Denkt man an Ergonomie, denkt man an den Bürostuhl, an die Sitzhöhe des Schreibtischs. Dabei beginnt der Körperausgleich buchstäblich in der Erde. Wie der Fuß aufgesetzt wird, hat Einfluss auf Haltung, Spannungsverhalten der Muskulatur und damit darauf, wieviel Druck auf Nacken, Schultern und nicht zuletzt auf die Augen drückt. Ein Körper, der über längere Zeit unter Fehlspannung leidet, gibt diesen Fehlzustand entlang der Kette weiter.
Die Fußstellung und die Körperhaltung hängen also eng zusammen.
Inhaltsverzeichnis
Wie Fußstellung und Körperhaltung zusammenhängen
Der menschliche Fuß mit seinen 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Muskeln, Sehnen und Bändern ist deswegen kein passives Fundament, sondern ist aktives Sensororgan, das präzise Rückmeldung über Bodenverhältnisse, Gegenneigung, Gleichgewichtslage usw. gibt. Wer barfuß geht, reichert seine propriozeptiven Rezeptoren in der Fußsohle an. Wer seine Füße in einen Schuh mit Ferse oder mit stark gedämpfter Sohle steckt, der dämpft diese Signale und erzeugt damit Kompensationshaltungen im Knie-Becken-Lendenbereich. Studien aus der Sportwissenschaft, wie sie z.B. im Journal of Foot and Ankle Research veröffentlicht sind, zeigen: Eine nach vorn gekippte Beckenstellung durch einen hohen Absatz belastet die Lendenwirbelsäule und aktiviert damit kompensatorisch die Muskulatur des Nackens. Das ist nicht ohne Folgen. Chronisch verspannte Nackenmuskulatur ist ein bekannter Auslöser für Spannungskopfschmerzen und Augenermüdung.
Schuhe mit dünner, biegsamer Sohle und breiter Zehenbox, wie sie im Bereich der Barfußschuhe angeboten werden, fördern eine viel physiologischere Fußabwicklung vom Ballen zur Ferse und verringern damit Fehlspannungen in der gesamten Körperkette. Wer auf der Suche nach solchen Schuhen ist, findet mit Handgefertigte Deutsche Barfußschuhe – Top Qualität einen deutschen Hersteller, der Wert auf anatomisch geformte Leisten und handwerkliche Verarbeitung legt.
Zusammenhang von Haltung und Augenbelastung
Der Zusammenhang von Haltung und Sehbelastung ist in Augenoptik und Orthoptik gut bekannt. Eine nach vorn geneigte Kopfhaltung, medizinisch als „Forward Head Posture“ bezeichnet, verändert den Augenöffnungswinkel und erhöht damit die Anstrengung der äußeren Augenmuskeln. Die American Optometric Association beschreibt dies als einen Teil des Computer-Vision-Syndroms, das neben dem Arbeiten am Bildschirm auch durch schlechte Haltung begünstigt wird.
Konkret heißt das, wer viel in Vorneigung sitzt oder geht, spannt damit unwillkürlich die subokzipitalen Muskeln an. Diese Muskeln, die an der Hinterhauptsgrube ansetzen, sind über das vegetative Nervensystem mit den Augenmuskeln verbunden. Dauernde Spannung dort kann sich mit verschwommenem Sehen, Druckgefühl hinter den Augen, Lichtempfindlichkeit und ähnlichem bemerkbar machen, auch ohne dass eine Augenstörung vorliegt.
Für Brillenträger ist das besonders wichtig, denn eine Fehlhaltung führt dazu, dass die Gläser nicht mehr zu der Blickachse optimal stehen. Die Folge sind prismatische Nebenwirkungen und vermehrte Akkommodationsleistung. Deshalb fordern immer mehr Optiker, Haltungskorrekturen in die Sehberatung einzubeziehen.
Ergonomie als ganzheitlichen Ansatz – was raten die Fachleute?
Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler sprechen derzeit gern von „myofaszialen Netz“, das den gesamten Körper verbindet. Die von Thomas Myers in seinem Buch Anatomy Trains popularisierte Idee der Faszien-Ketten besagt, daß Spannungen in der hinteren Körperkette von der Fußsohle über die Wadenmuskulatur, von dort über den Ischiasnerv zu den Rückenstreckern bis zur Schädelbasis und den Augenhöhlenmuskeln geleitet werden können.
Das hat praktische Konsequenzen. Wer auf Barfußschuhe mit Nullabsatz umsteigt, der trainiert Fußmuskeln, die in hochgedämpften Schuhen inaktiv bleiben. Die Umstellung sollte jedoch schrittweise erfolgen, denn Achillessehne und Wadenmuskulatur haben sich anzupassen. Die Experten empfehlen eine Eingewöhnungszeit von mindestens sechs bis acht Wochen, in der die Tragestrecke zu Anfang vermindert wird.
Parallel dazu hilft gezieltes Üben zur Aktivierung der Fußmuskeln: das sogenannte Kurzfußtraining nach Janda, bei dem der Mittelfuß angehoben wird, ohne dass die Zehen dabei krallen, gilt als effektives Standardprotokoll in der physiotherapeutischen Praxis. Kombiniert mit Dehnübung für die hintere Körperkette und einer Arbeitsplatzbeurteilung wird ein sinnvoller und ganzheitlicher Ansatz erkennbar.
Ergonomie endet nicht am Stuhl oder Bildschirm. Sie beginnt dort, wie der Körper auf dem Boden aufgelegt wird. Wer den Fuß als Ausgangspunkt seiner Körperhaltung ernst nimmt, der schafft die Voraussetzung dafür, dass Rücken, Nacken und schließlich auch die Augen auf Dauer entlastet werden. Gut gearbeitete und entsprechend der Anatomie des Fußes geformte Schuhe zu tragen ist ein nachvollziehbarer erster Schritt dazu.
