Im vergangenen Jahr haben Naturkatastrophen weltweit so große Schäden angerichtet wie seit 2012 nicht mehr. Dazu zählten Erdbeben, Überschwemmungen, Stürme und Waldbrände. Über 175 Milliarden Dollar — so hoch schätzt beispielsweise die Münchener Rück die Gesamtschäden. Jedoch müssen Versicherer nur für einen Bruchteil der Summe einstehen, denn viele der Schäden waren nicht versichert. Vor allem in Entwicklungsländern.

Nichtsdestotrotz war die finanzielle Belastung für Versicherer im Jahr 2016 besonders hoch. Besonders durch die Überflutungen in Osteuropa und Frankreich, den Wintersturm „Xynthia”, die Erdbeben in Chile, Mexiko und auf Haiti und den Untergang der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ mussten die Unternehmen tief in die Tasche greifen, um die Versicherungsnehmer zu entschädigen.

Wenn die Schäden in die Milliarden gehen – Rückversicherer schützen die Erstversicherer

Überschwemmungen, Feuersbrünste und Erdbeben gehören für Versicherungen zum Alltag. Es gibt spezielle Schadensexperten, deren Job es ist Risiken zu berechnen und basierend darauf, Prämien festzulegen und Schäden zu begleichen.

Rückversicherer wiederum schützen die Erstversicherer vor den Belastungen, die sich aus großen Katastrophen ergeben. Aus diesem Grund können Versicherer ihren Kunden auch Schutz für große Risiken bieten: Denn die Versicherer wiederum geben einen Teil der Risiken an die internationalen Rückversicherungsmärkte weiter. So wird ein weltweiter Risikoausgleich erreicht. Dies ist vor allem bei sehr großen Einzelrisiken wichtig, wie beispielsweise großen Industrieanlagen. Dieser Risikoausgleich dient aber auch als Schutz gegen eine Kumulierung von Schäden, wie bei katastrophalen Wetterereignissen.

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Was ist ein Rückversicherer?

Bei einer Rückversicherung handelt es sich um die Übertragung von Risiken von einem Versicherungs- auf ein Rückversicherungsunternehmen. Dadurch verringert sich das versicherungstechnische Risiko für den Erstversicherer. Im Prinzip versichert sich also das Versicherungsunternehmen gegen mögliche Schäden.

Über Rückversicherungen werden große Risiken, wie etwa die möglichen Schäden in Millionenhöhe bei einem Erdbeben, auf mehrere Versicherer weltweit verteilt. Rückversicherer wiederum weiten diese Risiken geografisch und über mehrere Sparten hinweg aus. Das stabilisiert lokale Versicherungsmärkte und sichert die Zahlungsfähigkeit von Versicherungsgesellschaften.

An einem Rückversicherungsvertrag sind meist mehrere Rückversicherer beteiligt, die sich das vom Erstversicherer abgegebene Risiko prozentual untereinander aufteilen. Es wird auch deshalb eine geografisch möglichst breite Streuung des Risikos angestrebt, um so beispielsweise auch die Abdeckung von regionalen Häufungen von Schadensereignissen gewährleisten zu können, die durch Naturkatastrophen, Kriege oder politische bzw. wirtschaftliche Instabilität verursacht sind.

Die ersten Rückversicherer

Rückversicherungen gab es übrigens bereits im 14. Jahrhundert im Bereich der Seetransport-Versicherung. Das Prinzip wurde dann nach und nach für andere Bereiche des Versicherungswesens adaptiert.

Die Kölnische Rückversicherungs-Gesellschaft war später die erste professionelle Rückversicherung. Sie wurde im Jahr 1846 gegründet und nahm 1852 mit Abschluss des ersten Rückversicherungsvertrages den Geschäftsbetrieb auf.