Denkst Du auch, Patientenverfügungen sind nur was für ältere und kranke Menschen? Bist Du unsicher, was genau diese Verfügung beinhaltet und was das eigentlich ist? Wir geben Dir in 5 Punkten einen Einblick zum Thema Patientenverfügung – was ist das und wozu Du sie benötigst.

 1. Was ist das?

In der Patientenverfügung regelst Du, welche ärztlichen Maßnahmen Du im medizinischen Notfall, wie schwere Krankheit oder nach einem Unfall wünschst und welche Du ablehnst.

So werden Deine Wünsche gewahrt, auch wenn Du selbst in diesem Moment nicht ansprechbar bist. Bis zu dem Moment behältst Du selbstverständlich das Recht, Deine Verfügung jederzeit ganz oder in Teilen zu ändern.

2. Was muss meine Verfügung enthalten?

Deine Patientenverfügung ist verbindlich: Alle Angaben müssen von den Ärzten umgesetzt werden, wenn die Behandlungs- und Lebenssituation eintritt, für die Du diese ausgestellt hast. Für die Anerkennung dieser Verfügung ist notwendig, dass sie schriftlich vorliegt und folgende Punkte beinhaltet:

  • Vor- und Familienname, Geburtsdatum und Anschrift
  • Beschreibung der Situation, in der die Patientenverfügung gelten soll
  • genaue Vorgaben, zu lebenserhaltenden Maßnahmen, Schmerz- und Symptombehandlung sowie künstlicher Ernährung
  • Wünsche zu Sterbeort und -begleitung
  • Aussagen zur Verbindlichkeit, zur Auslegung, zur Durchsetzung und zum Widerruf
  • einen Hinweis auf weitere Vorsorgeverfügungen
  • einen Hinweis auf eine mögliche Bereitschaft zur Organspende
  • eine Schlussformel mit Datum und Unterschrift
  • Aktualisierungen, etwa alle zwei Jahre, auch mit Datum und Unterschrift

 3. Wann tritt die Patientenverfügung in Kraft?

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

  • als Patient bist Du momentan nicht einwilligungsfähig
  • beim Verfassen der Patientenverfügung warst Du volljährig und einwilligungsfähig (es ist nicht zwingend notwendig, die Patientenverfügung notariell beglaubigen zu lassen)
  • die geplante Maßnahme ist medizinisch notwendig

4. Wie erfahren die Ärzte von meiner Patientenverfügung?

Sinnvoll ist es, wenn Du eine Kopie an Angehörige und Deinen Hausarzt weitergibst. Auch eine Karte im Portemonnaie, auf der vermerkt ist, dass es eine Patientenverfügung gibt und wo deren Original hinterlegt ist, ist ausreichend. Du kannst auch eine Notiz auf Deinem Organspendeausweis hinterlassen, wenn Du schon einen bei Dir trägst.

5. Habe ich mit der Patientenverfügung in allen Punkten vorgesorgt?

Nein, dazu solltest Du zusätzlich eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung erstellen. Mit einer Vorsorgevollmacht beauftragst Du eine Person Deines Vertrauens stellvertretend für Dich zu handeln, zu entscheiden und auch Verträge abzuschließen. Sofern es in dieser Vollmacht niedergeschrieben wurde, gilt sie nur dann, wenn Du die Dinge nicht mehr selbst klären kannst. Du kannst die Vollmacht auch jederzeit entziehen oder inhaltlich verändern.

Die Vorsorgevollmacht erläutern wir in einem unserer nächsten Artikel ausführlicher.

 

Du siehst, eine Patientenverfügung ist in jedem Alter wichtig, egal ob Du 25 oder 55 bist. Sie gibt Dir das Recht, Entscheidungen im Vorfeld zu treffen und erleichtert auch Deinen Angehörigen den Umgang mit den Ärzten im Krankheitsfall.

 

Du hast noch weitere Fragen zur Patientenvollmacht? Unser Expertenteam berät Dich jederzeit gern.

Viele Grüße

Dein Knip Team