Mehr als die Hälfte der 100 weltweit höchsten Gebäude wurden in den vergangenen Jahren gebaut und eröffnet. Doch wie sind sie versichert? Kurioses und Wissenswertes rund um das Thema Gebäudeversicherung – gut erklärt von den Knip-Experten!

Die durchschnittliche Höhe der höchsten Gebäude ist seit Beginn dieses Jahrhunderts um fast die Hälfte gestiegen. Dies ergab eine Studie der Allianz aus dem Jahr 2014. Und die Rekordjagd geht weiter: Der unglaubliche Kingdom Tower in Saudi-Arabien wird eine Höhe von einem Kilometer erreichen. Die Eröffnung dieser kolossalen Immobilie ist für 2019 geplant. Mehr als eine Millionen Tonnen Glas und Beton werden hier verbaut.

Spektakulär sind die Monster-Bauten auch was die Risiken angeht. Denn der Bau solcher Grenzprojekte birgt viele Unbekannte. Es werden neue Materialien verbaut und schon kleinste Baufehler oder Unstimmigkeiten in der Planung können verheerende Folgen nach sich ziehen. Das stellt auch Versicherer immer wieder vor die Frage: Was lässt sich noch versichern?

Spezielle Risikoanalysen bewerten die Wolkenkratzer

In jedem Fall gibt es für Wolkenkratzer keine pauschalen Gebäudeversicherungen mehr. Für jedes Gebäude wird eine detaillierte Risikoanalyse angefertigt. Der Kingdom Tower beispielsweise wird von der Allianz mit einer Versicherungssumme von 1,5 Milliarden versichert. Das One World Trade Center in New York sogar mit 3,5 Milliarden Dollar. Da das Risiko für einen einzelnen Versicherer oftmals zu hoch ist, ist es üblich, dass das Risiko zu Anteilen auf unterschiedliche Versicherer aufgeteilt wird.

Jede Bauphase lässt sich dann auch einzeln versichern, genauso wie projektbezogene Haftpflichtversicherungen, Ausrüstungsversicherungen, After-Construction-Deckungen abgeschlossen werden können. Die größten Risiken für solche Monster-Projekte: Feuer, Erdbeben, Naturkatastrophen, Fehlkonstruktionen und die hohen Mitarbeiterzahlen.

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Ein populäres Beispiel, in der ein Unternehmen sein Hochhaus versichert hatte: Das Deutsche Bank Building, das in New York stand. Die Deutsche Bank klagte gegen die Zurich Versicherung sowie gegen die AXA, die Allianz und die Chubb. Die Versicherungssumme des, beim Anschlag auf die Zwillingstürme im Jahr 2001, schwer beschädigten Deutsche Bank-Gebäudes betrug 3,5 Milliarden Dollar.

Die Deutsche Bank bestand darauf, dass das Gebäude abgerissen werden müsse, da es nicht mehr wiederherzustellen sei. Und da das Gebäude unter strengen Schutzvorrichtungen abgerissen werden muss, verlangte die Deutsche Bank die Kosten für den Abriss und Ersatz für den Verlust des Gebäudes von der Versicherung. Nahezu die gesamte Versicherungssumme wurde gefordert. Die Versicherungen hingegen beharrten darauf, dass das Gebäude noch zu retten sei und lediglich repariert werden müsse.

Am Ende wurde zwar damit begonnen, das Gebäude zu sanieren – aufgrund der schweren Schäden wurde dieses Vorhaben jedoch schnell wieder aufgegeben. Nach einem längeren Versicherungsstreit über den Umfang der Schäden kaufte die LMDC der Deutschen Bank das Gebäude für 90 Millionen Dollar ab.

Große Gebäude, großes Risiko – Aber wo ist eigentlich architektonisch die Grenze?

Auch wenn es theoretisch noch höher hinausgehen könnte, realistische Analysen sprechen von 1,6 Kilometern Höhe. Doch auch ein solches Bauwerk wird in den nächsten 20 Jahren wohl eher nicht eintreten. Grund hierfür ist nicht etwa das Gebäude an sich, sondern die Tatsache, dass die wenigsten Personen Lust haben werden, einen Kilometer Höhe zu Fuß zurückzulegen. Der Teufel steckt wie immer im Detail: Denn die Aufzugtechnik ist Schuld! Die Liftbauer sind einfach noch nicht so weit, dass ihre Aufzugkonstruktionen mehr als 600 Meter am Stück zurücklegen können, was vor allem an der aktuellen Brems- und Verkabelungstechnik liegt.

Gebäudepflichtversicherung – Wofür ist sie da?

Die Gebäudeversicherung dient dazu, das bezeichnete feste Gebäude, Nebengebäude sowie Garagen zu schützen. Es handelt sich dabei um eine Sachversicherung, die normalerweise für Wohnraum vorgesehen ist, in Absprache mit der Versicherung aber auch für gewerblich genutzte Gebäude gilt. Verschiedene Faktoren bestimmen dabei, wie hoch die Risiken für ein Gebäude bewertet werden: Beispielsweise die Bauartklasse, die Art des Dachs, der genaue Standort (es gibt beispielsweise bei der Leitungswasser-, der Sturm- und der Elementarversicherung Risikozonen. Der genaue Ort kann auch bei der Wertermittlung eine Rolle spielen), die Nutzung sowie die Ausstattung.

Kein Wunder also, dass man bei den neu geplanten Wolkenkratzern von Versicherungssummen in Milliardenhöhe spricht.


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