Im Job, daheim oder in der Familie geht gerade alles drunter und drüber? Wer sich durch die Tage quälen muss und unter Schmerzen und Erschöpfungszuständen leidet, sollte dringend auf seinen Körper hören und sich Auszeiten gönnen. Jeder muss dabei für sich selbst entscheiden, ob er sich regelmäßige kurze Pausen im Alltag gönnt, die er mit Meditation, Sport oder anderen ausgleichenden Tätigkeiten füllt, oder ob er sich lieber für mehrere Wochen Urlaub gönnt. Viele wären jedoch überrascht zu erfahren, welche Leistungen alle von der Krankenkasse übernommen werden!

Prinzipiell übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die vollständigen Kosten für die Behandlung von Krankheiten. Eingeschlossen sind alle notwendigen diagnostischen Maßnahmen, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, Vorsorge, Nachsorge, Krankengeldzahlungen und mehr. Ob man auf bestimmte Leistungen Anspruch hat entscheidet sich im Zweifel daran, ob die Maßnahmen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und das Maß des Notwendigen nicht übersteigen – so definiert es das Sozialgesetzbuch. Da die gesetzlichen Krankenkassen dem Wirtschaftlichkeitsgebot unterliegen, dürfen sie nicht alles bezahlen. Beispielsweise wurde etwa entschieden, dass Akupunktur bei chronischen Knie- oder Rückenschmerzen eine Kassenleistung ist, Maßnahmen wie Magnetfeld- oder Eigenbluttherapie sind im Gegensatz jedoch ausdrücklich von der Erstattung ausgeschlossen.

Kuren

Die moderne Kur heißt “medizinische Vorsorge und Rehabilitation” und ist mittlerweile zwar schwer zu bewilligen, aber theoretisch immer noch im Leistungskatalog der Krankenkassen vorgesehen. Ebenfalls ein Nachteil: Selbst bei Bewilligung bleibt ein Großteil der Kosten an dir hängen. Die GKV achtet darauf, ob ausreichende medizinische Gründe für eine “Kur” vorliegen, ob sie also helfen kann, einer drohenden Erkrankung oder einer chronischen Erkrankung vorzubeugen, eine Behinderung zu beseitigen, zu verbessern oder wenigstens eine Verschlimmerung zu verhindern.

Im Regelfall kann eine Kur folgende Therapien umfassen, wie Krankengymnastik, Funktions- und Verhaltenstraining, Bäder und Massagen, Entspannungs- und Sporttherapie sowie spezielle Ernährungsberatung. Eine Kur muss eigenständig beantragt werden, und eine detaillierte Begründung des behandelnden Vertragsarztes beinhalten.

Höchstens alle vier Jahre für drei Wochen kannst du solche Maßnahmen in Anspruch nehmen. Die Arzt- und Behandlungskosten werden voll übernommen, lediglich für Unterbringung und Verpflegung können Zuschüsse gewährt werden.

Falls eine ambulante Kur nicht ausreicht, kann auch eine stationäre bewilligt werden, sodass die Kasse auch die Unterbringungs- und Verpflegungskosten übernimmt.

Mutter- beziehungsweise Vater-Kind-Kuren zählen zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen.

Online-Kurse zur Stress-Bewältigung

Auch viele Versicherungen sind mittlerweile im digitalen Zeitalter angekommen und nutzen das Internet um den Versicherten kostenlos sogenannte Online-Kurse und Online-Coachings anzubieten. „Von Fit im Stress“ über „AntiStress-Coach“ bis zu „Stressfrei durch Zeitmanagement“ haben sich die Versicherer einiges einfallen lassen, um die Versicherungsnehmer mit gut verfügbaren Angeboten einfach zu entlasten.yoga_blog

Traditionelle chinesische Medizin

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat eine lange Tradition, und noch heute werden Therapeuten nach den strengen überlieferten Richtlinien ausgebildet. Der Fokus in der TCM liegt auf der Anamnese, denn man geht davon aus, dass nicht allein der Körper, sondern auch die Lebensweise und die verschiedenen Umwelteinflüsse verschiedene Krankheiten hervorrufen können. Um nun die richtige Therapie wählen zu können, ist es wichtig alle Faktoren zu kennen, die den Zustand beeinflussen. Die Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten für Anwendungen der Traditionellen Chinesischen Medizin meist ganz oder zumindest teilweise.

Für innere Gelassenheit

Wer ein wenig mehr Hilfe und Unterstützung benötigt, kann auch Kurse wie Progressive Muskelentspannung, Hatha-Yoga, Tai-Chi oder Qigong wahrnehmen. Je nach Krankenkasse müssen hier aber teilweise die Kosten anteilig mitgetragen werden.