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Ohne sie geht nichts: Die private Haftpflichtversicherung, eine der wichtigsten Versicherungsarten

Jeder von uns kennt einen Tollpatsch mit zwei linken Händen. Doch auch die Geschicktesten unter uns brauchen ab und an einen Schutzengel. Wer sich nicht auf einen Schutzengel verlassen will, kann mit einer Haftpflichtversicherung trotzdem gut schlafen. Sie schützt den Versicherungsnehmer vor den Ansprüchen Dritter. Die Versicherungsexperten von Knip.de erklären, warum jeder eine Haftpflichtversicherung haben sollte und worauf man achten muss.

Oft reicht schon eine Sekunde der Unaufmerksamkeit und schon ist ein Missgeschick passiert. Kommt dabei ein Dritter oder dessen Eigentum zu Schaden, muss der Verursacher mit seinem Vermögen für den Schaden aufkommen. In diesem Fall springt die Haftpflichtversicherung ein und schützt den Versicherungsnehmer: Sie deckt nämlich alle Kosten, die durch Schäden an Dritten und deren Eigentum entstehen. Darüber hinaus kommt die private Haftpflichtversicherung dafür auf, unangemessene Forderungen Dritter abzuwehren und übernimmt mögliche Prozesskosten.

Expertenzitat

"Man sollte bei Abschluss der Versicherung unbedingt darauf achten, dass die Deckungssumme sinnvoll festgelegt wird. Sie sollte weder zu niedrig sein, sodass sie im Schadensfall nicht ausreichen würde, noch unverhältnismäßig hoch, damit die monatlichen Beiträge auch bezahlbar bleiben. Als Faustregel gilt eine Mindestdeckungssumme von etwa drei Millionen Euro. Am besten bespricht man sich mit seinem Berater und bestimmt die optimale Summe für die individuellen Bedürfnisse im gemeinsamen Gespräch."

Maximilian Bormann, Versicherungsexperte bei Knip
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Wieso profitiere ich
von einer Haftpflichtversicherung?

Die private Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen und jeder sollte eine haben. Da die monatlichen Beiträge relativ günstig sind, sollte jeder eine Haftpflichtversicherung abschließen.

Erstens passieren Schäden an einem Dritten relativ einfach und zweitens können diese schnell derart teuer werden, dass sie die eigenen finanziellen Mittel deutlich übersteigen. Überquert man beispielsweise eine Straße und verursacht dadurch einen Unfall, können durch Blechschäden und eventuelle Behandlungs-, Berufsunfähigkeits- und Schadensersatzkosten schnell sehr hohe Summen zusammen kommen.

Das Gleiche gilt, wenn man zum Beispiel an Silvester unvorsichtig mit einem Böller umgeht und einen Brand verursacht. Im schlimmsten Fall können so Schulden in Millionenhöhe entstehen, die man ohne Versicherung nicht tragen könnte. Kleine Schäden sind natürlich ebenfalls abgedeckt, beispielsweise, wenn man versehentlich Wein auf dem Teppich des Gastgebers verschüttet.

Zusammengefasst gilt: Die Privathaftpflichtversicherung kommt für die Kosten durch drei verschiedene Arten von Schäden: Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden, die durch Sach- und Personenschäden entstehen. Für reine Vermögensschäden kommen nur sehr wenige Anbieter auf. Die Haftpflichtversicherung deckt natürlich nur dann Schäden, wenn sie ohne Vorsatz entstanden sind. Wer also absichtlich im Affekt das Auto des in der Einfahrt parkenden Nachbarn demoliert, kann diesen Schaden später nicht seiner Haftpflicht melden!

Bei Partnern mit einer gemeinsamen Wohnung reicht eine gemeinsame Haftpflichtversicherung aus. Man sollte bei Abschluss der Versicherung aber darauf achten, dass beide Partner namentlich im Versicherungsvertrag genannt werden.

Auch Kinder sind im Rahmen dieser Versicherung bis zu deren Volljährigkeit oder bis sie Ausbildung oder Studium abgeschlossen haben mitversichert. Kinder bis zum Alter von 10 Jahren brauchen keine Haftpflichtversicherung. Sie sind deliktunfähig. Daher müssen weder die Kinder selbst noch die Eltern für einen Schaden aufkommen. Voraussetzung ist aber, dass Eltern zum Zeitpunkt eines Schadenfalls nicht ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Um sicher zu gehen, dass Kinder gut geschützt sind, empfiehlt es sich, trotzdem eine Haftpflichtversicherung für sie abzuschließen.

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Welche Formen von
Haftpflichtversicherungen gibt es?

Kfz-Haftpflichtversicherung

Jeder Fahrzeughalter muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Sie deckt Schäden ab, die im Straßenverkehr passieren, ob mit dem Auto oder dem Motorrad.

Ohne diese Versicherung wird das entsprechende Fahrzeug nicht für den Straßenverkehr zugelassen.

Berufshaftpflichtversicherungen

Bestimmte Berufsgruppen sind dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen.

Dazu zählen Rechtsanwälte und Versicherungsvermittler und -berater, die sich mit dieser Versicherung absichern müssen, um im Falle einer Falschberatung für die daraus entstehenden Kosten aufkommen zu können. Auch andere Berufsgruppen wie Dolmetscher oder Architekten können eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen, um sich gegen Forderungen aufgrund fehlerhafter Arbeit abzusicher

Jagdhaftpflichtversicherung

Jeder, der einen Jagdschein machen möchte, um auf die Jagd gehen zu können, muss eine Jagdhaftpflichtversicherung abschließen.

Sie kommt für alle Schäden an Dritten, die im Rahmen einer Jagd passieren, auf. Das Risiko, dass es auf der Jagd zu einem Schadensfall kommt, ist sehr hoch. Das liegt natürlich insbesondere an der hohen Gefahr durch den Einsatz von Schusswaffen.

Aber auch Schäden durch den eigenen Jagdhund sind mitversichert. Darüber hinaus trägt die Versicherung beispielsweise die Kosten, wenn man versehentlich einen Hochsitz beschädigt oder man im Rahmen seiner Jagdtätigkeit erhobene unberechtigte Vorwürfe abwehren muss. Die Versicherung trägt in diesem Fall die Prozesskosten.

Tierhalterhaftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung deckt Schäden durch Kleintiere wie Hamster oder auch Katzen ab. Für Hunde und Pferde braucht der Besitzer jedoch meist eine separate Tierhalterhaftpflichtversicherung. Sie ist normalerweise nicht verpflichtend, macht aber dennoch Sinn, da Tierhalter besonders hohe Haftungsrisiken tragen.

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung kommt nicht nur für Verletzungen auf, die Hund oder Pferd einem Dritten zufügen, sondern auch Sachschäden, beispielsweise wenn das eigenen Pferd die Stalltür kaputt macht. In vielen Versicherungen kann man Nachkommen des eigenen Pferdes oder Hundes in der privaten Haftpflichtversicherung mitversichern, wenn für die Mutter bereits eine separate Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen wurde.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Haus- und Grundbesitzer können mithilfe einer sogenannten Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung Unfälle und Schäden versichern. Dies gilt für Schäden, die aufgrund ihres Besitzes entstehen. Wird beispielsweise ein Dachziegel vom Dach geweht und beschädigt das Eigentum eines Dritten, so kommt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung dafür auf. Das Gleiche gilt, wenn ein Spaziergänger vor dem Haus des Versicherungsnehmers stürzt, weil der Gehweg noch schneebedeckt ist und nicht geräumt wurde.

Die Versicherung deckt auch Schäden, die in vermietetem Eigentum passieren. Vermietet man also eine Eigentumswohnung, ist man versichert, wenn ein Mieter sich verletzt, weil er die unzureichend sanierte Treppe herunterstürzte.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Bauherren sind dafür verantwortlich, ihr Grundstück zu sichern. Passiert dabei ein Fehler und verletzt sich ein Dritter, weil die Baustelle nicht ausreichend gesichert ist, muss der Bauherr für die anfallenden Kosten aufkommen. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt dieses Risiko und kommt darüber hinaus meist auch für sogenannte Allmählichkeits- und Senkungsschäden auf.

Allmählichkeitsschäden sind Schäden, die erst nach einer Weile sichtbar werden. Beispielsweise kann Feuchtigkeit im Laufe der Zeit einen großen Schaden anrichten, auch wenn dieser nicht vom ersten Tag an sichtbar ist. Auch Niederschläge oder Dämpfe zählen zu möglichen Ursachen von Allmählichkeitsschäden. Senkungsschäden entstehen, wenn der Untergrund sich verändert. Im schlimmsten Fall kann dies dazu führen, dass das Haus unbewohnbar wird. In diesem Fall deckt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung die angefallenen Kosten und sorgt dafür, dass dies den Bauherren nicht finanziell ruiniert.

Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

Vermögensschäden, die durch Sach- oder Personenschäden entstanden sind, sind in der privaten Haftpflichtversicherung integriert. Wer reine Vermögensschäden absichern will, kann dies mit einer zusätzlichen Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen tun. Dies ist vor allem im Berufsalltag sinnvoll. Ist man für einen Schaden an Dritten verantwortlich, haftet man dafür mit seinem eigenen Vermögen. Daher kann es Sinn machen, neben Sach- und Personenschäden auch Schäden abzusichern, die man am Vermögen Dritter unabsichtlich anrichtet.

Investiert ein Dritter beispielsweise nach einer Finanzberatung Geld im Rahmen einer vom Finanzberater empfohlenen Anlageform, so kommt die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung des Finanzberaters für eventuelle Schäden durch eine Falschberatung auf, wenn das Vermögen des Dritten Schaden nimmt. Für Notare, Dolmetscher oder Versicherungsmakler ist diese Versicherung ebenfalls sinnvoll und kann den Versicherungsnehmer im Schadensfall vor dem finanziellen Ruin bewahren.

Veranstalterhaftpflichtversicherung

Wenn man eine Veranstaltung organisiert, kann man Schäden, die im Rahmen dieser Veranstaltungen entstehen, mit einer Veranstalterhaftpflichtversicherung abdecken.

Der Veranstalter trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter, Besucher und Ausrüstung geschützt sind und muss im Ernstfall für entstandene Schäden aufkommen. Diese können schon bei kleinen Veranstaltungen finanziell kaum tragbar sein. Eine Veranstalterhaftpflichtversicherung schützt den Veranstalter vor, während und nach der organisierten Veranstaltung bei Schäden an Personen, Sachgegenständen und Vermögen.

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Worauf muss ich beim Abschluss einer
Haftpflichtversicherung achten?

Schlüssel mitversichern

Man sollte am besten Schlüsselverlust mitversichern, wenn man berufsbedingt oder auch im Privatleben mit Schlüsseln Dritter betraut ist. Dann werden Kosten übernommen, entstehen, wenn man sie verliert. Gerade im Berufsleben kann der Verlust von Schlüssel oder Keycard teuer werden.

Forderungsausfallversicherung: Abgesichert gegen Missgeschicke Dritter

Darüber hinaus sollte man unbedingt eine Forderungsausfallversicherung in die private Haftpflichtversicherung integrieren. Sie garantiert, dass die Kosten übernommen werden, wenn man selbst verletzt wird oder ein Dritter das eigene Eigentum beschädigt, der keine private Haftpflichtversicherung hat und nicht für den Schaden aufkommen kann.

Zeitwert oder Neuwert?

Bei Sachschäden übernimmt die private Haftpflichtversicherung in der Regel den Zeitwert, nicht den Neuwert. Das heißt, sie zahlt den Wert eines Gegenstandes zum Zeitpunkt des Schadens, nicht aber den Preis, der nötig wäre, um heute einen gleichwertigen Gegenstand neu zu erwerben. Man sollte darauf achten, den Neuwert in der Police einzuschließen.

Grobe Fahrlässigkeit

Viele Versicherer kommen nur dann für einen Schaden auf, wenn der Versicherungsnehmer nicht grob fahrlässig gehandelt hat. Der Versicherungsnehmer muss also jederzeit seine Sorgfaltspflicht einhalten. Häufig kann man den Schutz jedoch auch auf Schäden durch grobe Fahrlässigkeit erweitern. Die Versicherung zahlt dann, wenn ein Schaden unabsichtlich passiert ist.
Geliehene Gegenstände und helfende Hände: Die Versicherung zahlt nicht

Der Schutz der privaten Haftpflichtversicherung gilt meist nicht für geliehene Gegenstände oder "geliehene Personen". Lädt man also die besten Freunde dazu ein, beim Umzug behilflich zu sein, sind die Schäden, die sie verursachen, nicht von der Haftpflichtversicherung gedeckt. Lässt der beste Freund den teuren Fernseher fallen, übernimmt weder die eigene, noch die Versicherung des Freundes den Schaden!

Hat man die Versicherung abgeschlossen, sollte man darauf achten, Belege für beschädigte Gegenstände beim Versicherer einzureichen. Nur dann kann man sicher sein, dass die Versicherung für den Schaden aufkommt. Auch Kontoauszüge, um zu beweisen, dass der genannte Betrag von dem entsprechenden Unternehmen abgebucht wurde, sind sinnvoll.

Spartipp: Die Beiträge zur Haftpflichtversicherung können steuerlich abgesetzt werden! Man kann die Kosten also in der Steuererklärung angeben. Sie werden aber nur dann als steuerlich absetzbar anerkannt, wenn sie nicht als Betriebskosten ausgezeichnet werden.

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Die wichtigsten
Fragen

Gilt die Haftpflichtversicherung auch im Ausland?

Ja, die Haftpflichtversicherung ist auch bei Auslandsaufenthalten gültig, solange man sich als Tourist in dem Zielland aufhält, also nicht dort mit Wohnsitz gemeldet ist. Sie gilt für Auslandsaufenthalte weltweit, also über die EU hinaus und deckt auch Schäden an Mietwohnungen und Ferienhäusern ab, sodass es nicht notwendig ist, einen zusätzlichen Auslandsschutz abzuschließen.

Greift die Haftpflichtversicherung auch bei Glasschäden?

Die Privathaftpflichtversicherung greift in der Regel nicht bei Glasschäden, etwa wenn ein Fenster kaputt geht oder ein Ceran-Kochfeld. Die meisten Versicherer schließen diesen Schutz kategorisch aus.

Man kann Glasschäden und den Ceran-Herd aber als Zusatz in die Police integrieren. Dadurch steigen die Beiträge zwar, aber im Ernstfall sind Fenster, Glastisch und Ceran-Kochfeld geschützt. Dies kann insbesondere bei teurer Küchenausstattung sinnvoll sein! Tipp: Unbedingt prüfen, ob auch Bunt- oder Mosaikglas von der Versicherung gedeckt sind.

Kommt die Haftpflichtversicherung für Schäden am Smartphone auf?

Bei Schäden am Smartphone kommt es darauf an, wer diese verursacht hat. Beschädigt ein Dritter das eigene Smartphone, muss die Haftpflichtversicherung dieser Person den Schaden übernehmen. Besitzt er keine Versicherung, muss er selbst dafür aufkommen.

Beschädigt man jedoch das eigene Handy, so kommt die Haftpflichtversicherung nicht für den Schaden auf, da sie ja nur für Schäden an Dritten und deren Eigentum und Vermögen haftet. Interessenten können eine separate Handy-Versicherung abschließen, um sich gegen Schäden abzusichern. Allerdings sollte man sich vorher gut über Leistungen und Tarife informieren und abwägen, ob diese Zusatzversicherung sich wirklich lohnt.

Das Risiko

Oft reicht schon eine Sekunde der Unaufmerksamkeit und schon ist ein Missgeschick passiert. Kommt dabei ein Dritter oder dessen Eigentum zu Schaden, muss der Verursacher mit seinem Vermögen für den Schaden aufkommen..

Dein Vorteil

Wenn man eine private Haftpflichtversicherung abschließen möchte, sollte man seinen individuellen Bedarf mit einem unabhängigen Berater besprechen, der das Angebot finden kann, das den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht

Unser Tipp

Je höher die Verpflichtungen gegenüber dem geliebten Personenkreis sind, umso höher sollte man die Lebensversicherung wählen. Das gilt vor allem als Alleinerziehender oder Alleinverdiener in einer Lebensgemeinschaft.