Doppelt gemoppelt hält besser? Bei Versicherungen gilt das nicht immer. Es gibt viele Verträge, die Paare gemeinsam abschließen können statt jeder für sich. Das heißt nicht nur weniger Papierkram, sondern auch niedrigere Beiträge. Ein Vertrag für zwei ist bei gleichem Leistungsumfang meist günstiger als zwei separate Verträge. Nicht nur Verheiratete profitieren davon. Paare müssen nur in einem gemeinsamen Haushalt leben, um gemeinsam eine Versicherung abschließen zu können. Die Versicherungsexperten von Knip.de erklären die wichtigsten Spartipps für Paare.

Eine gemeinsame Wohnung mit dem Partner zu beziehen kostet oft Geld. Schön, wenn man das an anderer Stelle wieder einsparen kann. Bei Versicherungsbeiträgen zum Beispiel. Bei vielen Versicherungen reicht ein gemeinsamer Vertrag aus. Der jüngere Versicherungsvertrag kann dann fristlos gekündigt werden. Versicherungsexperte Marcus Ruske von Knip.de: “Der ältere Vertrag ist nicht zwangsläufig der bessere. Manchmal ist es günstiger, den alten Vertrag fristgerecht zu kündigen und dann in den neueren Vertrag des Partners einzusteigen.” Natürlich kann man auch beide Verträge kündigen und dann gemeinsam eine neue Versicherung mit guten Konditionen abschließen. “Unverheiratete Paare sollten darauf achten, dass der Partner im Vertrag auch namentlich genannt wird. Eheleute sind hingegen automatisch mitversichert,” erklärt der Experte.

Hausrat: Ein Haushalt, eine Hausratversicherung

Sobald Paare einen gemeinsamen Haushalt haben, reicht auch eine Hausratversicherung. Ein paar Dinge sollten Turteltauben aber beachten, damit das Liebesnest richtig versichert ist: Zwar braucht man nur noch einen Kühlschrank statt zwei. In der Regel steigt der zu versichernde Wert eines Haushalts aber, wenn Paare zusammenziehen. Beide Partner bringen schließlich ihren Hausrat ein und investieren vielleicht gemeinsam in eine neue Ausstattung wie Küche, Schlafzimmer oder Couch. Die in der Hausratversicherung festgelegte Summe sollte also überprüft werden, um eine Unterversicherung zu vermeiden. Achtung: Man ist unterversichert, wenn der Wert des Hausrats höher ist als die Versicherungssumme, die man letzten Endes bekommen würde.

Das Wohnungsinventar gehört beim Zusammenziehen übrigens einem einzigen Haushalt, auch wenn das Paar seine Besitztümer trennt: Wenn ein Partner beispielsweise seinen Fernseher in den Haushalt einbringt und der andere seinen Computer, gehören sie rein rechtlich gesehen nicht Person A oder B, sondern dem gemeinsamen Haushalt. Zwei Versicherungsverträge lohnen sich nicht: Im Schadensfall zahlt die Versicherung natürlich nur einmal.

Wer zu zweit durchs leben geht, wird von vielen Versicherern belohnt

Wer zu zweit durchs Leben geht, wird von vielen Versicherern belohnt

Privathaftpflicht: Zwei Verträge sind einer zu viel

Die Haftpflichtversicherung kommt für Schäden an Dritten auf. Partner können diese Versicherung gemeinsam abschließen und auch Kinder mitversichern, die im gleichen Haushalt leben. Gegenseitige Schäden sind dann aber nicht gedeckt. Wenn also beispielsweise ein Partner die Brille des anderen kaputt macht, kommt die Privathaftpflichtversicherung nicht für den Schaden auf.

Das gleiche gilt für Personenschäden: Wenn ein Partner den anderen verletzt, kommt seine Haftpflichtversicherung nicht für die dadurch entstehenden Kosten auf. Da beide Partner einen gemeinsamen Versicherungsvertrag haben, wäre das Paar im Schadensfall Verursacher und Geschädigter gleichzeitig. Mit zwei getrennten Verträgen kann man auf Nummer sicher gehen: Die Versicherung zahlt dann auch, wenn Partner einander verletzen – Vorsatz ausgeschlossen!

Marcus Ruske: “Normalerweise verlangt man ja keinen Schadenersatz von seinem Partner. Das heißt aber nicht, dass sich damit alles erledigt hat. Die Krankenkasse des Geschädigten kann durchaus Schadenersatz vom Unfallverursacher fordern. Regressansprüche wegen Personenschäden zwischen den beiden versicherten Partnern sollten also unbedingt mitversichert werden.” Ob ein oder zwei Verträge besser sind, ist individuell verschieden. Am besten rechnet man verschiedene Angebote durch oder lässt sich beraten.  

Experte Marcus Ruske erklärt: “Nicht vergessen, eine Ausfalldeckung einzuschließen. Wenn man selbst durch einen Dritten geschädigt wird, dieser aber keine Haftpflichtversicherung hat und nicht für die Kosten aufkommen kann, bleibt man darauf sitzen. Eine Ausfalldeckung springt in so einem Fall ein und zahlt die Kosten.”

Rechtsschutzversicherung: Bei Rosenkrieg nutzlos

Paare, die sich eine Rechtsschutzversicherung teilen, können mit der Versicherung keine Kosten decken, die bei einem Rechtsstreit untereinander entstehen. Dieser Spartipp ist also nichts für Streithähne. Wenn ihr das Gefühl habt, dass das Risiko für einen Rosenkrieg gering ist, könnt ihr euch in der Rechtsschutzversicherung eures Partners mitversichern. Wenn beide Partner versichert sind, steigen die Beiträge allerdings. Ob man dann gegeneinander klagen kann und die Versicherung das übernimmt, sollte man aber unbedingt vorher klären. Denn: Häufig nehmen Rechtsschutzversicherungen bewusst familienrechtliche Auseinandersetzungen (Scheidungen oder Klagen auf Unterhaltszahlungen) vom Versicherungsschutz aus.

Kfz-Versicherung: Zu zweit gut unterwegs

Auch bei der Kfz-Versicherung kann man sparen, wenn das Auto gemeinsam genutzt wird. Der Schadenfreiheitsrabatt kann beispielsweise auf den “besseren” Fahrer übertragen werden. Gegen den Streit darüber, wer von beiden das ist, kann man sich allerdings nicht versichern. Spartipp: Je weniger Fahrer ein Fahrzeug nutzen, desto niedriger sind übrigens die monatlichen Versicherungsbeiträge. Besonders Fahranfänger ziehen die Preise nach oben.

Gemeinsam unterwegs? Mit diesen Tipps sparen Paare bares Geld

Gemeinsam unterwegs? Mit diesen Tipps sparen Paare bares Geld

Soziale Versicherungen? Nicht ganz!

Ein paar Versicherungen können nur individuell abschlossen werden. So können Partner keine gemeinsame Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Das liegt daran, dass Beitrag und Leistung dieser Versicherungen auf Basis personenbezogener Daten berechnet werden, also beispielsweise Alter, Beruf und Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers.

Den Partner in der Krankenversicherung mitversichern? Geht manchmal. Auch eine Krankenversicherung gibt es grundsätzlich nur für eine einzelne Person separat. Eine Ausnahme sind verheiratete Paare: Hat einer von beiden einen Minijob oder kein eigenes Einkommen, kann er kostenlos über den Ehepartner gesetzlich mitversichert werden. Auch Kinder können hier mitversichert werden. Wer in der Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert ist braucht allerdings für jedes weitere Familienmitglied einen gesonderten Vertrag mit der Kasse.

Unfall und Alter: Bezugsrechte klären

Bei der Unfallversicherung können Paare jedoch eine Familienversicherung abschließen. Man sollte aber darauf achten, dass Paare einander das Bezugsrecht für die Versicherungsleistung erhalten, um im Todesfall des Partners abgesichert zu sein.

Kompliziert wird es bei der Altersvorsorge: Ihre Risikolebensversicherungen können Paare nicht zusammenlegen. Eine gemeinsame abschließen schon. Auch hier müssen die Partner das jeweilige Bezugsrecht erhalten, um im Todesfall des anderen die Versicherungssumme zu bekommen. Bei unverheirateten Paaren erhalten sonst die Erben des verstorbenen Partners die Versicherungssumme.

Auch bei der Rentenversicherung sind verheiratete Paare besser gestellt. Stirbt der Partner, greift der Hinterbliebenenschutz. Man erhält dann eine Witwen- beziehungsweise Witwerrente. Anders ist es bei nichtverheirateten Paaren: Hier erhält der Partner nichts vom Hinterbliebenenschutz.

Interessant: Wenn es darum geht, ein Paar zur Kasse zu bitten, wird allerdings kein Unterschied zwischen verheiratet und nichtverheiratet gemacht. Ist der Partner, ob Ehepartner oder nicht, auf Arbeitslosengeld II (“Hartz 4”) angewiesen, dann wird zur Beitragsbemessung auch das Vermögen des anderen berücksichtigt!

Extra-Tipps für den Versicherungsabschluss:

  1. Versicherungsbeiträge jährlich statt monatlich zahlen! Das ist häufig günstiger.
  2. Bei Verträgen mit einer Laufzeit von fünf Jahren kommt man oft günstiger weg als mit einjähriger Laufzeit. Einen Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit kann man zwar “schon” nach drei Jahren kündigen. Dennoch ist man natürlich unflexibler als mit einem Einjahresvertrag!
  3. Auf gute Beratung achten: Je nach individuellen Bedürfnissen und Schwerpunkten sollte der Versicherungsschutz anders gelagert sein. Am besten lässt man sich beraten, damit man das beste Paket für sich schnüren kann. Tipp: Die Berater von Knip bekommen keine Provision und können daher neutral und unabhängig beraten!