Auch in der Sauna ist Holz nicht etwa nur ein Schmuckteil, sondern dessen Funktionsmaterial mit Temperaturen bis 110 °C, wechselnder Luftfeuchtigkeit von 10 bis 60 % zu vertragen und keinesfalls Harz austriefend oder bei Hautberührung zu heiß zu sein. Ob eine Kabine nun schon nach fünf oder erst nach fünfundzwanzig Jahren ersetzt werden muss, hängt entscheidend von der Wahl und Behandlung der Hölzer ab.
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Was Saunaholz technisch leisten muss
Für den Innenausbau kommen nur Hölzer in Frage, die eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, geringe Rohdichte und einen möglichst niedrigen Harzgehalt aufweisen. Der Grund ist einfach. Dichtere Hölzer speichern mehr Wärme und werden auf Sitzflächen zu heiß, harzhaltige Arten wie Kiefer geben bei über 80 °C flüssiges Harz ab. Die Wärmeleitfähigkeit sollte im Bereich von etwa 0,10 bis 0,14 W/(m·K) liegen, die Rohdichte idealerweise unter 500 kg/m³. Wer eine hochwertige Sauna plant, findet diese Werte üblicherweise im technischen Datenblatt des Herstellers, häufig ergänzt um Angaben zur Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350.
Ein weiterer Faktor ist die Formstabilität. Holz arbeitet mit der Feuchte, und bei den in Saunen üblichen Sorptionswechseln zwischen Aufguss und Trocknungsphase treten Spannungen auf, die zu Verzug oder Rissen führen können. Radialschnitt und eine Restfeuchte von 8 bis 12 Prozent bei der Verarbeitung gelten als Standard.
Die gängigen Holzarten im Vergleich
Nordische Fichte (Picea abies) ist der Klassiker, günstig und mit heller Optik. Sie hat allerdings Astansätze, aus denen unter Hitze Harz treten kann. Für Verkleidungen mit größerem Wandabstand zum Ofen wird sie regelmäßig eingesetzt, für Liegen weniger.
Espe (Populus tremula), auch Aspen genannt, ist nahezu harzfrei, hat eine helle, gleichmäßige Struktur und eine niedrige Wärmeleitfähigkeit. Sie ist das übliche Material für Bänke und Liegeflächen, weil sie sich auch bei hohen Temperaturen kaum aufheizt. Die Rohdichte liegt bei etwa 450 kg/m³.
Hemlock (Tsuga heterophylla), ein nordamerikanisches Nadelholz, ist astarm, geruchsneutral und maßhaltig. Für Wand und Decke ist es eine der meistverwendeten Varianten in gehobenen Kabinen.
Rote Zeder (Thuja plicata) enthält Thujaplicine, sekundäre Pflanzenstoffe mit fungizider Wirkung. Sie ist besonders leicht, mit einer Rohdichte von rund 370 kg/m³, und wird nach DIN EN 350 in Dauerhaftigkeitsklasse 2 eingestuft, also dauerhaft gegen Pilzbefall. Ihr aromatischer Geruch bleibt über Jahre hinweg wahrnehmbar.
Thermisch modifiziertes Holz, meist Espe oder Fichte, wird bei 180 bis 215 °C unter Sauerstoffabschluss behandelt. Dabei verringert sich die Feuchteaufnahme um bis zu 50 Prozent, die Dimensionsstabilität steigt spürbar. Studien der Technischen Universität München und des VTT in Finnland dokumentieren diese Effekte seit den 1990er-Jahren.
Verarbeitung, Prüfkriterien und Zertifikate
Neben der Holzart entscheidet die Verarbeitung. Nut-und-Feder-Profile mit rückseitiger Belüftungsnut verhindern einen Feuchtestau, verdeckte Edelstahlbefestigungen unterbinden Verbrennungen durch heiße Metallteile. Für Konstruktionsholz sollte eine CE-Kennzeichnung nach EN 14081 vorliegen, für Bauteile mit Verklebungen die Klassifizierung nach EN 15425. Ein Blick auf Zertifikate zur Herkunft, etwa FSC oder PEFC, ist ebenso sinnvoll wie auf Emissionsprüfungen nach dem AgBB-Schema, das flüchtige organische Verbindungen begrenzt.
Wer beim Kauf konkrete Fragen stellen möchte, frage nach der Rohdichte des verwendeten Bankholzes, der Restfeuchte bei Auslieferung, der Dauerhaftigkeitsklasse und den verwendeten Klebstoffen. Antworten in Form von Datenblättern sind ein Hinweis auf Fachkenntnis, pauschale Zusicherungen sind niemals belastbar.
