Finanziellen Schutz in jeder Lebenslage, das erhoffen sich Versicherte, wenn sie einen Vertrag abschließen. Dass manche Versicherungsschäden unter so kuriosen Umständen entstehen, wie in den folgenden Fällen, hätten allerdings sowohl Versicherungsunternehmen, als auch Versicherte nicht erwartet.

Das liebe Tier und seine Unberechenbarkeit

Wenn Tiere in Versicherungsfällen involviert sind, klingen die dazugehörigen Meldungen meist wie das Drehbuch zu einer Komödie. Wenn Schweine den Bauern beim Füttern heftig mit dem Kopf rammen, Seehunde m Strand Spaziergänger in den Allerwertesten beißen oder eine Elster einen Menschen angreift und eine Fleischwunde ins Gesicht reißt.

Die Allianz berichtete beispielsweise von einem Kunden, der mit seiner Freundin und seinem Kind im Serengeti-Park Hodenhagen bei Hannover unterwegs war. Durch das offene Fenster des Autos steckte plötzlich eine Giraffe ihren Kopf, um an das Obst zu kommen, das im Fußraum lag. Die Familie erschrak, das Tier erschrak, nur leider konnte es seinen Kopf nicht mehr so ohne weiteres aus dem Auto ziehen – die Hörner hingen am Türrahmen fest! Nach einigem Tumult schaffte es die Giraffe schließlich doch noch sich zu befreien, hinterließ dabei jedoch einige Schäden an der Autotür, in Höhe von mehreren tausend Euro. Wie sieht es hier nun versicherungstechnisch aus?

In der Regel treffen Autofahrer allerdings nicht auf Giraffen, sondern auf sogenanntes Haarwild, wie Rehe, Füchse oder Feldhasen. Allein im Jahr 2013 registrierten deutsche Versicherer rund 247.000 solcher Unfälle, also fast 700 pro Tag. Die Kosten für solche Unfälle werden von der Teilkaskoversicherung in voller Höhe übernommen, immerhin waren das 2013 Schäden in Höhe von über 560 Millionen Euro.

Pech hat allerdings, wer im Straßenverkehr mit einem Pferd oder Schaf kollidiert. Oder, wie im Fall eines 30-jährigen, mit einem entlaufenen Känguru. Wer auf Nummer sichergehen will, sollte in seinen Versicherungsschutz neben Haarwild am besten auch Zusammenstöße mit anderen Tieren einschließen. Bei unserem Fall im Safari-Park ging die Nummer nochmal glimpflich aus: Hier zahlte nämlich die Versicherung, da sie andere Tiere mit einschloss, also auch Unfälle mit Kängurus oder vorlauten Giraffen.

„Über Hund gestolpert“

Auch in der Kategorie „Verletzungsverursacher“ wurden den Versicherungen ungewöhnliche Angaben gemacht. Scheinbar birgt auch der Besitz von Meerschweinchen, Kaninchen und Fischen ein hohes Verletzungspotential. Ungeschlagen an der Spitze der Verletzungsverursacher stehen jedoch Hunde: 18.000 Zwischenfälle wurden im Jahr 2013 gemeldet. Darunter jedoch keineswegs nur Beißattacken. Stattdessen teilten die Versicherungsnehmer den Unternehmen auch mit, sie seien über ihre Hunde gestolpert oder der Hund hätte auf ihrem Zeh gestanden.

dog-animal-blog

Auch ein Autofahrer aus Adelaide in Australien dürfte sich über einen Hund geärgert haben. Einem solchen war er nämlich mit seinem teuren Maserati ausgewichen. Durch die Erschütterung und Lenkbewegung löste sich daraufhin der Deckel eines Farbeimers, den er in seinem Auto transportierte – und der daraufhin dem gesamten Innenraum des Maseratis einen neuen Anstrich in weiß verpasste. Das Versicherungsunternehmen nahm es mit Humor und der Autofahrer wird wohl nie wieder Farbeimer in seinem Sportwagen transportieren.

Die Tücken des Winters

Einen seltenen Gast in ihrem Garten hatte auch eine Hausbesitzerin im Ruhrgebiet. Sie fand ihren Garten komplett verwüstet vor. Den Verursacher entdeckte sie dann in ihrem Pool, der eigentlich den Winter über mit einer Folie abgedeckt war: Pferd Zaki war hineingestürzt, da es den Pool mit der schneebedeckten Folie übersehen hatte. Nun stand es also im eiskalten Wasser und kam nicht mehr aus dem Pool, es drohte akute Lebensgefahr durch Unterkühlung. Nach ein paar fehlgeschlagenen Rettungsversuchen musste Zaki nun also von einem Tierarzt betäubt und von einem Kran aus dem Pool gehoben werden. Das Pferd konnte sich zwar in einem nahegelegenen Stall erholen ohne bleibende Schäden zu erleiden, die gesamte Rettungsaktion kostete allerdings mehr als 25.000 Euro. Gott sei Dank zahlte die Tierhalterhaftpflicht der Pferdebesitzerin die Rechnung!