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Reiseversicherung – Gut geschützt auch unterwegs

Die Urlaubszeit ist die schönste Zeit des Jahres. Viele Menschen buchen ihre Urlaubsreise schon lange Zeit im Voraus. Umso wichtiger ist es, gut abgesichert zu sein, falls doch kurzfristig etwas dazwischenkommt und man die Reise nicht antreten kann. Je kurzfristiger man absagt, desto weniger Geld bekommt man in der Regel zurück. Immerhin: Über 1.060 Euro gaben die Deutschen 2015 durchschnittlich für ihren Urlaub aus. Um den Urlaub und vor allem die Vorfreude darauf entspannt genießen zu können, sollte man also nicht nur die Reise, sondern auch den Versicherungsschutz rechtzeitig planen.

Expertenzitat

"Die Reiserücktrittsversicherung ist natürlich keine elementare Versicherung - sie schützt nicht vor existenzbedrohenden Risiken und ist daher auch nicht immer notwendig. Wenn man seinen Urlaub aber lange Zeit im Voraus gebucht hat oder sich eine besonders kostspielige Reise gönnt, von der man schon lange träumt, dann ist eine Reiserücktrittsversicherung gut investiertes Geld. Damit kann man dem Urlaub gelassen entgegensehen. Doch sollte man immer die Risiken realistisch bewerten."

Maximilian Bormann, Versicherungsexperte bei Knip
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Wieso profitiere ich
von einer Reiseversicherung??

Eine Reiserücktrittsversicherung deckt in den meisten Fällen kein existenzielles Risiko ab. Auch wenn das Geld, das man in einen Urlaub investiert hat, weg ist, kann man meist auch weiterhin seinen Lebensstandard halten. Trotzdem ist es ärgerlich, wenn man einen Urlaub schon lange Zeit im Voraus plant und/oder mehr investiert als normalerweise. Ein schöner Urlaub ist immer ein Highlight und wer die Vorfreude uneingeschränkt genießen will, findet sicher eine günstige und sinnvolle Reiserücktrittsversicherung.

Plant man beispielsweise einen Arbeitgeberwechsel, weiß aber noch nicht, wann das möglich sein wird, ist eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll. Das gleiche gilt, wenn man eine wichtige Prüfung schreibt und die Reise als Belohnung im Anschluss gebucht hat. Fällt man dann durch diese Prüfung und muss sie im Urlaubszeitraum nachholen, ist es gut, nicht auf den Reisekosten sitzen zu bleiben.

Auch sehr kostspielige Reisen wie die lang ersehnte Hochzeitsreise, eine teure Kreuzfahrt oder die Rundreise mit dem Wohnmobil durch die USA kann man versichern. Die meisten Reiserücktrittsversicherungen zahlen auch, wenn ein Familienmitglied am Tag der Abreise krank wird und die Familie den Urlaub dann doch nicht antreten kann.

Ob man als Globetrotter oder Pauschalurlauber eine Reiserücktrittsversicherung braucht oder nicht, das kommt auf das persönliche Sicherheitsbedürfnis und auf die Umstände an. Am besten, man schätzt das Risiko realistisch ein und überlegt sich, ob man mit den finanziellen Folgen leben könnte oder nicht.

Eine Reiserücktrittsversicherung springt ein, wenn man eine Urlaubsreise spontan nicht antreten kann. Damit die Versicherung greift, muss man einen der folgenden Gründe für die Absage einer Reise haben:

• Tod eines nahen Familienmitglieds
• Schwere Unfallverletzung
• Unerwartete Erkrankung
• Impfunverträglichkeiten
• Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen

Je nach Versicherer variieren auch die Gründe, sodass sich ein Blick in die Police lohnt. Viele akzeptieren mittlerweile zum Beispiel einen Arbeitsplatzwechsel als Ursache für das Nichtantreten einer Reise. Gerade wenn man seinen Urlaub lange Zeit im Voraus bucht, kann das sinnvoll sein. Denn wenn man nach der Buchung seinen Arbeitsplatz wechselt und vom neuen Arbeitgeber erst einmal keinen Urlaub bekommt, zahlt die Versicherung die Stornogebühren.

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Welche Formen von
Reiseversicherungen gibt es?

Reiserücktrittsversicherung

Die Reiserücktrittsversicherung greift, wenn man seinen Urlaub aus bestimmten Gründen nicht antreten kann. Schwangerschaft, Krankheitsfall oder Nichtbestehen einer Prüfung: Die Gründe, die von Versicherern akzeptiert werden, variieren je nach Anbieter. Man sollte daher bei Abschluss einer solchen Versicherung immer darauf achten, welche Gründe für Reiseannullierung im Vertrag festgehalten sind.

Kriterien, die einen Einfluss auf die Beitragshöhe haben und die von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich gewichtet sind, lauten:

• Versicherte Reiseart (Pauschalreise, Ferienwohnung oder Ferienhaus, Flug etc.)
• Reisepreis
• Eventueller Selbstbehalt

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Formen der Reiserücktrittsversicherung:

Die gängige Reiserücktrittsversicherung gilt nur für eine einzelne Reisebuchung. Sie deckt Kosten, die durch eine Reisestornierung entstehen, zum Beispiel Stornogebühren bei Fluggesellschaften oder Hotels.

Darüber hinaus gibt es eine Jahres-Reiserücktrittsversicherung. Wie der Name schon sagt, gilt diese Versicherung für alle Reisen, die man innerhalb eines Jahres, also innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss, unternimmt. Sie gilt für Privat- und Geschäftsreisen und eignet sich für alle, die privat oder beruflich häufig verreisen.

Neben der Reiserücktrittsversicherung gibt es drei weitere Versicherungen, die sich Urlauber, Touristen und Reiselustige genauer ansehen sollten: Die Reiseabbruchversicherung, die Reiseunfallversicherung und die Auslandsreisekrankenversicherung.

Reiseabbruchversicherung

Muss ein Urlaub frühzeitig abgebrochen werden, erstattet die Reiseabbruchversicherung die Reisekosten. Der Unterschied zur Reiserücktrittsversicherung ist, dass man die Reise zwar angetreten hat, sie dann aber - wie der Name schon sagt - abbrechen musste. Auch hier werden je nach Versicherer unterschiedliche Gründe für den Reiseabbruch akzeptiert.

Die gängigsten Gründe für den Abbruch einer gebuchten Reise sind: Plötzliche schwere Erkrankung, unvorhersehbare Verschlimmerung einer bestehenden Krankheit, schwerwiegende Verletzung durch einen Unfall oder ein Schaden am Eigentum, etwa aufgrund eines Einbruchs daheim. Auch wenn man sich im Urlaub ein Bein bricht und zurückfliegen muss, erstattet der Versicherer die Reisekosten. Man sollte sich bei dem Versicherer erkundigen, welche Fälle abgedeckt werden und je nach Risiko entscheiden, ob und welche Reiseabbruchversicherung sich lohnt.

Reiseunfallversicherung

Das ganze Jahr über macht man einen großen Bogen um Fitnessstudios, aber im Urlaub will man sportlich durchstarten: Aktivurlaub steht bei den Reiseplänen der Deutschen ganz weit oben! Schwimmen, Tauchen, Surfen, Klettern, Fahrrad fahren oder im Winter auch Skifahren stehen dann auf der Tagesordnung. Da ist die Gefahr eines Unfalls für den untrainierten Urlauber natürlich höher als im Alltag. Gegen dieses Risiko kann man sich versichern.

Hat man im Urlaub dann einen Unfall, übernimmt die Versicherung zumindest einen Teil der Reisekosten. Aktivurlauber sollten aber wissen: Es ist ratsam, sich vor Abschluss der Versicherung über die Konditionen zu informieren. Einige Versicherer haben Ausschlussklauseln für Einzelpersonen. Ist man alleine unterwegs wenn ein Unfall passiert, zahlt die Versicherung dementsprechend nicht. Also unbedingt die Bedingungen der Reiseunfallversicherung und die allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen der Versicherer checken. Am besten spricht man mit seinem Versicherungsmakler über die Risiken und lässt sich die einzelnen Produkte erklären. Die Reiseunfallversicherung gilt nicht, wenn man krank wird, zum Beispiel mit einer Erkältung flach liegt.

Auch bestimmte Gefahrensportarten sind von der Reiseunfallversicherung ausgeschlossen, beispielsweise Haitauchen, Bungee-Jumping oder Paragliding.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wird man während des Urlaubs krank, greift die Auslandsreisekrankenversicherung. Diese Versicherung lohnt sich meist, denn Behandlungskosten sind im Ausland vergleichsweise teuer. Die Deckungssumme der normalen Krankenversicherung reicht oft nicht aus. Das gilt besonders für Länder mit einem sehr teuren Gesundheitssystem wie beispielsweise die USA.

Auch der Transport mit einem Ambulanzflugzeug oder der Rücktransport nach Deutschland sind sehr kostspielig. Während andere Reiserücktrittsversicherungen je nach Bedürfnissen sinnvoll sind oder nur ein "netter" Zusatz, ist die Auslandsreisekrankenversicherung also eigentlich immer ein Muss, wenn man Europa verlässt.

Je nach Versicherer werden auch bei dieser Versicherung unterschiedliche Leistungen angeboten, die gründlich im Hinblick auf die eigenen Bedürfnisse überprüft werden sollten. Das Angebot ist groß: Versicherte können einen Dolmetscher-Service oder den Versand von Medikamenten einschließen und auch die Gültigkeitsdauer des Vertrages kann angepasst werden.

Hier gilt: Es ist alles möglich - von Versicherungen für Wochenend-Trips, über einige Wochen im Ausland, bis hin zu internationalen Krankenversicherungen für Work & Travel, oder das Auslandsjahr mit dem richtigen Versicherungsschutz in der Ferne.

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Worauf muss ich beim Abschluss
einer Reiseversicherung achten?

Viele Urlauber schließen ihre Reiserücktrittsversicherung direkt ab, wenn sie ihren Urlaub im Reisebüro oder Internet buchen. Das kann aber teuer werden, da sich die Preise verschiedener Anbieter stark voneinander unterscheiden!

Man sollte sich vorher kundig machen, welche Leistungen man braucht und für welchen Preis sie von verschiedenen Versicherern angeboten werden. Dabei hilft ein Onlinevergleich und die Beratung mit einem versierten Versicherungsexperten, der Gefahren und abgedeckte Risiken neutral und vernünftig bewerten kann.

Achtung: Doppelversicherungen checken!

Bevor man eine Reiserücktrittsversicherung abschließt, sollte man außerdem prüfen, ob man vielleicht schon eine hat, ohne es zu wissen. In einigen Versicherungen wie Hausrat- oder Krankenversicherung ist oft bereits ein Reiseschutz integriert, der bestimmte Fälle abdeckt. Manchmal gibt es eine Reiserücktrittsversicherung auch inklusive, wenn man die Reise mit Kreditkarte bezahlt.

Verschiedene Angebote für die richtige Reiserücktrittsversicherung einholen

Ist noch kein geeigneter Schutz vorhanden, sollte man auf jeden Fall verschiedene Angebote einholen und sich beraten lassen. Wichtig ist, nicht nur auf die Beitragshöhe zu achten. Vielmehr sollte man prüfen, welche potentiellen Gründe für eine Stornierung der Reise in der Versicherungspolice angegeben sind. Nicht jede Ursache ist auch wirklich ein Risiko. Umgekehrt sollten realistische Risiken für die Stornierung einer Reise inbegriffen sein. Außerdem sollte man darauf achten, welche Reiseländer, Reisedauer und Reiseanlässe von dem Versicherer akzeptiert und vertraglich festgehalten wurden.

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Die wichtigsten
Fragen

Bin ich auf Geschäftsreisen über meinen Arbeitgeber versichert?

JIn den meisten Fällen müssen Arbeitnehmer sich nicht selbst um ihre Krankenversicherung im Ausland kümmern, wenn ihr Arbeitgeber sie entsendet. Viele Versicherungsgesellschaften bieten Unternehmen, die ihre Mitarbeiter regelmäßig ins Ausland entsenden, spezielle Tarife an.

Ich werde im Sommer als Au-Pair ins Ausland gehen. Brauche ich dafür einen speziellen Versicherungsschutz?

DBei vielen Versicherungsgesellschaften gibt es für junge Menschen, die im Rahmen ihrer Ausbildung oder auch als Au-Pair für einen längeren Zeitraum ins Ausland gehen, spezielle Versicherungsverträge. Diese Versicherungen sind häufig besonders günstig und bieten finanzielle Sicherheit im Krankheitsfall während eines Bildungsaufenthalts im Ausland. Am besten fragt man seinen Berater nach dem optimalen Versicherungsschutz für die eigenen Bedürfnisse.

Ich habe eine europäische Versicherungskarte. Brauche ich überhaupt noch eine Auslandsreisekrankenversicherung?

Wer in Deutschland krankenversichert ist, erhält gratis die Europäische Versicherungskarte, mit der ihm in allen EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen im Krankheitsfall die gleiche medizinische Versorgung finanziert wird wie jemandem, der in ebendiesem Land krankenversichert ist. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist auch mit Versicherungskarte oft eine gute Idee, denn Behandlungskosten sind im Ausland oft teuer. Es kann also sein, dass die Deckungssumme der normalen Krankenversicherung nicht ausreicht. Außerdem kann es passieren, dass nicht der gleiche Umfang an Leistungen bezahlt wird wie in Deutschland, da die Gesundheitssysteme der europäischen Länder sich voneinander unterscheiden. Manche Behandlungen, die in Deutschland von der Krankenkasse übernommen werden, können in einem anderen Land kostenpflichtig sein. In manchen Ländern werden Behandlungskosten auch nicht direkt von der Krankenkasse übernommen, sondern erst erstattet, wenn man längst wieder in Deutschland ist. Die Europäische Versicherungskarte gilt ausschließlich für medizinisch notwendige Leistungen. Wenn man sich speziell zum Zweck einer bestimmten medizinischen Behandlung ins Ausland begibt, werden die Kosten dafür nicht von der Krankenkasse übernommen.

Das Risiko

Der Urlaub ist geplant und bezahlt und dann passiert es: es kommt etwas dazwischen! Umso wichtiger ist es, gut abgesichert zu sein falls man die Reise nicht antreten kann. Denn je kurzfristiger man absagt, desto weniger Geld bekommt man in der Regel zurück. Immerhin: Über 1.060 Euro gaben die Deutschen 2015 durchschnittlich für ihren Urlaub aus.

Dein Vorteil

Die Rechtsschutzversicherung bietet ihren Versicherten kostenlose Rechtsberatung, übernimmt die Honorare für in der Regel frei wählbare Anwälte sowie Kosten für Expertisen, Gutachten, Gerichts- und Prozesskosten sowie die Regulierung der Entschädigung des Prozessgegners.

Unser Tipp

Viele Urlauber schließen ihre Reiserücktrittsversicherung direkt ab, wenn sie ihren Urlaub im Reisebüro oder Internet buchen. Das kann aber teuer werden, da sich die Preise verschiedener Anbieter stark voneinander unterscheiden! Man sollte sich vorher kundig machen, welche Leistungen man braucht und für welchen Preis sie von verschiedenen Versicherern angeboten werden.