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Zahnzusatzversicherung & Co: Extra gut geschützt mit der richtigen Krankenzusatzversicherungen

Chefarztbehandlung, Einzelzimmer im Krankenhaus und die gute Kunststofffüllung statt des ordinären Amalgams - privat Versicherte werden in vielen Fällen bevorzugt behandelt und bekommen Kosten für einige Behandlungen erstattet, für die der gesetzlich Versicherte zuzahlen oder die er komplett selbst übernehmen muss.

Ein Stück Privatversicherung gibt es jedoch auch für gesetzlich Versicherte, die nicht in eine private Krankenkasse aufgenommen werden können. Mithilfe privater Krankenzusatzversicherungen lässt sich die Lücke zwischen den zu zahlenden Kosten und den Leistungen, die von der Versicherung gedeckt werden, bei einigen Behandlungsmaßnahmen minimieren.

Expertenzitat

"Private Zusatzversicherungen sind eine gute Möglichkeit, um die Lücke zwischen Behandlungskosten und den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zu mindern. Man sollte seine finanzielle Situation und seinen Bedarf bewerten und dann mit einem Berater überlegen, welche Zusatzversicherung man wann benötigt. Schließt man in jungen Jahren eine Zusatzversicherung ab, sind die Beiträge meist noch niedriger. Allerdings braucht nicht jeder Student schon eine Pflegezusatzversicherung. Gesetzlich Versicherte erhalten eine sinnvolle Behandlung - bei allem, was darüber hinaus geht, kommt es auf die eigenen Bedürfnisse an."

Tom Schmidt, Versicherungsexperte bei Knip
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Welche Formen von
Krankenzusatzversicherungen gibt es?

Zusatzversicherung für ambulante Behandlungen

Mit einer Zusatzversicherung für ambulante Behandlungen erhält man von der Versicherung Zuschüsse für Leistungen, die nicht oder nur teilweise von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt werden. Somit erhalten Versicherte eine ambulante Behandlung die über den gesetzlichen Standard leistet.

Dazu zählen Zuschüsse zu Medikamenten, Brillen oder Vorsorgeuntersuchungen. Häufig werden auch Vorsorgeuntersuchungen übernommen, die von der gesetzlichen Krankenkasse erst ab einem bestimmten Alter oder bei einer bestimmten Krankheit gedeckt sind. Darüber hinaus kommen einige Versicherer für die Mehrkosten von Schutzimpfungen auf, die vor einer Auslandsreise in Anspruch genommen werden sollten.

Meistens werden zudem die Kosten für Arzneimittel, Heilmittel und Verbandmaterial vollständig übernommen. Viele Versicherungen kommen auch für die Behandlung durch einen Heilpraktiker oder Kuraufenthalte auf, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden können.

Die ambulante Zusatzversicherung entspricht dem Kostenerstattungsprinzip. Somit bleiben dem Versicherten bei ambulanter Behandlung in der Regel Zuzahlungen erspart. Außerdem erhalten sie ein größeres Leistungsspektrum. Der Arzt stellt eine privatärztliche Rechnung für die Behandlung aus, die Versicherte bei der gesetzlichen Krankenkasse einreichen können. Diese erstattet dann den in der gesetzlichen Versicherung festgelegten Anteil. Im Anschluss daran wird die Rechnung an die ambulante Zusatzversicherung geschickt, die die übrigen Kosten ganz oder zu einem großen Teil erstattet.

Zusatzversicherung für stationäre Wahlleistungen

Die Zusatzversicherung für stationäre Wahlleistungen oder Krankenhaus-Zusatzversicherung sorgt dafür, dass Versicherte in stationärer Behandlung wie ein Privatpatient behandelt werden. Die Versicherung kommt für Kosten durch die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus und Chefarztbehandlung auf. Diese werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen.

Zur Zusatzversicherung für stationäre Wahlleistungen gehört in der Regel auch die freie Krankenhauswahl. Versicherte sind dann nicht an ein bestimmtes Krankenhaus gebunden, sondern können frei aussuchen, wo sie behandelt werden wollen. Achtung: Dies gilt jedoch nur für die Behandlung in Deutschland!

Zusätzlich dazu kann ein Krankenhaustagegeld vereinbart werden, sodass auch Kosten für die Kinderbetreuung, den Fernseher im Krankenzimmer und die Anfahrtskosten von Familienmitgliedern, die den Versicherten im Krankenhaus besuchen, gedeckt werden können.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme dieser Leistungen ist, dass eine stationäre Behandlung medizinisch notwendig ist. Darüber hinaus muss die gesetzliche Krankenversicherung die dort festgelegte Behandlung übernehmen; die Zusatzversicherung kommt für alle weiteren Kosten auf. Leistungen aus der Krankenhaus-Zusatzversicherung erhalten Versicherte normalerweise ab etwa drei Monaten nach Abschluss der Versicherung.

Gesetzlich versicherte Angestellte erhalten ein Krankengeld, wenn sie länger als sechs Wochen krank sind. Bis dahin ist der Arbeitgeber zu einer gesetzlichen Lohnfortzahlung verpflichtet. Er zahlt den Lohn des Angestellten also sechs Wochen lang fort. Danach greift das gesetzliche Krankengeld und mindert denVerdienstausfall, wenn der Versicherte erkrankt.

Teilweise kann Krankengeld auch in Anspruch genommen werden, wenn das mitversicherte Kind krank wird und ein Elternteil zuhause bleiben muss, um sich darum kümmern zu können. Umgangssprachlich spricht man dann von "Kinderkrankengeld".

Gesetzlich Versicherte können darüber hinaus eine private Krankentagegeld-Versicherung abschließen. Diese lohnt sich vor allem bei einem hohen Einkommen. Das Krankengeld beträgt normalerweise etwa 70 Prozent des letzten Bruttogehalts oder 90 Prozent des letzten Nettogehalts. Je höher das Einkommen, desto höher wird jedoch auch die Lücke zwischen regulärem Einkommen und Krankengeld, das der Versicherte im Krankheitsfall erhält.

Mit einer privaten Zusatzversicherung, der privaten Krankentagegeld-Versicherung, können sich Arbeitnehmer absichern und diese Lücke schließen, indem sie mit den Leistungen aus der Krankentagegeld-Versicherung die Zahlungen aus dem gesetzlichen Krankengeld aufstocken.

Vor allem für Selbstständige und Freiberufler ist eine Krankentagegeld-Versicherung unabdingbar. Sie haben in der gesetzlichen Krankenversicherung die Wahl, ob sie ein Krankengeld mitversichern möchten oder nicht. Außerdem können sie sich entscheiden, ob sie die Krankengeld-Versicherung um eine Krankentagegeld-Versicherung erweitern möchten. Sie können festlegen, dass das Krankentagegeld bereits ab dem 22. Tag ausgezahlt wird. Je nach persönlicher finanzieller Situation ist das eine gute Möglichkeit, einen Verdienstausfall bereits nach kurzer Zeit abzufangen und damit den Verlust so gering wie möglich zu halten.

Achtung: Für Erwerbslose macht eine Krankentagegeld-Versicherung jedoch keinen Sinn, da die Zahlungen der Versicherung an das Einkommen gebunden sind. Das Krankentagegeld wird übrigens netto ausbezahlt und ist steuerfrei!

Um Krankentagegeld beziehen zu können, muss der Versicherte stationär oder ambulant von einem Arzt behandelt werden. Für den Abschluss der Versicherung müssen Antragsteller normalerweise eine Gesundheitsprüfung machen. Es gibt zwar auch Krankentagegeld-Versicherungen ohne Gesundheitsprüfung, allerdings sind diese etwas teurer. Das gesetzliche Krankengeld wird für maximal zwei Monate gezahlt.

Man sollte am besten verschiedene Anbieter miteinander vergleichen. Nicht nur der monatliche Versicherungsbeitrag sollte geprüft werden, sondern auch der Leistungsumfang verschiedener Versicherungen.

Wer sein Einkommen darüber hinausgehend absichern will, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Pflegezusatzversicherung

Gesetzlich Versicherte erhalten im Pflegefall Zahlungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Diese kommt jedoch nicht für alle Kosten auf. Daher lohnt es sich, sich über die Pflegezusatzversicherung zu informieren, mit der man die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung ergänzen kann.

So kann man dafür sorgen, dass im Ernstfall nicht das eigene angesparte Vermögen angegriffen wird. Hinzu kommt, dass Kinder für die Kosten der Pflege von Elternteilen aufkommen müssen, ebenso wie Partner und Geschwister. Erst dann greift die gesetzliche Pflegeversicherung.

Die Pflegezusatzversicherung gliedert sich in drei Modelle: Die Pflegetagegeld-Versicherung, die Pflegekosten-Versicherung und die Pflege-Rentenversicherung.

Pflegetagegeld-Versicherung

Die Pflegetagegeld-Versicherung ist eine sinnvolle Möglichkeit für die Finanzierung privat organisierter Pflege. Die Versicherung zahlt dann unabhängig von den in Anspruch genommenen Leistungen ein festgelegtes Tagegeld, das sich nach der Beitragshöhe sowie der Pflegestufe des Versicherten bemisst.

Pflege-Bahr: Pflegetagegeld-Versicherungen vom Staat

Im Jahr 2013 wurde das sogenannte "Pflege-Bahr", benannt nach dem ehemaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr, eingeführt. Das Pflege-Bahr ist ein Pflege-Tagegeld, das monatlich staatlich bezuschusst wird.

Pflegekosten-Versicherung

Die Pflegekosten-Versicherung kommt teilweise für die Kosten auf, die durch die Pflege entstehen. Die Versicherung dient als Aufstockung der gesetzlichen Pflegeversicherung um einen zuvor festgelegten Prozentsatz.

Sie zahlt also keinen festgelegten Betrag aus. Daher müssen Versicherte alle in Anspruch genommenen Leistungen nachweisen können und einreichen. Diese Leistungen müssen "professionelle Pflegedienstleistungen" sein. Wenn ein Familienmitglied die Pflege übernimmt, erhält es normalerweise kein Geld von der Versicherung, da es die erforderlichen Nachweise nicht erbringen kann.

Nicht alle Leistungen werden von der Versicherung abgedeckt. Normalerweise erlauben Versicherer nur solche Leistungen, die auch von der gesetzlichen Pflegeversicherung abgedeckt werden.

Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung zahlt dem Versicherten eine monatliche Rente, wenn ein Haus- oder Facharzt feststellt, dass der Versicherte eindeutig pflegebedürftig ist. Der Versicherte darf das Geld für Pflegedienstleistungen einsetzen, aber auch generell so über das Geld verfügen, wie er möchte.

Zahnzusatzversicherung

Die gesetzliche Krankenkasse kommt nur für Kosten durch die Regelversorgung auf und leistet einen Festzuschuss zu Zahnbehandlungen. Dieser ist jedoch relativ gering. Versicherte müssen also damit rechnen, einen hohen Anteil selbst zu tragen. Diese Lücke lässt sich mit einer Zahnzusatzversicherung verkleinern. Darüber hinaus deckt die Zahnzusatzversicherung je nach Anbieter oft eine wesentlich größere Bandbreite ab.

In der Regel erstattet die Zahnzusatzversicherung zumindest teilweise die Kosten von Kieferorthopädie, Prophylaxe, Zahnbehandlungen und Zahnersatz. Zum Bereich Prophylaxe zählen Maßnahmen wie professionelle Zahnreinigung und Früherkennungsmaßnahmen von Zahnkrankheiten. Zur Zahnbehandlung zählen Füllungen oder chirurgische Eingriffe. Zahnersatz deckt Leistungen wie Zahnprothesen und Zahnkronen ab. Versicherte mit einer privaten Zahnzusatzversicherung können dank der Versicherung beispielsweise einen festsitzenden Zahnersatz statt einer herausnehmbaren Teilprothese beantragen.

Die private Zahnzusatzversicherung reduziert die Kosten für Behandlungen und Zahnersatz.

Zahnzusatzversicherte können beispielsweise die Kosten für eine Keramikfüllung bei der Versicherung geltend machen. Zum Vergleich: Eine gesetzliche Krankenkasse würde nur die Kosten einer Amalgamfüllung abdecken.

Auch weitergehende Leistungen in den Bereichen Prophylaxe oder Kieferorthopädie können von der Zahnzusatzversicherung gedeckt werden.

Versicherte müssen bei vielen Versicherungen mit mehreren Monaten Karenzzeit rechnen, bevor sie Leistungen aus der Zahnzusatzversicherung in Anspruch nehmen können. Viele Versicherer begrenzen auch den Leistungsumfang, der Versicherten zusteht, für ein paar Monate oder Jahre unmittelbar nach Abschluss der Versicherung. Die Wartezeiten entfallen bei Unfällen.

Bei den Beiträgen für die Zahnzusatzversicherung werden häufig Altersrückstellungen integriert. Die Beiträge sind dadurch zunächst verhältnismäßig hoch, steigen mit zunehmendem Alter jedoch weniger stark an. Langfristig ist diese Variante sinnvoll, da man hohe Beitragszahlungen im Alter vermeidet. Es gibt allerdings auch Anbieter, die zunächst sehr günstige Beiträge erheben, die mit zunehmendem Alter des Versicherten aber stark ansteigen. Es lohnt sich also, beim Vergleich verschiedener Zahnzusatzversicherer die Beiträge langfristig zu berechnen und dann zu vergleichen.

Wechselt man von einem Tarif, in dem Altersrückstellungen integriert sind, in einen anderen, werden die Rückstellungen im neuen Tarif gutgeschrieben. Generell gilt: Die vertraglich vereinbarten monatlichen Beiträge für die Zahnzusatzversicherung können steigen, wenn beispielsweise die allgemeinen Behandlungskosten steigen.

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Worauf muss ich beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung achten?

Nicht jeder kann von der gesetzlichen in die private Krankenkasse wechseln. Antragsteller müssen selbstständig oder freiberuflich tätig sein oder ein Einkommen erzielen, das oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze von derzeit rund 56.000 Euro liegt. Ist man erst einmal privat versichert, gestaltet sich auch der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung schwierig, da er einigen Bedingungen unterliegt, die das Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung schützen sollen.

Man will vermeiden, dass junge Versicherte sich in der privaten Krankenversicherung versichern und von einem hohen Leistungsumfang zu relativ niedrigen Prämienzahlungen profitieren - die Beiträge zur privaten Krankenversicherung bemessen sich nämlich an dem individuellen Gesundheitszustand des Versicherten. Im Gegensatz dazu sind die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung einkommensabhängig. Mit zunehmendem Alter des privat Versicherten steigen in der Regel also auch die Beiträge.

Ab einem bestimmten Alter könnte er also in die gesetzliche Krankenversicherung zurück wechseln und Leistungen erhalten, obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt nicht in die Versicherung eingezahlt hatte. Dies soll vermieden werden.

Der Wechsel von einer gesetzlichen in eine private Krankenversicherung ist also nicht immer möglich, nicht immer sinnvoll und will gut überlegt sein. Entscheidet man sich dafür, weiterhin gesetzlich versichert zu bleiben, kann man mithilfe privater Krankenzusatzversicherungen dafür sorgen, dass die Lücke zwischen Behandlungskosten und Kostenübernahme durch die Versicherung verkleinert wird.

Ein wichtiger Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung ist, dass die PKV nicht per Gesetz dazu angehalten ist, bei der Behandlung von Krankheiten und der Vorsorge nur die nötigen Maßnahmen abzudecken. Das heißt, dass Versicherte Leistungen in Anspruch nehmen können, die gesetzlich Versicherte selbst zusätzlich zahlen müssten. Dazu zählen beispielsweise die Unterbringung in einem Einzelzimmer im Krankenhaus und die Behandlung durch einen Chefarzt statt den Stationsarzt. Diese Vorteile kann man durch Abschluss privater Krankenzusatzversicherungen in einigen Bereichen erhalten.

Wer braucht eine Zusatzversicherung für ambulante und stationäre Zusatztarife?

Gesetzlich Versicherte können mit einer Zusatzversicherung für ambulante und stationäre Zusatztarife dafür sorgen, dass sie im Krankenhaus und beim Haus- oder Facharzt die gleiche Behandlung bekommen wie Privatpatienten. Diese Zusatztarife übernehmen auch Kosten für bestimmte Medikamente; Patienten erhalten dann beispielsweise die teureren Originalmedikamente statt Generika.

Ambulante Zusatztarife übernehmen häufig die Kosten für alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder die Behandlung durch einen Heilpraktiker. Auch Leistungen wie die Durchführung von Schutzimpfungen vor einer Urlaubsreise oder ein EKG zur Vorsorge werden häufig übernommen.

Mithilfe einer Zusatzversicherung von stationären Zusatztarifen können Versicherte ihren Arzt frei wählen, also beispielsweise den Arzt aufsuchen, der ihnen vom Hausarzt empfohlen wird, statt einen festgelegten Arzt wählen zu müssen. So können Patienten Ärzte aufsuchen, die unter Umständen eine neue Methode verwenden oder als Koryphäen auf ihrem Gebiet gelten. Darüber hinaus steht ihnen Komfort wie ein eigenes Zimmer im Krankenhaus zur Verfügung, statt die Unterbringung in einem Mehrbettzimmer.

Aber wie genau wird das abgerechnet? Der Versicherte trägt die Behandlungskosten zunächst einmal selbst. Er erhält dann eine Rechnung, die er bei seiner gesetzlichen Krankenkasse einreicht. Diese übernimmt den festgelegten Anteil. Anschließend wird die Rechnung an den privaten Zusatzversicherer geschickt, der den Rest oder einen weiteren großen Anteil bezahlt.

Bei der Zusatzversicherung für ambulante und stationäre Zusatztarife stellt sich vor allem die Frage nach den eigenen finanziellen Möglichkeiten. Hat man die Möglichkeit, diese Zusatzversicherungen abzuschließen, sind sie oft eine gute Wahl. Der Versicherte profitiert dann von einem hohen Komfort im Krankheitsfall und hat einige Vorteile gegenüber Kassenpatienten. Allerdings sollte man darauf achten, sich nicht finanziell zu übernehmen, da die grundlegende Versorgung im Krankheitsfall natürlich von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt wird. Man sollte die eigenen Finanzen prüfen und die Leistungen verschiedener Anbieter vergleichen. Am besten sucht man sich die Unterstützung durch einen unabhängigen Versicherungsexperten, mit dem man den eigenen Bedarf abstecken und gegebenenfalls Angebote durchsprechen ka

Wer braucht eine Krankentagegeldversicherung?

Eine Krankentagegeldversicherung lohnt sich besonders für Personen mit hohem Einkommen, da hier die Lücke zwischen Lohnausfall im Krankheitsfall und den Leistungen durch die gesetzliche Krankengeldversicherung groß ist.

Auch Selbstständige und Freiberufler, die keinen Arbeitgeber haben, der ihnen im Krankheitsfall eine sechswöchige Lohnfortzahlung gewährt, profitieren von dieser Versicherung. Je nach finanziellem Polster sollte man festlegen, dass die Versicherung bereits ab dem 22. Krankheitstag greift und nicht, wie üblich, nach dem 43. Krankheitstag.

Wer braucht eine Pflegezusatzversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung, die jeder Arbeitnehmer im Rahmen der Sozialabgaben leistet, kommt für die Pflegekosten des Versicherten auf. Allerdings kann man mit den Leistungen der gesetzlichen Pflege häufig nicht alle Kosten decken. Dies ist vor allem dann ein Problem, wenn die pflegebedürftige Person kein großes Vermögen hat. In diesem Fall müssen die Kinder für die Pflegekosten aufkommen.

Das Problem: Vor allem eine Rundum-Betreuung, beispielsweise in einem Pflegeheim, kann ein großes Loch in die Familienkasse reißen! Eine Zusatzversicherung springt dann ein und hilft dabei, die anfallenden Pflegekosten zu decken.

Wer braucht eine Zahnzusatzversicherung?

Mit einer Zahnzusatzversicherung sind Kosten für weitergehende Behandlungen und Vorsorge wie Zahnersatz und Zahnreinigung häufig gedeckt. Diese Versicherung lohnt sich meist, denn gerade im Alter werden Zahnbehandlungen teurer.

Auch für Familien lohnt sie sich. Viele Kinder werden kieferorthopädisch behandelt. Damit Zahnspange und Kontrollen das Haushaltsbudget nicht sprengen, lohnt sich der Abschluss dieser Versicherung.

Wie finde ich die beste Krankenzusatzversicherung?

Bei der Auswahl des richtigen privaten Zusatzversicherers hat man die Qual der Wahl. Die Versicherer stehen miteinander im Wettbewerb, sodass man meist einen guten Leistungsumfang zu guten Konditionen finden kann. Das Wichtigste ist, dass die angebotenen Leistungen der jeweiligen Versicherungen dem eigenen Bedarf entsprechen und der Versicherer im Ernstfall auch leistet. Man sollte sich also überlegen, welche Versicherungen man braucht und welche Fälle unbedingt abgedeckt werden müssen.

In einem zweiten Schritt kann man die Angebote verschiedener Versicherer auf Abdeckung der eigenen Bedürfnisse prüfen und miteinander vergleichen. Dabei sollte man nicht nur auf den Preis achten. Ein unabhängiger Versicherungsberater bestimmt den Bedarf des Interessenten und stellt sinnvolle Angebote zusammen.

Bei Abschluss einer Krankentagegeldversicherung sollte man zusätzlich Folgendes beachten:

Am besten bestimmt man zunächst den eigenen finanziellen Bedarf im Krankheitsfall, bevor man eine Krankentagegeldversicherung abschließt. Dann kann man bestimmen, wie hoch das Krankentagegeld sein soll und eine Versicherung in passender Höhe abschließen.

Selbstständige und Freiberufler sollten darauf achten, zusätzlich zu den Einkommenseinbußen im Krankheitsfall auch laufende Kosten einzuplanen. Privates Krankentagegeld und gesetzliches Krankengeld dürfen zusammengenommen nicht das Nettoeinkommen übersteigen. Man kann bei vielen Versicherern das Krankentagegeld auch flexibel abschließen, also beispielsweise festlegen, dass das Krankentagegeld ab einem bestimmten Tag zunächst kleiner ist und erst nach einer längeren Krankheit täglich eine größere Summe ausgezahlt wird.

Dies macht Sinn, wenn man finanziellen monatlichen Spielraum hat und nicht vom ersten Tag an auf ein Krankentagegeld angewiesen ist.

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Die wichtigsten
Fragen

Wie berechnen sich die Beiträge für eine private Krankenzusatzversicherung?

Der monatlich zu zahlende Versicherungsbeitrag für eine private Krankenzusatzversicherung wird individuell festgelegt. Er ist, im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, nicht an das eigene Einkommen gekoppelt, sondern an die persönliche Lebenssituation. Bei der Berechnung des Beitrags werden also Alter, Geschlecht, Krankengeschichte und Gesundheitszustand des Antragstellers berücksichtigt.

Die private Krankenkasse kann Anträge sogar ablehnen. Daher lohnt es sich, eine private Krankenzusatzversicherung bereits in jungen Jahren abzuschließen, um sinnvoll geschützt zu sein und von insgesamt niedrigeren Beiträgen profitieren zu können.

Zahlt meine Krankenzusatzversicherung auch im Ausland?

Der Schutz durch die gesetzliche Krankenkasse gilt grundsätzlich in allen EU-Ländern sowie Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat. Die Kosten für eine im Urlaubsland gängige Behandlung werden also von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sofern diese die in Deutschland üblichen Kosten nicht überschreiten.

Private Krankenzusatzversicherungen decken Maßnahmen im Ausland nicht immer ab. Dies muss explizit im Versicherungsvertrag vereinbart worden sein. In der Regel sind Zahnbehandlungen und Krankenhaustransport auch im Ausland mitversichert. Darüber hinaus kann auch der Rücktransport nach Deutschland in den jeweiligen Krankenzusatzversicherungen integriert sein.

Man sollte allerdings dafür sorgen, dass der Rücktransport übernommen wird, wenn er "medizinisch sinnvoll" ist und nicht nur, wenn er "medizinisch notwendig" ist, da eine medizinische Notwendigkeit nur schwer nachweisbar ist. Es könnte dann sein, dass der Versicherer nicht für die Kosten eines Rücktransports aufkommt!

Worauf muss ich bei Abschluss einer Krankenzusatzversicherung achten?

Will man eine private Krankenzusatzversicherung abschließen, steht meist eine Gesundheitsprüfung an. Dies liegt daran, dass Beiträge individuell festgelegt werden. Alter, Geschlecht, Krankengeschichte und Gesundheitszustand des Antragstellers bestimmen also die Beitragshöhe.

Wichtig: Unbedingt darauf achten, alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten und keine Informationen wegzulassen, nur um Beiträge zu sparen! Im Ernstfall ist der Versicherer von seiner Leistung befreit.

Das Risiko

Gesetzlich Versicherte haben mit einer Krankenzusatzversicherung die Möglichkeit, bessere Behandlungskonditionen zu bekommen. Das ist eine gute Alternative für alle, die sich nicht privat versichern können oder wollen.

Dein Vorteil

Private Zusatzversicherungen sind eine gute Möglichkeit, um die Lücke zwischen Behandlungskosten und den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zu mindern.

Unser Tipp

Krankenzusatzversicherungen sind freiwilliger "Luxus" und man sollte sich gut überlegen, welche Maßnahmen man braucht und sich leisten kann.