen, ist das aber erstmal nicht weiter schlimm. Komplizierter wird es, wenn man keinen Reisepass dabei hat und beispielsweise schon am Flughafen zurück nach Hause geschickt wird. Wir haben die wichtigsten To-Dos vor dem Urlaub zusammengestellt und erklären, was man außer Bikini und Sonnenbrille unbedingt einpacken sollte!

Etwa zwei Monate vor dem Urlaub

  • Prüfen, ob der Reisepass noch gültig ist
  • Visum beantragen, falls nötig
  • Termine für eventuelle Impfungen vereinbaren
  • Falls Haustiere mitreisen: EU-Heimtierausweis beantragen. Er dient als Nachweis darüber, dass ein Haustier gesund und geimpft ist und dementsprechend bedenkenlos in EU-Länder mitgebracht werden darf.
  • Internationalen Führerschein beantragen

Etwa einen Monat vor dem Urlaub

  • Falls nötig, neue Online-Banking-TANs besorgen
  • Prüfen, ob die Kreditkarte noch gültig ist
  • Autoinspektion durchführen lassen
  • Reiseapotheke planen
  • Zeitungsabonnements aussetzen und Nachbarn bitten, regelmäßig nach der Post zu schauen oder einen Weiterleitungsantrag stellen
  • Mautkarte/Vignette besorgen

Etwa eine Woche vor dem Urlaub

  • Nachbarn bitten, nach dem Rechten zu sehen, Blumen zu gießen etc.
  • Falls möglich: Zeitschaltuhr programmieren, um den Anschein eines bewohnten Hauses zu erwecken: Oft reicht das, um Diebe abzuschrecken
  • Kopien von Personalausweis, Reisepass und Führerschein machen und bei Freunden verwahren, sodass man einen Nachweis hat, falls der Geldbeutel gestohlen wird
  • Bargeld in der Fremdwährung tauschen

Packen

  • Ausweise (Reisepass, Personalausweis, Führerschein)
  • Geld- und Kreditkarten
  • Bargeld in der jeweiligen Landeswährung
  • Kontaktdaten (Hotel, Reiseveranstalter, Autovermietung, Versicherer etc.)
  • Europäische Krankenkassenkarte
  • Grüne Versicherungskarte
  • Europäischer Unfallbericht
  • Internationaler Impfausweis
  • EU-Heimtierausweis für mitreisende Haustiere