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Von Auto-Haftpflicht bis Vollkasko – Diese Kfz-Versicherungen lohnen sich

Deutschland ist das Land der Auto-Liebhaber ­- da werden die Karossen gehegt und gepflegt. Auf die Frage, ob das Auto versichert ist, antwortet man pflichtgemäß mit "Ja". Denn eine Autohaftpflichtversicherung, auch Kfz-Haftpflichtversicherung genannt, muss jedes Auto haben, das am Straßenverkehr teilnimmt. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland und vielen weiteren Ländern Pflicht.

Allerdings kann man unter dem Begriff Autoversicherung noch viel mehr verstehen. Denn neben der obligatorischen Autohaftpflicht, fallen auch noch die Teilkaskoversicherung sowie die Vollkaskoversicherung unter diesen Oberbegriff. Außerdem gibt es die nicht ganz so weit verbreitete Insassenunfallversicherung. Neben den Kfz-Versicherungen fürs Auto gibt es Versicherungen für andere Kraftfahrzeuge, wie zum Beispiel Motorräder, Mopeds oder Lastkraftwagen.

Expertenzitat

"Bei der Autoversicherung unterscheidet man die Schadensarten nach Personenschäden, Vermögensschäden und Sachschäden. Zum Beispiel wird die Kfz-Haftpflichtversicherung typischerweise dann aktiv, wenn der Versicherte einen Unfall verursacht und dabei eine andere Person verletzt oder deren Fahrzeug beschädigt wird. Man merkt also: Hier geht es schnell richtig ins Geld. Es ist wichtig, die richtige Versicherung für die persönlichen Bedürfnisse auszuwählen"

Tom Schmidt, Versicherungsexperte bei Knip
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Wieso profitiere ich
von einer Kfz-Versicherung?

Da die Kfz-Haftpflichtversicherung in Deutschland Pflicht ist, kann jedes motorisierte, zulassungspflichtige Fahrzeug nur dann angemeldet werden, wenn der Halter eine entsprechende Autoversicherung nachweisen kann. Sie dient dem finanziellen Schutz von Unfallgeschädigten.

Denn: Egal ob ein kleiner Kratzer beim Einparken oder aber ein Unfall mit anderen Fahrzeugen, ein Verkehrsunfall kann schnell zum finanziellen Fiasko werden.

Damit dieser Fall nicht eintritt, gibt es die Autoversicherungen. Sie deckt, je nach gewählter Versicherungsart, die Kosten des Schadens ab. Es werden zwar im Rahmen aller vier Versicherungen Risiken versichert, die durch die Nutzung eines Fahrzeuges auftreten können, aber dennoch ersetzt die jeweilige Versicherung unterschiedliche Schadensarten.

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Welche Formen von
Kfz-Versicherungen gibt es?

Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung, welche wie eine private Haftpflichtversicherung funktioniert.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung gilt allerdings speziell für das Kraftfahrzeug und deckt Personen- oder Sachschaden einer dritten Person im Straßenverkehr ab. Dabei kann es sich sowohl um kleine Kratzer beim Einparken, als auch um einen Unfall mit verletzten Personen handeln. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ersetzt allerdings keine Schäden am eigenen Fahrzeug. Für den Geltungsbereich der Haftpflichtversicherung ist es unerheblich, ob der Schaden im öffentlichen Raum entsteht, also dort wo auf Straßen die Straßenverkehrsordnung gilt, oder auf einem Privatgelände. Auch auf dem Hotelparkplatz, vor dem Supermarkt oder in der Tiefgarage einer Wohnanlage ist das Auto beziehungsweise der Autohalter abgesichert.

Autohaftpflichtversicherung: Drei Merkmale bestimmen die Beitragshöhe

Der Beitrag zur Haftpflichtversicherung richtet sich im Wesentlichen nach drei Merkmalen: der Regionalklasse, der Typklasse und der Schadenfreiheitsklasse des Versicherten.

Besonders für Fahranfänger kann die Kfz-Haftpflicht sehr teuer werden: Häufig werden sie mit einem Beitrag von rund 250 Prozent eingestuft. Ein legaler Spartrick: Einfach das Fahrzeug für eine Zeit lang auf die Eltern als Zweitwagen anmelden, denn dann ist der Beitragssatz sehr viel geringer. Mit der Fahrerfahrung ohne Unfälle sinkt auch die persönliche Beitragshöhe. Wird das Auto irgendwann dann unter dem eigenen Namen angemeldet, werden die unfallfreien Jahre angerechnet. Dumm nur, wenn man in dieser Zeit einen Unfall baut: Dann belastet es den Schadenfreiheitsrabatt der Eltern - und die zahlen dann mehr.

Während man den Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung nicht vermeiden kann, sind die weiteren Autoversicherungen freiwillig. Dabei handelt es sich um die sogenannten Kaskoversicherungen. Diese teilt man in die Vollkasko- und die Teilkaskoversicherung ein. Je nach Bedarf und Geldbeutel kann man sich für verschiedene Zusatzoptionen entscheiden.

Teilkaskoversicherung

Die Kfz-Teilkaskoversicherung ist im Prinzip die abgeschwächte Version der Vollkaskoversicherung. Hat man selbst einen Schaden oder Unfall verursacht, übernimmt sie einen Teil des Schadens.

Außerdem deckt die Teilkaskoversicherung nicht nur Schäden nach Unfällen ab. Je nach Versicherungsgesellschaft sind auch Einbruchsschäden, Diebstahl oder Vandalismus eingeschlossen, sowie Schäden, die durch Tiere verursacht wurden. Darunter fallen zum Beispiel Marderbiss oder Wildunfälle.

Diese Art der Versicherung abzuschließen, ist keine Pflicht des Versicherungsnehmers. Sie kann allerdings auf Wunsch hinzugefügt werden, um einen noch besseren Schutz zu bieten.

Vollkaskoversicherung

Die Vollkaskoversicherung besteht im Prinzip aus der Teilkaskoversicherung und der Kollisionsversicherung. Letztere deckt Schäden am eigenen Fahrzeug durch Selbstverschuldung komplett ab. Die Vollkaskoversicherung sorgt also für einen Rundumschutz für Fahrzeug und Halter. Auch hier ist es wichtig, Prämien und Beiträge der verschiedenen Versicherungsgesellschaften zu vergleichen, um die beste Autoversicherung zu finden.

Insassenunfallversicherung

Die vierte Art der Autoversicherung ist die Insassenunfallversicherung. Diese ist ebenso freiwillig und sie deckt alle Schäden ab, die die Mitfahrer erleiden. Bei einem Unfall kann es schnell zu Verletzungen kommen, deshalb kann sich eine solche Versicherung lohnen. Denn auch die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt, ärztliche Behandlungen und Reha-Maßnahmen können schnell in horrende Höhen steigen.

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Worauf muss ich beim Abschluss einer Kfz-Versicherung achten?

Egal ob Wechsel oder Neuabschluss, damit das beste Versicherungspaket zusammengestellt werden kann, gilt es einiges zu beachten.

Ganz wichtig: eine möglichst große Deckungssumme in der Haftpflicht. Muss einem Verletzten beispielsweise ein lebenslang eine Rente gezahlt werden, geht der Schaden schnell in Millionenhöhe. Ist der Schaden höher, als die Versicherungssumme, haftet der Unfallverursacher persönlich. Dann geht es ans Ersparte oder es wird lebenslang ein Teil des Lohns gepfändet.

Die gesetzliche Mindestdeckungssumme liegt für Personenschäden bei 7,5 Millionen Euro.

Bei der Haftpflichtversicherung außerdem noch interessant: In welchen anderen Ländern gilt sie? Gilt sie in Europa und beinhaltet sie die sogenannte Mallorca-Police, falls man im Ausland einen Unfall mit Mietwagen hat? Insbesondere vor langen Autourlauben und Roadtrips durch mehrere Länder sollte man den Versicherungsschutz konkret überprüfen.

Keine gesetzlichen Vorgaben bei den Kaskoversicherungen

Da es bei Kaskoversicherungen keine gesetzlichen Regelungen gibt, ist es hier schwieriger, verschiedene Policen miteinander zu vergleichen, da die Versicherer ihre Verträge frei gestalten können. Einige Punkte lohnt es aber ganz besonders genau unter die Lupe zu nehmen:

Auf jeden Fall sollte die Versicherung den "Verzicht auf Einwand grober Fahrlässigkeit" beinhalten, damit die Versicherung auch dann zahlt, wenn man beispielsweise ein Stoppschild nicht beachtet hat. Ohne diesen Zusatz, kann die Versicherung Geld vom Versicherten zurückfordern.

Wer einen Neuwagen besitzt, sollte auf die Versicherungsoption "Neuwertentschädigung" achten: Je länger bei Diebstahl oder Totalschaden der Neupreis gezahlt wird, umso besser!

Viele Versicherer bieten außerdem einen Rabatt, wenn beispielsweise eine bestimmte jährliche Fahrleistung nicht überschritten wird. Auch wer sein Auto nachts in einer Garage parkt, kann einen Rabatt beim Versicherer erzielen. Ein solcher Rabatt wird oft auch dann gewährt, wenn man sich bereit erklärt, sein Auto nur in bestimmten Werkstätten reparieren zu lassen, den sogenannten Vertragswerkstätten der Versicherer.

Gerade auf die Werkstattbindung sollten Versicherungskunden nur eingehen, wenn sie sich auch wirklich daran halten wollen und können. Denn: Vertragswerkstätten sind meist etwas teurer.

Für Autofahrer mit vielen unfallfreien Jahren besonders wichtig: Wird der Schadenfreiheitsrabatt von der neuen Versicherung in gleichem Maße gewährt?

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Die wichtigsten
Fragen

Greift die Kasko-Versicherung bei Kollisionen, egal mit welchem Tier?

Leider nein. Die Kaskoversicherung zahlt nur für Unfälle, die durch den Zusammenstoß mit Haarwild verursacht wurden. Zu Haarwild zählen Wildschweine, Rehe, Hirsche, Füchse oder Hasen. Wer mit Nutztieren wie einem Schaf, einer Kuh oder einem Pferd kollidiert, geht leer aus - obwohl die Folgen auch sehr teuer werden können. Deshalb sollten Autofahrer gegen die Kollision mit möglichst allen Tieren versichert sein, insbesondere in Gegenden mit hohem Wildtier- und Nutztieraufkommen. Dieser erweiterte Baustein kostet nicht die Welt, ist aber im Ernstfall richtig viel Geld wert.

Ein großes Ärgernis ist der weit verbreitete Marderbiss: Die nagefreudigen Raubtiere knabbern Schläuche im Motorraum an und hinterlassen erhebliche Schäden. Auch Marderbiss sollte daher - je nach normalem Einsatzradius des Autos, abgesichert sein. Jedoch werden üblicherweise nur die direkt beschädigten Teile erstattet, abzüglich Selbstbeteiligung. Für Halter auf dem Land lohnt oft nicht nur der Schutz vor Marderbiss, sondern zusätzlich noch die Absicherung gegen Folgeschäden an Schläuchen und Verkabelung, beispielsweise wenn der Schaden nicht direkt bemerkt wird.

Was bedeutet Werkstattbindung in der Vertragsklausel?

Eine Kaskoversicherung mit Werkstattbindung bietet dem Versicherten besonders günstige Konditionen, wenn er im Gegenzug Reparaturen nur in den Partnerwerkstätten des Versicherers durchführen lässt. Solche Tarife sind verlockend, weil sie bis zu 20 Prozent Rabatt bringen. Wer ein Fahrzeug geleast oder finanziert hat, sollte aber besonders aufmerksam sein: Denn schlimmstenfalls geht die Neuwagengarantie flöten oder Leasingverträge werden gekündigt!

Was ist ein Rabattretter?

Den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt sollte man retten, wo immer es geht. Wer auf einen Rabattretter setzt, eine Art Joker für den Ernstfall, kann sich damit häufig die Beitragserhöhung nach einem selbst verschuldeten Unfall ersparen.

Bin ich mit meiner Autohaftpflichtversicherung auch im Ausland mit einem Mietwagen abgesichert?

Das kommt ganz auf die abgeschlossene Versicherung an. Im Ausland sind die Deckungssummen der Versicherungen meist sehr viel niedriger als im Heimatland. Höhere Kosten müssen dann selbst getragen werden, was unter Umständen teuer werden kann.

Mit der sogenannten "Mallorca-Police", einer Zusatzversicherung, lässt sich diese Versicherungslücke schließen. Die Absicherung ist nicht auf die Insel oder Spanien beschränkt. Sie ist so benannt, weil Urlauber gern auf Mallorca einen Leihwagen nehmen. Nur wer keine Autos im Ausland anmietet, kann darauf verzichten.

Wie versichere ich mich richtig gegen Marderbissschäden?

Die Teilkasko deckt bis zu einer bestimmten Summe die Reparaturkosten ab, die durch Marderbisse notwendig werden. Allerdings werden in der Regel nur die unmittelbar beschädigten Teile, abzüglich Selbstbeteiligung, erstattet.

Davon ausgenommen bleiben die Folgeschäden. Angebissene Zündkabel etwa können zu unrundem Motorlauf führen und den Katalysator zerstören. Sorgen die Vertreter der Marderfamilie - hierzu gehören unter anderem Iltis, Nerz, Hermelin, Wiesel, Stein- und Felsmarder - für undichte Kühlschläuche kann dies zu einer Motorüberhitzung führen. Das Eindringen von Schmutz und Wasser infolge perforierter Gummi-Manschetten beschädigt Antriebs- und Achsgelenke. Die Folgen sind eine große finanzielle Belastung. Gute Versicherer zahlen daher mindestens 3000 Euro auch für Folgeschäden.

Expertenzitat

Ein passender Rundum-Schutz ist besonders bei der Autoversicherung wichtig, denn schnell gehen Schadenssummen in den Millionenbereich! Während die Kfz-Haftpflichtversicherung noch relativ übersichtlich ist, da es sich um eine Pflichtversicherung handelt, sieht das im Bereich der Teil- und Vollkasko-Versicherung schon anders aus. Hier sind die Versicherungsträger nicht reglementiert. Dies kann zu vollkommen unterschiedlichen Versicherungsleistungen und-beiträgen führen.

Deshalb empfiehlt es sich, den perfekten Schutz von unabhängigen Beratern zusammenstellen zu lassen. Sie kennen die Vorteile und Risiken und können beurteilen, welche Versicherung zu welchen Bedürfnissen passt.

Auch kann sich die Anschaffung oder Miete einer Garage über die Jahre lohnen, da die meisten Versicherungen bei überdacht und gut geschützt abgestellten Fahrzeugen zu Recht eine niedrigere Gefahr für Einbrüche, Diebstahl oder Vandalismus annehmen und dies mit niedrigeren Beiträgen honorieren. Auch hat es einen Einfluss auf die Beitragshöhe, ob man das Auto auf dem Land oder in der Stadt anmeldet, da insbesondere Blechschäden durch Auffahrunfälle im Stop-and-Go-Verkehr in ländlichen Gebieten weniger häufig sind.

Das Risiko

Eine Autohaftpflichtversicherung, auch Kfz-Haftpflichtversicherung genannt, muss jedes Auto haben, das am Straßenverkehr teilnimmt. Denn: Egal ob ein kleiner Kratzer beim Einparken oder aber ein Unfall mit anderen Fahrzeugen, ein Verkehrsunfall kann schnell zum finanziellen Fiasko werden.

Dein Vorteil

Damit dieser Fall nicht eintritt, gibt es die Autoversicherungen. Sie deckt, je nach gewählter Versicherungsart, die Kosten des Schadens ab. Sie dient dem finanziellen Schutz von Unfallgeschädigten.

Unser Tipp

Die Anschaffung oder Miete einer Garage kann sich lohnen, da die meisten Versicherungen bei überdacht und gut geschützt abgestellten Fahrzeugen zu Recht eine niedrigere Gefahr für Einbrüche, Diebstahl oder Vandalismus annehmen und dies mit niedrigeren Beiträgen honorieren.