Ärger im Paradies: Fünf häufige Gründe für einen ernsthaften Beziehungsstreit

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Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Diesen Satz kennen die meisten von uns nur aus dem Märchen. Denn selbst in einer harmonischen Beziehung kann es ab und an zu einer Meinungsverschiedenheit kommen. Und manchmal sogar zu einem handfesten Streit. Dabei gibt es einige Faktoren, die ein besonders hohes Konfliktpotenzial in Partnerschaften in sich tragen:

1. Seitensprünge

Die Zigarette – oder ganz modern: der Tabakerhitzer IQOS – nach dem Sex ist sicherlich ein Klischee. Ebenso wie der Seitensprung mit der Sekretärin oder dem Fitnesstrainer. Obwohl schätzungsweise jeder Zweite einmal in seinem Leben tatsächlich fremdgeht.

Diese Untreue ist eine der Hauptursachen von Scheidungen.

Und dennoch lässt sie sich erklären. So sind sich Psychologen einig: Wer seinen Partner betrügt, ist vor allem mit der Qualität der Beziehung unzufrieden.

Zudem sei das Fremde oft faszinierender als das Vertraute. Daher fühlen sich Menschen insbesondere sexuell häufig von dem angezogen, was sie (noch) nicht kennen.

Dass ein Seitensprung, so er denn entdeckt wird, zu einem Beziehungsstreit führt, ist nicht verwunderlich. Was jedoch aufhorchen lässt: Für die Mehrzahl der Frauen beginnt laut Umfragen das Fremdgehen bereits beim Fremdküssen. Die meisten Männer ziehen dagegen erst die sprichwörtliche rote Linie, wenn es zum Sex kommt.

2. Unangenehme Gewohnheiten

Ticks oder kleine Macken haben wohl die meisten Menschen. Einige davon können sich im Laufe der Zeit jedoch zu einem Streitthema entwickeln.

Welche Eigenheiten des Partners Männern und Frauen dabei besonders häufig sauer aufstoßen, konnte eine Umfrage aus dem Jahr 2017 klären. Laut dieser werden vor allem folgende Verhaltensweisen als unangenehm empfunden:

  • das Bohren in der Nase
  • der zu enge Kontakt mit der Mutter oder den Geschwistern
  • das unablässige Daddeln am Handy
  • der zu häufige Genuss von Alkohol oder Nikotin

Auch als unhygienisch betrachtete Gewohnheiten – etwa das Schneiden der Zehennägel im Bett – können eine Partnerschaft schnell zum Kriseln bringen.

3. Unterschiedliche Lebenspläne

Einer in der Beziehung möchte Kinder, der andere nicht. Einer möchte irgendwann auswandern, der andere nicht. Einer wünscht sich eine Traumhochzeit. Der andere kann sich nicht einmal vorstellen, überhaupt irgendwann vor dem Altar zu stehen.

Sind die Lebensentwürfe zweier Menschen so unterschiedlich, funktioniert eine Beziehung meist nur auf Zeit. Denn ohne Kompromisse driften die Partner aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenspläne auf Dauer auseinander.

4. Mangelnde Romantik

Gemeinhin sind die Deutschen als Romantikmuffel bekannt. Dass dieses Vorurteil stimmen könnte, belegt eine im Jahr 2023 veröffentlichte Studie. In dieser wurden Menschen aus 45 Ländern gefragt, wie liebevoll sie ihre Beziehung einschätzen.

Das überraschende Ergebnis: In Ländern mit tendenziell höheren Jahresdurchschnittstemperaturen – etwa Italien oder Spanien – werden Partnerschaften als liebevoller und leidenschaftlicher wahrgenommen.

In Ländern wie Deutschland fallen sie dagegen etwas unterkühlter aus.

Natürlich lässt sich der Mangel an Romantik in der Bundesrepublik nicht verallgemeinern. Doch tatsächlich wünschen sich vor allem Frauen laut Umfragen mehr romantische Alltagsgesten von ihren Partnern.

Bleiben diese aus – und das Bedürfnis nach mehr Romantik somit unbefriedigt – sind Frust und Streit auf Dauer vorprogrammiert.

5. Zu wenig oder zu viel Sex

Auch die sprichwörtlich schönste Nebensache der Welt kann in Beziehungen ein hohes Streitpotenzial bergen. Meist dann, wenn es im Schlafzimmer nicht mehr so heiß hergeht.

So wünschen sich laut Umfragen rund 40 Prozent der Männer in ihrer Partnerschaft mehr Sex. Bei den Frauen sind es immerhin 25 Prozent.

Doch nicht nur zu wenig Matratzensport kann zu Ärger im Paradies führen. Auch bei zu viel Sex kann Streit drohen. Denn eine 2018 veröffentlichte Studie aus den USA fand heraus: Findet der Liebesakt zu häufig statt, löst er keine Glücksgefühle mehr aus. Im Gegenteil. Er kann beide Partner sogar unglücklich machen. Das läge vor allem an einem zu hohen Leistungsdruck.

Tobias Friedrich
Tobias Friedrichhttp://knip.de
Tobias Friedrich, Jahrgang 1987, lebt mit seiner kleinen Familie in Berlin. Als freier Journalist schrieb er bereits u.a. für die Berliner Zeitung und die Berliner Morgenpost. Heute widmet er sich mit Hingabe seinen eigenen Blogs.

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