Knip

So schützt die Tierhalterhaftpflicht-Versicherung Haustier und Halter

Keine Angst, der will nur spielen - doch was passiert eigentlich, wenn der Vierbeiner entgegen der Aussage des Besitzers eben nicht spielen möchte und sich stattdessen im Hosenbein und Unterschenkel eines Spaziergängers verbeißt?

In solch einem Fall gibt es ganz schön Ärger für den Hundebesitzer. Gut, dass er wenigstens versichert ist. Denn die Tierhalterhaftpflicht kümmert sich um die Schäden und Schadensersatzansprüche, die durch die geliebten Vierbeiner an Dritten entstehen.

Expertenzitat

"Für viele Hundebesitzer sind günstige Konditionen für die Tierhalterhaftpflichtversicherung ausschlaggebend. Jedoch heißt günstig nicht automatisch auch gut. Man sollte einen genauen Blick auf die Risiken werfen, die laut Police auch tatsächlich abgedeckt sind. Die können nämlich je nach Produkt und Versicherer stark variieren. Bevor man sich für eine Versicherung entscheidet, sollte man sich also genau überlegen, welche Risiken man gerne absichern möchte und welche in Anbetracht des jeweiligen Tieres vielleicht auch notwendig sind."

Tom Schmidt, Versicherungsexperte bei Knip
01

Wieso profitiere ich
von einer Tierhalterhaftpflicht?

Eine Tierhaftpflicht sollte für jeden Hund und jedes Pferd oder Pony obligatorisch sein. In vielen Bundesländern und für einige Hunderassen ist sie sogar Pflicht, wenn man ein Tier halten möchte.

Grundsätzlich sind durch die Versicherung alle Schäden abgedeckt, die eventuell durch das Tier entstehen könnten. Ein Pferd könnte beispielsweise einen Besucher am Stall treten oder bei einem Ausritt ein Auto beschädigen, während ein Hund eventuell einen Spaziergänger beißt oder beim Freilaufen einen Fahrradfahrer zu Fall bringt und so das Fahrrad beschädigt wird.

Ohne Tierhaftpflichtversicherung muss der Halter mit seinem gesamten Vermögen für eventuell entstehende Schäden aufkommen. Das kann schnell teuer werden, wenn eine Person beispielsweise aufgrund einer schweren Verletzung lebenslang Anspruch auf Schmerzensgeld hat oder ein besonders teures Auto beschädigt wird.

Grundsätzlich sind kleinere Tiere, wie zum Beispiel Katzen, Hamster, Wellensittiche, Hasen oder auch zahme Haustiere wie Schafe oder Ziegen über die Private Haftpflichtversicherung mit abgedeckt! Auch wer das Wochenende über den Hund der Nachbarn hütet, muss keine zusätzliche Versicherung abschließen. Auch hier übernimmt im Schadensfall die Private Haftpflichtversicherung.

02

Welche Formen von
Tierhalterhaftpflicht gibt es?

Hundehaftpflicht

Die Hundehaftpflichtversicherung ist in einigen Bundesländern Pflicht. Wer für seinen Vierbeiner bisher also keine haben musste und nun nach Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein oder Thüringen umzieht, sollte sich schleunigst um eine solche Versicherung kümmern!

Auch Besitzer von Listenhunden, also von Hunden deren Rassen als gefährlich gelistet sind, sind sogar überall dazu verpflichtet, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Für diese Hunde sind die Versicherungsbeiträge auch meist sehr viel höher.

Die Hundehaftpflicht kommt sowohl für Personen- als auch Sachschäden auf sowie für Vermögensschäden, die in Folge eines Vorfalls entstehen. Wenn der Hund beispielsweise plötzlich seinen Jagdtrieb entdeckt, sich von der Leine losreißt, einen Hasen über die Straße verfolgt und in Folge dessen einen Unfall mit mehreren Autos verursacht, dann haftet die Hundehaftpflicht für den aufkommenden Schaden. Auch wenn eine Person zu Schaden kommt zahlt die Versicherung: Egal ob es sich um anfallende Arztkosten oder lebenslange finanzielle Entschädigung handelt.

Allerdings gibt es Fälle, die aus bestimmten Gründen aus dem Leistungsbereich einer Versicherung herausfallen: Ausgeschlossen sind zum Beispiel Schäden, die auf Vorsatz zurückzuführen sind. Das bedeutet, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt, wenn der Hund ohne Leine unterwegs war, obwohl er bereits aggressives Verhalten zeigte!

Auch wenn man sich zu viel Zeit lässt, um den Schaden zu melden, kann sich die Versicherung weigern für den Schaden aufzukommen. Meistens sind die Fristen, in denen die Versicherung benachrichtigt werden muss, in den Policen vermerkt. Tritt ein Schaden auf, ist man als Hundehalter immer auf der sicheren Seite, wenn man den Schaden sofort meldet. Auch Schäden an gemieteten, gepachteten oder geliehenen Sachen werden nicht übernommen. Und Strafen oder Bußgelder fallen natürlich ebenfalls aus dem Raster.

Pferdehaftpflicht

Wer ein Pferd - oder auch mehre - besitzt und sie auf Koppeln oder in Ställen hält, sollte auch über eine Pferdehaftpflichtversicherung verfügen. Sie deckt ähnlich wie eine private Haftpflichtversicherung Schäden ab, die an Personen oder Sachgegenständen durch das Tier entstehen.
Ausgeschlossen ist natürlich grobe Fahrlässigkeit. Auch wenn Pferde gemeinsam auf der Weide stehen, haftet die Versicherung nicht. Denn hier gehen die Besitzer wissentlich das Risiko ein, dass sich die Pferde beim Spielen oder bei Streitigkeiten gegenseitig verletzen könnten. Anders stellt es sich dar, wenn ein Pferd unter dem Sattel auf dem Reitplatz ein anderes verletzt, weil es beispielsweise nach ihm tritt. Hier greift dann die Pferdehalterhaftpflichtversicherung wieder.

Auch die Pferdehaftpflichtversicherung ist, ähnlich wie die Hundehaftpflicht, in manchen Bundesländern Pflicht.

Niemand, der ein Pferd hält, sollte sich darauf verlassen, dass das brave Tier schon keinen Schaden anrichten wird. Denn sollte der Fall, und sollte es noch so unwahrscheinlich sein, doch einmal eintreten, dann muss man als Pferdebesitzer mit dem Privatvermögen für sein Tier einstehen. Wirft das Pferd seinen Reiter beispielsweise im Gelände ab und geht auf Erkundungstour, kann schnell ein hoher Schaden entstehen, etwa, wenn Autos beschädigt werden.

Auch beim Transport eines neuen Pferdes kann einiges schiefgehen und teuer enden, wenn es sich erschreckt und den Hänger beschädigt. Bei einem geliehenen Hänger müssen dann natürlich die Reparaturkosten gezahlt werden. Hat man jedoch schon vor dem Transport eine Pferdehaftpflichtversicherung abgeschlossen, steht diese für den Schaden ein.

Auch wenn andere Personen verletzt werden, kommt die Versicherung für die Personenschäden auf und übernimmt zudem Folgekosten, beispielsweise Rehabilitationsmaßnahmen.

Die Deckungssummen können meistens individuell vereinbart werden, sollten aber mindestens 5 Millionen Euro für Personenschäden beinhalte

03

Worauf muss ich beim Abschluss einer Tierhalterhaftpflicht achten?

Es ist gesetzlich geregelt, dass automatisch immer ein Verschulden des Tierhalters vorliegt und dieser für sämtliche Schäden seines Vierbeiners haften muss. Das kann schnell in einem finanziellen Fiasko enden. Doch unterscheiden sich viele Policen bei den angebotenen Leistungen.

Besonders auf die Deckungssummen sollte geachtet werden: Empfohlen wird eine Mindestsumme von fünf Millionen Euro für Personen- und Sachschäden, besser noch mehr. Diese Leistungen sollten im Versicherungsschutz für Hunde enthalten sein: Absicherung auf Veranstaltungen und in Vereinen, Leinenzwang, Mietsachschäden, Mitversicherung von Fremdhaltern, Auslandsversicherungsschutz, ungeplante Deckung und die Mitversicherung von Welpen.

04

Die wichtigsten
Fragen

Muss ich die Rasse meines Hundes zum Abschließen einer Hundehaftpflichtversicherung kennen?

Bei der Hundehaftpflichtversicherung spielt die Hunderasse für die Beitragsberechnung eine wichtige Rolle. Für Hunde, die aufgrund ihrer Rasse vom Versicherer als gefährlich eingestuft werden, manchmal als Kampfhunde bezeichnet, muss ein Risikoaufschlag bezahlt werden. Daher sollte man die Rasse seines Hundes kennen und angeben. Wenn selbst ein Tierarzt die Rassen bei einem Mischling nicht eindeutig beschreiben kann, muss der Versicherer informiert werden und über die Berater wird dann eine passende Police gefunden.

Muss ich meiner Versicherung melden, wenn mein Hund als gefährlich eingestuft wird?

Selbst ein Dackel kann vom städtischen Ordnungsamt als gefährlich eingestuft werden, beispielsweise dann, wenn nach einem Angriff Anzeige erstattet wird. Dies beeeinflusst jedoch nicht zwingend die Versicherbarkeit des betreffenden Vierbeiners. Ob für einen Hund eine Hundehaftpflicht abgeschlossen werden kann, hängt ausschließlich von der Rasseliste und der Kulanz des jeweiligen Versicherers ab. Die Liste wird unabhängig von den Landeshundegesetzen erstellt und beinhaltet alle Rassen, für die die Versicherungsgesellschaft ein erhöhtes Risiko annimmt. Für Listenhunde (beispielsweise Pit Bull, Bullterrier, Rottweiler, Staffordshire Terrier) ist deshalb oftmals ein erhöhter Beitrag zu bezahlen.

Ist die Hundehaftpflichtversicherung auch im Ausland gültig?

Der Versicherungsschutz ist auch im Ausland gültig. Allerdings unterscheiden die Versicherer zwischen europäischem und globalem Haftpflichtschutz für Hunde. Bei einem Urlaub im europäischen Ausland gilt der Versicherungsschutz meist unbegrenzt.

Hält sich der Hundehalter mit seinem Tier nicht in Europa auf, besteht der Versicherungsschutz oftmals nur für einen ununterbrochenen Auslandsaufenthalt von bis zu zwölf Monat

Gilt die Pferdehaftpflichtversicherung auch für Fremdreiter?

Nein, leider nicht. Möchte man sein Tier von dritten Personen reiten lassen oder von einem Trainer, muss man zusätzlich eine Fremdreiterversicherung abschließen. Hat man diesen speziellen Fall nicht mit eingeschlossen, so erlischt die Pferdehaftpflichtversicherung in dem Moment, indem jemand anderes als der Pferdehalter das Pferd bewegt.

Gerade bei einem neuen Pferd lassen stolze Besitzer gerne einmal ihre Kameraden ein paar Runden drehen oder werden von einem Trainer oder Bereiter dabei unterstützt, sich an das neue Pferd zu gewöhnen. In solchen Momenten ist das finanzielle Risiko für den Pferdehalter besonders groß!

Wovon hängt die Beitragshöhe ab?

Die Versicherungsprämie bei der Pferdehalterhaftpflichtversicherung richtet sich vor allem nach dem Leistungsumfang. Eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Beitragshöhe spielt auch die Höhe der Deckungssumme. Der Versicherungsnehmer kann diese meistens selbst bestimmen oder aus verschiedenen Schadenssummen wählen.

Je höher die Versicherungssumme, desto teurer die Pferdehaftpflicht. Es empfiehlt sich jedoch immer eine Deckungssumme in Höhe von mindestens fünf Millionen Euro zu wählen. Versichert man ein zweites oder drittes Pferd mit, sind diese in den Beiträgen meist günstiger als das erstversicherte Tier.

Expertenzitat

Wer auf der Suche nach der richtigen Versicherung ist, sollte sich immer fragen, welches Risiko abgedeckt werden soll. Eine Tierhalterhaftpflicht lohnt sich in jedem Fall für alle, die Hunde oder Pferde besitzen. Auch wenn das Haustier in den Augen seines Halters immer das freundlichste und besterzogenste ist, kann es hohen Schaden anrichten.

Dabei muss es gar nicht böswillig handeln, es reicht schon, dass sich das Tier erschreckt und die Flucht ergreift. Da die Beiträge, je nach abgedeckten Risiken, gar nicht besonders teuer sein müssen, lohnt sich hier eine unabhängige und ehrliche Beratung.

Das Risiko

Wenn das geliebte Tier einen Schaden an Dritten verursacht, haftet man mit seinem gesamten Vermögen für die Schäden. Die können schnell in Millionenhöhe gehen, wenn Personen geschädigt werden.

Dein Vorteil

Man sollte einen genauen Blick auf die Risiken werfen, die laut Police auch tatsächlich abgedeckt sind. Die können nämlich je nach Produkt und Versicherer stark variieren.

Unser Tipp

Die Anschaffung oder Miete einer Garage kann sich lohnen, da die meisten Versicherungen bei überdacht und gut geschützt abgestellten Fahrzeugen zu Recht eine niedrigere Gefahr für Einbrüche, Diebstahl oder Vandalismus annehmen und dies mit niedrigeren Beiträgen honorieren.