Ein Umzug ist mühsam zu organisieren und kann ganz schön ins Geld gehen. Neben der Miete bzw. Kaution einer neuen Wohnung kommen Transportkosten, Renovierungsarbeiten oder Neuanschaffungen dazu. Wer über wenig Polster verfügt, ist hier besonders gefordert. Mit einer realistischen Kostenprognose und Wissen um mögliche Unterstützungsangebote können Umziehende jedoch ihre finanziellen Risiken verringern.
Inhaltsverzeichnis
Was kostet ein Umzug wirklich?
Die Umzugskosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Neben Miete eines Transportfahrzeugs oder Kosten eines Umzugsunternehmens entstehen Kosten für Verpackungsmaterial, Halteverbotszonen, Nachsendeaufträge oder Renovierungskosten. An manchen Orten kommen noch Maklerprovisionen oder doppelte Mietzahlungen für einen Übergangszeitraum hinzu. Statistische Erhebungen zufolge kann schon ein regionaler Umzug schnell mehrere tausend Euro kosten. Professionelle Umzugsunternehmen kalkulieren ihre Preise nach Größe der Wohnung, Entfernung und Personalaufwand. Bei großer Wohnungseinrichtung oder schwierigem Zugang steigen die Preise entsprechend.
Wer sich fragt: Kein Geld für Umzug — wer hilft? Der sollte rechtzeitig prüfen, ob er nicht staatliche Leistungen oder Unterstützung durch soziale Einrichtungen erhalten kann.
Staatliche Hilfen
Unter bestimmten Voraussetzungen können Jobcenter oder Sozialämter Umzugskosten übernehmen, zum Beispiel wenn der Umzug aus beruflichen Gründen oder wegen unzumutbarer Wohnverhältnisse nötig ist, bzw. wenn er auf Verwaltungen oder Behördenanordnung erfolgt. In der Regel muß vorheriger Antrag gestellt werden. Übernommen werden meist Transportkosten, Mietkautionen als Darlehen und erforderliche Renovierungsarbeiten.
Auch Wohngeldempfänger oder Studierende können je nach individueller Situation hier Anspruch auf Unterstützung haben. Kommunale Beratungsstellen geben Auskunft über Förderungsmöglichkeiten und Antragsverfahren. Wichtig ist die frühzeitige Antragstellung, da rückwirksame Erstattung häufig ausgeschlossen ist.
Haftungsfragen und Versicherungen
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Versicherungsschutz. Bei selbst organisierten Umzügen haften Helfer in der Regel nicht zu 100 %. Bei Schäden an Möbeln oder Gebäuden wird es problematisch, wenn es keine Versicherung gibt. Manche Hausratversicherungen leisten auch für Transportschäden bis zu bestimmten Beträgen. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen lohnt sich.
Professionelle Umzugsunternehmen haben eine gesetzlich vorgeschriebene Transportversicherung, die Schäden am Umzugsgut bis zu einem bestimmten Betrag pro Kubikmeter ausgleicht. Bei besonders wertvollem Umzugsgut muss eventuell eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden.
Planung hilft gegen böse Überraschungen
Mit einer genauen Übersicht über alles, was beim Umzug an Kosten anfallen kann, erhöht sich die Kostensicherheit. Vergleichsberichte über Anbieter oder Preisverzeichnisse machen die Preisgestaltung transparent. Dabei sollten unbedingt die einzelnen Leistungen wie Verpackungsservice, Demontage oder Einlagerung usw. aufgeführt werden.
Eigenleistungen senken zwar die Kosten, verlangen aber auch viel Zeit und Organisation. Wer es schafft, selbst rechtzeitig Umzugskartons zu besorgen und Sperrmüll anzumelden, kann kurzfristige Zusatzkosten vermeiden. Jeder sollte sich hinsichtlich seiner eigenen Versicherungen und der ihn interessierenden Anbieter genau informieren.
Beratungsangebote in Anspruch nehmen
Finanzielle Probleme müssen nicht allein ausgeblitzt werden. Wer professionell beraten wird, in Schuldner oder Sozialberatungsstellen, kann dort Einnahmen und Ausgaben systematisch gegenüberstellen, ihre Budgetplanung ernsthaft vornehmen. Dort sagt man ihnen auch, welche Anträge sinnvoll sind und welche Unterlagen sie brauchen. Wer alles ordentlich vorbereitet, hat die besten Chancen, daß seine Leistungen bewilligt werden. Auch mit den Vermietern, den Energieversorgern oder Umzugsdienstleistern kann man reden und unter Umständen Ratenzahlungen oder Zahlungsziele vereinbaren, wenn man die Situation offen darlegt. Ein Umzug bei klarem Geldmangel muss besonders sorgsam vorbereitet werden. Neben den großen Posten auf der Kostenaufstellung, die Umzug, Betriebskosten, Makler und Mietkaution verlangt, muß man auch die kleinen Posten auflisten, die z. B. für Ummeldungen, Nachsendeaufträge usw. anfallen werden. Man muss die bestehenden Versicherungen prüfen, ob die Hausratversicherung auch Transportschäden deckt, ob zusätzliche Absicherungen notwendig sind gegen Schäden. Wer frühzeitig eventuelle Leistungen beantragt und die geforderten Fristen einhält, wird das Risiko der finanziellen Lücke verringern. Eine vorausschauende Planung schafft Überblick und Handlungsmöglichkeiten. Belastungen lassen sich dann besser steuern, überraschende Zusatzkosten gar nicht erst entstehen. Struktur, Übersichtlichkeit und rechtzeitige Information sind die entscheidenden Mittel, um auch mit klarem Geldwechsel einen Wohnungswechsel verantwortlich zu leisten.
