Flugchaos, volle Strände und steigende Reisekosten. Für viele Familien rückt der klassische Sommerurlaub in weite Ferne. Rund 29 Prozent der Deutschen geben an, dass sich ihre wirtschaftliche Lage direkt auf ihr Reiseverhalten auswirkt. Gut ein Drittel von ihnen plant, die Reise in diesem Jahr gleich ganz zu streichen. Dadurch gerät der eigene Garten in ein neues Licht: nicht als Notlösung, sondern als echte Alternative mit Gestaltungspotenzial.
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Der Pool: Herzstück der privaten Gartenoase
Wer den Garten ernsthaft zur Erholungszone ausbauen will, kommt an Wasser kaum vorbei. Mit einem Swimmingpool verändert sich sofort die Atmosphäre eines Außenbereichs: Aus einer Rasenfläche wird ein Ort, an dem man tatsächlich Zeit verbringt. Dabei muss es nicht gleich ein aufwendiges Bauprojekt sein.
In Deutschland sind Schwimmbecken mit einem Volumen von weniger als 100 m³ in allen Bundesländern genehmigungsfrei, sofern die Abstandsflächen eingehalten werden. Ein Becken mit den üblichen Standardmaßen (4 × 8 m, Tiefe 1,50 m) hat ein Volumen von ca. 48 m³ und liegt somit im genehmigungsfreien Bereich. Die Preisspanne reicht hier von wenigen Tausend Euro für einfache Stahlwandpools bis zu 25.000 bis 100.000 Euro für professionell eingelassene Becken aus GFK oder Beton, je nach Ausstattung. Die laufenden Kosten (Reinigungsmittel, Filterbetrieb, Frischwasser) belaufen sich bei einem kleinen Becken auf etwa 300 bis 1.000 Euro pro Saison.
Wer eine Solarabdeckung benutzt, vermindert Heiz- und Verdunstungsverluste erheblich und verlängert die Badesaison bis in den September hinein. Für Gärten mit wenig Platz oder schmalem Geldbeutel gibt es Kompromisse, die trotzdem Urlaubsgefühl vermitteln: Swim Spa, kombinierte Schwimm- und Massagebecken, benötigen weniger als 15 Quadratmeter Grundfläche und sind auf Sport und Entspannung angelegt. Aufstellpools mit festem Stahlrahmen sind innerhalb eines Nachmittags betriebsbereit und bei guter Pflege mehrere Saisons nutzbar. Wer längerfristig plant, entscheidet sich oft für einen teilweise oder ganz eingelassenen Pool, der sich besser in die Gartengestaltung einfügt und sehr viel haltbarer ist als temporäre Lösungen.
Beschattung, Lounge und Außenküche: Das Drumherum entscheidet
Ein Pool allein genügt nicht. Was eine Gartenoase wirklich trägt, ist das Zusammenspiel mehrerer Bereiche. Drei Zonen haben sich in der Gartenplanung als besonders wirksam erwiesen:
- Schattenzone: Schatten werden erzeugt durch Pergolen, Sonnensegel oder freistehende Sonnenschirme mit mindestens 3,5 Metern Durchmesser. Dies schafft auch bei Hitze ein Plätzchen, das mittags noch nutzbar ist. Permogolen aus Aluminium oder Holz können gut auch nachträglich mit Lamellen oder Rankpflanzen ausgestattet werden. Dadurch wird der Charakter eines echten Außenraumes erhalten.
- Lounge-Bereich: Wetterfeste Loungemöbel aus Polyrattan oder Teak haben sich bewährt. Sie sind pflegeleicht und jahrelang stabil. Auf die Position kommt es an. Der Loungebereich sollte weder zu nah am Pool gelegen sein (Spritzwasser!) noch zu weit entfernt davon. In der Mitte zwischen der Liegezone und dem Pool wird so der Zusammenhang als Erholungszone gestärkt.
- Outdoor-Küche: Wer einmal draußen gegrillt und gleich am Tisch gespeist hat, kommt selten in die Küche zurück. Modular aufgebaute Outdoorküchen können schrittweise ausgebaut werden. Gasgrill, Arbeitsfläche aus Naturstein und eine kleine Kühlschublade reichen fürs Erste. Edelstahl-Elemente widerstehen Feuchtigkeit und UV-Strahlung am besten und sind pflegeleicht.
Planung: Was vor dem ersten Kauf entschieden sein sollte
Gartenbesitzer, die ihren Garten systematisch entwickeln wollen, sollten mit einem Bestandsplan beginnen. Grundstücksgröße, Himmelsrichtung und Bodenbeschaffenheit bestimmen, welche Elemente sinnvoll sind und wo sie Platz finden können. Wasser braucht Abfluss, ein Outdoor-Grill braucht Abstand zu brennbaren Materialien, Loungemöbel brauchen eine ebene, feste Fläche.
Die Reihenfolge spielt hier eine Rolle. Wer erst Möbel kauft und dann den Pool plant, wird bei der Platzeinteilung Schwierigkeiten bekommen. Besser ist es, mit dem größten Element zu beginnen, also dem Becken und die anderen Zonen davon abzuleiten. Strom- und Wasseranschlüsse gleich für alle geplanten Bereiche zu legen, ist sinnvoll, auch wenn Grill oder Beleuchtungssystem erst im Folgejahr kommt. Nachträgliche Erdarbeiten haben eine ganz andere Kostenstruktur als beim ersten Bauabschnitt sinnvoll mitverlegt.
Wer den Garten über mehrere Jahre entwickeln möchte, fährt mit einem modularen Ansatz am besten: Pool im ersten Jahr, Pergola und Lounge im zweiten, Outdoor-Küche im dritten. Das streut die Kosten und gibt Zeit zur genauen Beobachtung der eigenen Bedürfnisse.
