Wer hat nicht schon in große Kinderaugen geschaut, die sich nichts sehnlicher zu Weihnachten wünschen als ein eigenes Haustier? Ein Hase, Meerschweinchen, eine Katze oder einen Hundewelpen vielleicht?

Doch wer sich ein Haustier anschafft sollte einiges bedenken – ein Lebewesen eignet sich also gänzlich schlecht als Lastminute-Geschenk. Wieso, verraten die Knip-Experten!

Egal, ob in der Mietwohnung in der Stadt, oder in den eigenen vier Wänden auf dem Land: Für viele Menschen gehören Haustiere zum Leben dazu, das beweisen auch zahlreiche statistische Erhebungen. Allein im Jahr 2013 lebten etwa 11,5 Millionen Katzen, 6,9 Millionen Hunde, 6,1 Millionen Kleintiere und 3,4 Millionen Ziervögel in deutschen Haushalten. Und das lassen sich die liebenden Haustier-Besitzer einiges kosten: Über 9 Milliarden Euro wurden in Deutschland 2013 für die Heimtierhaltung ausgegeben!

Neben all den freiwilligen Ausgaben werden zusätzlich beispielsweise für Hunde Steuern fällig. Diese können je nach Rasse und Anzahl der im Haushalt lebenden Hunde zwischen 90 und 200 Euro jährlich liegen. Für die Anschaffung fallen je nach Tierart und Haushalt unterschiedlich hohe Kosten an. Das geschenkte Kätzchen vom Nachbarn oder der mehrere tausend Euro teure Rassehund vom Züchter, zusammen mit der Erstausstattung sind erst der Anfang. Es folgen Steuern, Arztbesuche mit Impfungen, weiteres Equipment und Futter. Im Laufe eines ca. 15-jährigen Lebens kommen laut einer Schätzung der Commerzbank circa 9.000 Euro pro Tier und Haushalt zusammen.

Ein wichtiger Kostenpunkt sind dabei auch die speziellen Tierversicherungen, die je nach Bedarf abgeschlossen werden können oder sogar müssen.

Die Tierhalterhaftpflicht

Die Hundehaftpflichtversicherung ist in einigen Bundesländern Pflicht. In Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen muss ein Hund etwa ab einem Alter von drei Monaten eine Hundehalterhaftpflicht vorweisen.

Auch Besitzer von sogenannten Listenhunden sind dazu verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen. Diese Hunde, deren Rassen als gefährlich gelistet sind, müssen sogar in jedem Bundesland eine Hundehalterhaftpflicht nachweisen können. Für diese Hunde sind die Versicherungsbeiträge auch meist sehr viel höher. Immerhin: Die Hundehaftpflicht kommt sowohl für Personen-, als auch Sachschäden auf und übernimmt meist auch Folgekosten für langwierige Behandlungen eines zu Schaden gekommenen Menschen.

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung gibt es auch für Pferdehalter, falls statt dem Hundewelpen lieber ein Pony neben dem Weihnachtsbaum stehen soll. Ähnlich wie eine Private Haftpflichtversicherung deckt die Pferdehaftpflicht Schäden ab, die an Personen oder Sachgegenständen durch das Tier entstehen. Aber: Wenn streitende Pferde sich auf der Weide gegenseitig verletzten, zahlt die Versicherung nicht. Denn ein solches Risiko ist bekanntermaßen gegeben und wurde quasi fahrlässig eingegangen.

Auch die Boa Constrictor möchte gut versichert sein!

Reptilien sind zwar noch exotische, aber heute keine seltenen und außergewöhnlichen Haustiere mehr. Immer mehr Menschen entdecken Ihre Leidenschaft für Reptilien und Exoten und halten Schlangen, Spinnen, Skorpione oder Ähnliche. Dafür scheuen Sie weder Kosten noch Mühen und investieren für die Reptilien auch oft viel Geld. Doch was geschieht eigentlich, wenn die Reptilien die geschützte Umgebung des Terrariums verlassen, ausbrechen und eventuell viel Schaden anrichten?

Vor 20 Jahren beispielsweise entwischte der Kaiman Sammy in einem Baggersee. Darauf folgte ein wochenlanges Medienspektakel, mit hunderten Fotografen, die sich auf die Suche nach dem entwischten Kaiman machten und das Sommerloch mit Sammy füllten. Die Jagd nach Sammy dauerte mehrere Tage und wurde für den Besitzer ziemlich teuer. 27.000 D-Mark wollten die Stadtwerke Neuss als Betreiber des Sees, 1.600 D-Mark die Feuerwehr für ihren Einsatz. Hinzu kamen hohe Anwaltskosten. Die Geschichte nahm ein glückliches Ende: Sammy wurde gefunden und die Kosten für den Einsatz übernahm die Firma Lacoste.

Der Fall zeigt: Es ist es wichtig, auch für exotische Tiere eine Tierhalterhaftpflicht abzuschließen, vor allem, wenn sie gefährlich werden können. Viele Versicherungen bieten eine sogenannte Exoten-Versicherung an!

Tierarzt-Versicherung

Wenn das Haustier krank wird, können Behandlungskosten schnell in die Höhe schießen! Nicht selten wissen die Besitzer nicht, wie sie all die Rechnungen bezahlen sollen. Damit dieses Szenario nicht zur Realität wird, gibt es Versicherungen für den Krankheitsfall, die Tierarzt- und Medikamentenkosten übernehmen. Auch eine Operations-Versicherung gibt es.

Doch eine Tierkrankenversicherung übernimmt nicht alle Kosten. Die meisten Versicherer übernehmen von den Behandlungskosten lediglich 80 Prozent, auch Medikamente müssen Besitzer oft selbst zahlen. Nachuntersuchungen zahlt der Versicherer nur, wenn sie bis 15 Tage nach der Behandlung erfolgen.

Welche Kosten in welchem Umfang übernommen werden, variiert je nach Police und Versicherer und sollte deshalb vor Abschluss genauestens geprüft werden. Es gibt Krankenvollversicherungen, Krankenbasisversicherungen oder OP-Versicherungen. Unternehmen bieten diese Verträge aber nur für gesunde Tiere an und nehmen oftmals auch keine Patienten mehr, die ein bestimmtes Alter überschritten haben. Deshalb sollte eine Police möglichst früh abgeschlossen werden.

Aquarien und exotische Fische für die lieben Kleinen

Da steht es nun, das Luxusaquarium mit 150 Litern Fassungsvermögen. Und die Scheibe zerbricht, als beim Indoor-Fußball der Sprößling zum Elfmeter ausholt! Nun ergießen sich 150 Liter Wasser auf den teuren Perserteppich und auch die edle Hifi-Anlage ist hinüber. Ein gigantischer Schaden – von den toten teuren Fischen mal ganz abgesehen. Was nun?

Gut, wer in so einem Fall eine Hausratversicherung hat, die Aquarienschäden miteinschließt. Aber wie funktioniert die Hausratversicherung konkret? Die Versicherung zahlt den Wiederbeschaffungswert des Inventars. Sie übernimmt also die Kosten für neue Haushaltsgegenstände der gleichen Art und Güte. So kann man sich wieder mit Möbeln, Teppichen, Fernseher und Co. einrichten. Wenn man also bereits eine Hausratversicherung hat, perfekt, dann schließt man einfach noch einen Zusatz in der Versicherung ein, die das Aquarium betrifft.

Wird auch der Dielenboden beschädigt, der als fester Einbau dem Vermieter gehört, so übernimmt klassischerweise die Haftpflichtversicherung solche Schäden gegenüber Dritten.

Es zeigt sich: Ein Tier unterm Weihnachtsbaum ist ein kostspieliges Geschenk, dessen Anschaffung wohl durchdacht und durchgerechnet sein sollte. Sind die Eltern nicht bereit sich selbst ebenfalls ums Tier zu kümmern und auch für mögliche nachfolgende Kosten aufzukommen, sollte man es besser gleich sein lassen. Im Zweifelsfall ist der Plüschteddy von Steiff die bessere Alternative.