Im Januar ist es endlich in ganz Deutschland so weit: Die Temperaturen sinken und es fällt der erste Schnee des Jahres. Während sich für die einen die Umgebung in eine Winterwunderlandschaft verwandelt, beginnt für andere der Alptraum. Denn wer bei Schnee und Glätte zur Arbeit muss, egal ob zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto, setzt sich einigen Gefahren aus. Knip verrät worauf man zu achten hat und welche Rechte und Pflichten man im Zusammenhang mit gefrorenen und verschneiten Wegen hat.

Auf Hauseigentümer kommen mit Schnee einige Aufgaben zu: Beispielsweise müssen Gehwege und Zufahrten geräumt und vereiste Flächen gestreut werden. Es kann sein, dass man auch als Mieter den Winterdienst übernehmen muss, wenn es dementsprechend Vereinbarungen im Mietvertrag gibt. Hier sollte man Sorgfalt walten lassen, denn rutscht jemand auf einem schneebedeckten Weg aus und verletzt sich, können Ersatzansprüche auf denjenigen zukommen, der die Streupflicht hatte. Ohne entsprechende Versicherung kann das teuer werden. Allerdings brauchen Mieter, die laut Vertrag Winterdienst verrichten müssen und Eigentümer von Einfamilienhäusern lediglich eine private Haftpflichtversicherung, damit solche Schäden übernommen werden – Besitzer von Mehrfamilienhäusern benötigen hingegen eine Grundbesitzer-Haftpflicht.

Eingestürzte Dächer durch Schneemassen sorgen für Ärger

In weiten Teilen Deutschlands eher selten, dennoch kommt es vor: Der Schnee fällt und fällt und fällt. Große Schneemassen wiegen schnell mal ein paar Tonnen und können so auch Dächer, Wintergärten und Garagen einstürzen lassen.

 

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Wichtig: Hält das Dach den Schneedruck nicht aus, übernimmt keineswegs automatisch die Wohngebäudeversicherung die Schäden! Solche Schäden müssen Hausbesitzer durch eine zusätzliche Police für Elementarschäden absichern, die auch für die Folgen von Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdbeben oder Lawinen zahlt.

Auch für die Deutsche Bahn heißt es: alle Gehwege und Bahnsteige räumen. Sonst haftet sie, falls es zu einem Unfall kommt.

Wer sich als Fußgänger trotz vorschriftsmäßig geräumtem Gehweg verletzt, für den springt die gesetzliche Unfallversicherung ein – natürlich nur, wenn dieser sogenannte Wegeunfall auf dem direkten Weg zur Arbeit oder auf dem Heimweg passiert ist.

Ansonsten kann sich glücklich schätzen, wer über eine private Unfallversicherung verfügt, denn diese zahlt bei solchen Unfällen auch abseits des Arbeitsweges. Ist die eigene Arbeitskraft aufgrund eines Sturzes dauerhaft beeinträchtigt, ist das ein Fall für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Kfz-Versicherung

Autofahren im Winter kann riskant sein. Stürme und Nebel können bereits für ein erhöhtes Unfallrisiko sorgen. Kommen dann noch Schnee und Blitzeis dazu, wird die Autofahrt zur Herausforderung. Übrigens: Seit dem Dezember 2010 gibt es in Deutschland eine Winterreifenpflicht. Bei Glatteis und Schneeglätte müssen also sogenannte M+S Reifen (Matsch und Schnee) benutzt werden. Wer ohne Winterreifen erwischt wird, bekommt ein Bußgeld von mindestens 60 Euro. Wer einen Unfall baut, weil er nicht die richtigen Reifen hatte, riskiert sogar seinen Versicherungsschutz.

Bei Sturmschäden am Auto besteht Versicherungsschutz über die Teilkasko, bei Unfallschäden, auch den selbst verschuldeten, greift in aller Regel die Vollkaskoversicherung.