Ja es stimmt, auch in der Versicherungsbranche gibt es Pleiten, Pech und Pannen. Auch wenn deren Geschäftsmodelle als ordentlich lukrativ gelten, können Versicherungsgesellschaften in Schieflage geraten. Doch was passiert eigentlich, wenn eine Versicherung insolvent geht? Diese Frage bewegt zu Recht die Versicherungsnehmer, denn es trifft in turbulenten Zeiten selbst alteingesessene Großkonzerne. Doch für alle Knip-Kunden haben wir gute Nachrichten…

Wenn in der Finanzwelt alles drunter und drüber geht, kriselt es auch in der Versicherungsbranche. Denn die Versicherungsunternehmen haben über die Jahre hinweg mit dem Geld ihrer Kunden Kapitalanlagen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro angehäuft. Fakt ist: dieses Geld wird nach strengen Richtlinien weltweit investiert. Zu einem großen Teil in sichere Anlagen, wie festverzinsliche Wertpapiere und Pfandbriefe. Aber ein Teil, maximal 35 Prozent der Anlagesumme, dürfen auch in Risikokapital investiert werden, wie beispielsweise Aktien und Hedgefonds.

Fallen also die Kurse an der Börse, geht das natürlich auch an den Versicherern nicht spurlos vorüber. Allerdings sind die Verluste verglichen zum Restkapital im Allgemeinen gering.

Jedoch kann man nicht behaupten, es hätte gar keinen Einfluss auf die Versicherungen, denn Verluste und Finanzkrisen schmählern natürlich die Rendite der Anleihen. Und eine sinkende Rendite wirkt sich letztendlich negativ auf die Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer aus.

Die Verlierer jeder Börsenkrise sind fondsgebundene Lebensversicherungen

Da fondsgebundene Lebensversicherungen eine deutlich höhere Aktienquote haben als konventionelle, sind diese auch viel stärker von abstürzenden Börsenkursen betroffen. Aber dieses Risiko dürfte bekannt sein, werden Kunden schließlich auch mit den hohen Rendite-Versprechen geködert, wenn die wirtschaftliche Situation rosig ist. Daher sollte man lieber in klassische Lebensversicherungen investieren, wenn man seine Altersvorsorge sicher wissen möchte.

Worst-Case-Szenario: Die Versicherung strauchelt

Gerät eine Versicherung entgegen aller Erwartungen doch mal in Schieflage, dann gibt es im staatlichen Rahmen gewisse Hilfeleistungen, sogenannte Rettungsfonds, in den alle Versicherungen einzahlen. Also eine Art Versicherung für Versicherungen.

company-knip-2016Im Sommer 2015 traf es eine Versicherung: Das neu gestartete rumänische Unternehmen Astra gab bekannt, dass es Versicherungsverträge nicht mehr fortführen kann und somit kein Versicherungsschutz mehr besteht. Auch 2010 ging bereits ein niederländisches Versicherungsunternehmen pleite. Ab und zu können auch deutsche Akteure betroffen sein. So musste die deutsche Mannheimer Lebensversicherung nach missglückten Aktienspekulationen ihren Vertrieb einstellen. Besonders ärgerlich, wenn die Versicherungsnehmer nicht einmal über die Insolvenz informiert werden und ohne es zu wissen plötzlich ohne Versicherungsschutz dastehen. Gute Nachrichten für Knip-Kunden: Sollte es eine deiner Versicherungen treffen, wirst du umgehend und persönlich von deinem Knip-Berater informiert und zu den nächsten Schritten beraten.

Ebenfalls teuer kann es werden, wenn bereits ein Schadensfall in Bearbeitung war, beispielsweise bei einer Hausratversicherung – in solch einer Situation ist es fraglich ob und wann das Geld gezahlt wird.

Wer eine Sachversicherung bei einem Unternehmen abgeschlossen hat, das insolvent geht, muss sich also in den meisten Fällen nur rechtzeitig um eine neue Versicherung bemühen, da der Versicherungsschutz der insolventen Firma erlischt.

Auch wer eine Lebensversicherung abgeschlossen hatte und sich nun Sorgen um seine Ersparnisse und Beiträge macht, kann sich in der Regel wieder entspannen. Denn bereits im Jahr 2002 wurde die Protektor Lebensversicherungs-AG gegründet, um Kunden zu schützen. Sie führt Verträge fort, sichert die Leistungen für die Altersvorsorge und gewährleistet den vertraglich zugesicherten Versicherungsschutz, wenn der Versicherungsträger Insolvenz anmeldet. Nach und nach werden die Versicherungsverträge dann weitervermittelt, um lückenlosen Versicherungsschutz ohne Verlust der bereits gezahlten Prämien zu gewährleisten. Protektor übernahm beispielsweise im Jahr 2003 die Verträge der Kunden der Mannheimer Lebensversicherung.

Das gleiche Prinzip existiert auch für Versicherungsunternehmen der privaten Krankenversicherung: Hier übernimmt der Sicherungsfonds Medicator die Verträge der Kunden.

Noch vorausschauender waren die deutschen Kfz-Versicherer, die bereits 1963 die Verkehrsopferhilfe gründeten. Auch dieser Verein fungiert als Garantiefonds: Einerseits, wenn jemand durch ein nicht ermittelbares oder nicht versichertes Fahrzeug zu Schaden kommt. Andererseits auch im Fall von insolventen Versicherungsunternehmen. So sollen Opfer vor Existenz bedrohenden Belastungen geschützt werden, beispielsweise wenn die Haftpflichtversicherung eines Schadenverursachers nicht fähig ist ein Schmerzensgeld zu zahlen.


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