Toller Job, super Wohnung, alles perfekt? Dann schütze dein Glück! Denn wenn du berufsunfähig wirst, kann all das aus den Fugen geraten… Und: Es trifft jeden Vierten! Die Knip-Experten erklären, was man zur Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt wissen sollte. Und: Wie findet man die passende BU für sich?

 

Jeder vierte Deutsche wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig: Stress, psychische Erkrankungen, Burnout, Rückenleiden oder schlimme Unfälle – all das kann Schuld daran sein, dass man nicht mehr wie gewohnt seinem Gelderwerb nachgehen kann. Wer seinem Job über einen längeren Zeitraum oder auch nie wieder nachgehen kann, hat dann mit finanziellen Einbußen zu kämpfen, die existentiell sein können.

Zwar hat man für gewöhnlich auch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Doch die Bedingungen, unter denen man diese Rente erhält sind streng geregelt und die Rentenkassen sind nicht sehr großzügig. Um sich und seine Finanzen für solche Situationen abzusichern gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Versicherungsexperte Tom Schmidt von Knip.de erklärt: “Am häufigsten trifft die Berufsunfähigkeit Handwerker beziehungsweise Menschen, die körperlich sehr anspruchsvollen Berufen nachgehen. Mindestens genauso häufig trifft es Arbeitnehmer, die großem psychischen Stress ausgeliefert sind, die viel Verantwortung tragen oder häufig sitzen!”

Daher sollte jeder, der nicht auf sein regelmäßiges Einkommen verzichten kann, über eine BU nachdenken. Wer körperlichen Tätigkeiten nachgeht, für den gilt allgemein ein höheres Risiko. Aber mit der Zunahme psychischer Erkranken lassen sich immer weniger bestimmte Risikogruppen identifizieren. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet im Vergleich zu anderen Versicherungstypen den besten Schutz, für den Fall, dass jemand aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben ausscheiden muss. Für die Berufsunfähigkeitsversicherung ist es nämlich unerheblich warum dieser Zustand eintritt, etwa ob durch Krankheit oder einen Unfall. Eine private Unfallversicherung beispielsweise zahlt nur dann an den Versicherten eine Rente oder ähnliches aus, wenn dieser Zustand auch durch einen Unfall hervorgerufen wurde. 


So funktioniert die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die BU versichert den zuletzt ausgeübten Beruf. Das stellt sicher, dass die Versicherung nicht von ihren Versicherten erwartet, dass ein Job ausgeübt wird, der mit der eigentlichen Berufswahl nichts mehr zu tun hat. Versichert werden sollte eine monatliche Summe, die etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens ausmacht. Die Laufzeit sollte bis zum Renteneintrittsalter bestehen.

So findest du die passende BU für dich!

Darauf solltest du achten: Niedrige Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag

Bei Abschluss findest du immer zwei Beiträge: Der zu zahlende Nettobeitrag und der sogenannte Bruttobeitrag. Das ist die Höchstsumme, die die Versicherung vom Versicherten fordern kann, sollte sie keine Überschüsse mehr erzielen. Die Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag sollte möglichst niedrig ausfallen!

Dynamisierung der Beiträge und Nachversicherungsgarantie

Im Laufe des Lebens können die Kosten für den Lebensunterhalt steigen, etwa durch Inflation oder wenn du eine Familie gründest. Dann brauchst du auch mehr Rente. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Dynamisierung der Beiträge oder für eine Nachversicherungsgarantie.

Bei der Dynamisierung der Beiträge steigt mit der Zeit die Rente der BU um einen vorab festgelegten Prozentsatz. Gleichzeitig steigen aber auch dir zu zahlenden Beiträge, in regelmäßigen Abständen. Es lohnt sich in jedem Fall, vertraglich festzuhalten, dass die BU-Rente sich jährlich um einen bestimmten Prozentsatz erhöht. Diese Klausel erhöht zwar die Beiträge ein wenig, lohnt sich aber für den Fall der Berufsunfähigkeit.

Wichtig: “Abstrakten Verweis” ablehnen

In den Verträgen sollte explizit festgehalten werden, dass kein abstrakter Verweis möglich ist. Andernfalls hätte die Versicherung die Möglichkeit, den Versicherungsnehmer auf einen Beruf zu verweisen. Ein Handwerker könnte demnach als Pförtner arbeiten und bekommt keine Bezüge aus der BU.

Wähle den passenden Versicherungs- und Leistungszeitraum

Beim Versicherungs- oder auch Leistungszeitraum handelt es sich um den Zeitraum in dem die Berufsunfähigkeit eintreten muss, damit die monatliche BU-Rente ausgezahlt wird. Diese sollte immer bis zum Renteneintrittsalter laufen!

Weltweiter Versicherungsschutz

In den Versicherungsbedingungen sollte ausdrücklich geregelt sein, dass der Versicherungsschutz weltweit besteht. Falls der Versicherer auf einer ärztlichen Untersuchung in Deutschland besteht, sollte er die Kosten dafür tragen.


 

Knip-Experte Tom Schmidt

Knip-Experte Tom Schmidt

Fragen an den Experten Tom Schmidt von Knip

Ist man nicht über den Staat für den Fall der Berufsunfähigkeit abgesichert?

Tom Schmidt: “Nein! Wer nach 1961 geboren wurde, hat erst Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente, wenn er nachweislich in keinem Job mehr als drei Stunden täglich arbeiten kann. Das bedeutet, wer wegen körperlicher Leiden nicht mehr als Handwerker arbeiten kann, bekommt keine Rente, wenn er theoretisch noch für die Arbeit in einem Call-Center geeignet wäre.”

Bis zu welchem Alter kann man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

“Viele Versicherungen legen ein Höchsteintrittsalter fest. Allerdings steigen die Beiträge mit zunehmendem Alter so extrem an, dass der Abschluss ab einem gewissen Alter wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist. Sorge möglichst früh vor!”

Können Beitragszahlungen ausgesetzt werden, wenn man beispielsweise arbeitslos wird?

“Viele Versicherer gestatten, dass ein Kunde bei Arbeits­losig­keit seinen Beitrag zeitweise nicht zahlen muss. Damit bleibt man flexibel.”

Worauf muss man beim Antrag noch achten?

“Eine BU sollte man so früh wie möglich abschließen. Je älter man bei Vertragsabschluss ist, oder wenn bereits Vorerkrankungen bestehen, desto teurer werden die Prämien. Und ganz wichtig: Keine falschen Angaben machen! Wer Vorerkrankungen verschweigt, riskiert, dass die Versicherung die Auszahlung verweigert.”